Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Ikonostase
- Linker Kliros
- Steinerne Grabstätte
Die Geschichte des Ortes
Der Kliros links von der Ikonostase bleibt ein Platz für die Sänger, und unter seinem Fußboden befindet sich das alte Grab. Die Christi-Geburts-Kathedrale gehört zu den wichtigsten Bischofskirchen von Rjasan. Als man nebenan eine neue Mariä-Entschlafens-Kathedrale errichtete, übertrug man ihr die frühere Weihe, während diese Kirche der Geburt Christi geweiht wurde. Ihr heutiger Name ist daher jünger als ihre Mauern.
Die wichtigste Reliquie dieser Kathedrale liegt unter einem Stein links von der Ikonostase verborgen. Dorthin ließ Erzbischof Feodorit die Gebeine von Wassili von Rjasan bringen, dem ersten Bischof von Pereslawl-Rjasanski.
Wassili starb Ende des dreizehnten Jahrhunderts. Er wurde in der Boris-und-Gleb-Kathedrale außerhalb des heutigen Kremls beigesetzt. Fast drei Jahrhunderte später rückte man jene Kirche vom bröckelnden Ufer des Trubesch ab. Die neuen Mauern errichtete man etwas abseits, und das Grab des Bischofs lag nun außerhalb, neben dem Altarbereich. Das verehrte Grab blieb ohne den Schutz von Kirchenmauern.
Feodorit stand der Eparchie Rjasan während der Zeit der Wirren vor und wollte die Gebeine in den befestigten Kreml überführen. Eine passende Kathedrale stand genau hier, doch ihr Umbau kam acht Jahre lang nicht voran: Dem Erzbischof fehlten die Mittel. Er bat den Zaren um Hilfe, erhielt vierundzwanzig Steinmetze und vollendete die Arbeiten.
Im Juni eintausendsechshundertneun öffnete Feodorit das alte Grab. Nach kirchlichem Zeugnis waren Wassilis Gebeine unverwest. In einer Prozession brachte man sie in die Mariä-Entschlafens-Kathedrale im Kreml – so hieß diese Kirche damals. Der Erzbischof stellte sie nicht offen aus, sondern verbarg sie unter einer steinernen Grabstätte beim linken Kliros, dem Platz für die Sänger neben der Ikonostase. Anschließend verfasste Feodorit eine Vita und kirchliche Gesänge zu Ehren Wassilis und ließ seine Ikone malen. Mit der Überführung begann die feierliche Verehrung Wassilis als des wichtigsten Heiligen von Rjasan.
Dreihundert Jahre später beschloss eine kirchliche Kommission, die Gebeine unter dem Fußboden hervorzuholen. Die Platten ließen sich nur mit großer Mühe abheben, und Wasser überflutete die geöffnete Stelle. Im kirchlichen Bericht wird auch eine Feuersäule erwähnt, die über dem Wasser erschien; dies ist ein Zeugnis religiöser Tradition, keine überprüfbare Tatsache. Die Arbeiten wurden eingestellt, der Fußboden wiederhergestellt, und die Gebeine blieben dort, wo Feodorit sie hatte niederlegen lassen.
Später errichtete man daneben eine neue Mariä-Entschlafens-Kathedrale und übertrug ihr die frühere Weihe. Die alte Kirche weihte man der Geburt Christi, der Geburt Jesu Christi. Daher stammt ihr heutiger Name, der jünger ist als das Gebäude selbst. Heute ist sie eine der Kathedralkirchen, also der wichtigsten Bischofskirchen von Rjasan. Die Gottesdienste finden über genau jener steinernen Grabstätte statt: Das Grab, das einst außerhalb der Kirchenmauern lag, befindet sich seit mehr als vier Jahrhunderten beim linken Kliros.
Praktisch vor Ort
Aktive Kathedrale; ein touristischer Zeitplan ist nicht separat veröffentlicht, der Eintritt hängt von Gottesdiensten und aktuellen Einschränkungen ab.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Dies ist eine aktive Kirche: Besichtigen Sie den Innenraum nur außerhalb der Gottesdienste und ohne laute Audio-Wiedergabe.
