Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Goldene Spitze
- Figur des Engels
- Weiße Marmorgrabsteine
Die Geschichte des Ortes
Der Kathedralplatz wurde nach der Peter-und-Paul-Kathedrale benannt, die in seiner Mitte steht. Unter der goldenen Spitze befindet sich die kaiserliche Grabstätte: Nach Pjotr I. wurden hier fast alle Herrscher der Dynastie bestattet. Helle Marmorplatten kennzeichnen die Gräber unter dem Boden, und der erste Sarg stand mehrere Jahre in der unvollendeten steinernen Kathedrale. Erst danach wurde der Kaiser beigesetzt.
Im Herbst eintausendachthundertdreißig erschien auf der Spitze ein Mensch. Pjotr Teluschkin, ein Staatsbauer aus dem Gouvernement Jaroslawl und Dachdeckermeister, verdiente seinen Lebensunterhalt mit der Reparatur von Dächern, Kuppeln und Glockentürmen. Er stieg hinauf, um das Kreuz und den kupfernen Engel in einer Höhe von einhundertzweiundzwanzigundeinhalb Metern zu reparieren.
Starker Wind hatte die Verkleidung des Kreuzes und den Flügel des Engels beschädigt. Für die Reparatur wollte man ein Gerüst fast bis zur gesamten Höhe des Glockenturms errichten; allein das Gerüst hätte mehrere Tausend Rubel gekostet. Teluschkin reichte ein schriftliches Gesuch ein: Das Material zahlt die Staatskasse, ein Gerüst errichtet er nicht, die Belohnung wird nach der Arbeit festgesetzt. Der arme Handwerker hatte kein Geld für eine Kaution. Seine Kaution blieb sein Leben.
Die Innentreppe führte nur bis zu einer Luke in der Spitze. Teluschkin befestigte innen ein Seil, band sich mit dessen anderem Ende fest und stieg nach draußen. Mit den Fingern hielt er sich an den Umbiegungen der Kupferbleche fest und stützte sich mit der Schuhspitze in den Nähten ab; so bewegte er sich um die schräge Oberfläche, bis er die Spitze mit einer Schlinge umfasste. Dann warf er das Seil über den Querbalken des Kreuzes und richtete eine Strickleiter ein. Über sie zog er mehrere Wochen lang Werkzeuge und Material hinauf, befestigte die Metallverkleidung und lötete dem Engel den Flügel an.
Nach der Abnahme erhielt Teluschkin fünftausend Rubel in Papierassignaten und die silberne Medaille „Für Fleiß“ am Annenband. Der Künstler Georgi Tschernezow malte sein Porträt. Der Dachdecker wurde bekannt und erhielt neue Aufträge, lebte jedoch nicht lange: Drei Jahre später starb er, kaum dreißig Jahre alt. Die Erzählung vom kostenlosen Trinken, das ihm angeblich der Kaiser verliehen habe, entstand später und bleibt eine städtische Legende.
Teluschkin arbeitete an der Hauptkirche der Festung. Der Platz wurde Kathedralplatz genannt, nach der Peter-und-Paul-Kathedrale im Zentrum des Platzes. Pjotr war der engste Schüler Christi und der himmlische Schutzpatron des Stadtgründers Pjotr I. Pawel hatte zuvor Christen verfolgt und wurde dann selbst zum Prediger. Die Kirche wurde eintausendsiebenhundertdrei am gemeinsamen Gedenktag der beiden gegründet.
Unter der Spitze befand sich zu jener Zeit bereits die Grabstätte der Romanows. Mitglieder der Zarenfamilie begann man hier schon unter Pjotr I. zu bestatten. Nach seinem Tod brachte man den Sarg in die noch unvollendete steinerne Kathedrale und stellte ihn in einer provisorischen Holzkapelle auf. Erst sechs Jahre später wurde der Kaiser auf Anordnung seiner Nichte Anna Ioannowna beigesetzt. Danach bestattete man hier fast alle russischen Kaiser und Kaiserinnen. Heute stehen weiße Marmorgrabsteine über den unter dem Boden verborgenen Grüften.
Der Engel, den Teluschkin repariert hatte, ist nicht bis heute erhalten. Eintausendachthundertachtundfünfzig ersetzten Bauarbeiter die Holzkonstruktionen der Spitze durch Metallkonstruktionen und stellten eine neue Figur auf. Über dem Kathedralplatz befindet sich bereits ein anderer Engel; Teluschkins Weg von der Luke zum Kreuz ist nur in seiner zu Lebzeiten verfassten Beschreibung und in Zeichnungen erhalten.
Praktisch vor Ort
Vom 1. Mai bis 30. September 2026: täglich 10:00–19:00; Sa 10:00–17:45; So 11:00–19:00.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Vom Platz aus ist der Gedanke der gesamten Komposition gut zu erkennen; die Ikonostase und die kaiserlichen Gräber sind nur bei einem gesonderten Besuch der Kathedrale zu sehen.
