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Via della Conciliazione

Hier muss man den repräsentativen Blick auf die Basilika den verschwundenen Häusern, Läden und Plätzen des alten Borgo gegenüberstellen.

15 Min.
Die breite Via della Conciliazione, die zur Fassade der Petersbasilika führt.
Jorge Franganillo · CC BY 2.0; cropped/resized for app
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Worauf achten

  • Gerade Perspektive auf die Basilika
  • Breite Fahrbahn
  • Hohe Straßenlaternen aus Travertin
  • Palastfassaden entlang der Allee

Die Geschichte des Ortes

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Die breite Via della Conciliazione führt vom Tiber zur Hauptbasilika des Vatikan und dient als Weg für Pilger und große Zeremonien. Ihr Name verweist auf die Versöhnung, nach der Italien die Unabhängigkeit des Vatikan anerkannte und der Heilige Stuhl zustimmte, Rom als Hauptstadt des Landes zu betrachten. Zu beiden Seiten der Fahrbahn stehen Palastfassaden, und über ihnen ragen achtundzwanzig Travერტinlaternen auf, die wie Obelisken gestreckt sind. Sie wurden aufgestellt, als man die Straße auf das Heilige Jahr vorbereitete.

Am neunundzwanzigsten Oktober neunzehnhundertsechsunddreißig stieg Benito Mussolini, der Chef der italienischen faschistischen Regierung, auf das Dach des Palazzo Sauve nahe der Piazza Pia. Er kam in der Uniform eines Milizkommandeurs, begleitet von Ministern und Vertretern des Heiligen Stuhls. Er nahm eine Spitzhacke und schlug gegen das Gesims. Mit dieser Zeremonie begann Mussolini den Abriss des Viertels, an dessen Stelle die Via della Conciliazione verläuft.

Eine breite Allee gab es damals nicht. Zwischen zwei schmalen Straßen, Borgo Vecchio und Borgo Nuovo, zog sich ein Keil aus Häusern hin, der Spina di Borgo – „Dorn des Borgo“ – genannt wurde. Unten arbeiteten Läden und Werkstätten, oben wohnten Familien; viele Generationen örtlicher Bewohner verdienten hier mit Handel und Handwerk ihren Lebensunterhalt. Vor dem Abriss verzeichneten Beamte Eigentümer, Zweck und Einkünfte jedes Gebäudes. Nach der Räumung meldete man dem Finanzamt, dass das Haus keine Einnahmen mehr einbrachte. Die meisten Bewohner schickte man in weit entfernte neue Siedlungen, und an Stelle ihrer Wohnungen und Verkaufstheken wurde der Blick auf die Basilika freigemacht.

Das Wort „conciliazione“ bedeutet Versöhnung und bezeichnet ein konkretes Abkommen. Im Jahr achtzehnhundertsiebzig gliederte das Königreich Italien Rom ein. Der Heilige Stuhl weigerte sich, den Verlust der päpstlichen Ländereien und den Status des neuen Staates mit Rom als Hauptstadt anzuerkennen. Die Päpste betrachteten sich als Gefangene des Vatikan. Dieser Streit dauerte fast sechzig Jahre.

Papst Pius XI. benötigte rechtliche Garantien für die Unabhängigkeit der Kirche. Mussolini strebte in einem Land, dessen Bevölkerungsmehrheit katholisch blieb, die Anerkennung seines Regimes durch die Kirche an. Am elften Februar neunzehnhundertneunundzwanzig unterzeichneten Mussolini und Kardinal Pietro Gasparri, Staatssekretär und Bevollmächtigter von Pius XI., die Lateranverträge. Der Heilige Stuhl erkannte das Königreich Italien und Rom als dessen Hauptstadt an. Italien erkannte den souveränen Stadtstaat Vatikanstadt an und zahlte eine Entschädigung für die verlorenen päpstlichen Ländereien. Ein gesondertes Konkordat legte die Stellung der Katholischen Kirche in Italien fest. Gerade diese Regelung nannte man die Versöhnung.

Einige Jahre später beschlossen die italienische Regierung und der Heilige Stuhl, dem Vertrag eine sichtbare Form zu geben. Die Architekten Marcello Piacentini und Attilio Spaccarelli schlugen vor, einen geraden Zugang vom Tiber zum Vatikan freizuräumen; sowohl Mussolini als auch Pius XI. billigten das Projekt. Die Spitzhacke auf dem Dach des Palazzo Sauve wurde zum ersten öffentlichen Schlag.

Bis zum achten Oktober neunzehnhundertsiebenunddreißig gab es die Spina di Borgo bereits nicht mehr. Die Piazza Scossacavalli, die Kirche San Giacomo und Dutzende Wohnhäuser verschwanden. Mehrere Paläste wurden abgetragen und an anderen Orten neu errichtet, wobei sich ihre Fassaden und Proportionen veränderten. Der Palazzo Sauve selbst, auf dessen Dach die Zeremonie begonnen hatte, wurde vollständig zerstört.

Pius XI. starb vor dem Ende der Arbeiten. Der Krieg hielt den Bau auf, Mussolinis Regime fiel, und Mussolini selbst wurde getötet. Die Allee vollendete man erst unter Papst Pius XII., der Rom auf das Heilige Jahr neunzehnhundertfünfzig vorbereitete. Damals stellte man entlang der Straße achtundzwanzig hohe Straßenlaternen aus Travertin in Form von Obelisken auf. In ihre metallenen Leuchten ist das Jahr der Vollendung eingraviert.

Heute ziehen Pilger, offizielle Prozessionen und Menschenmengen bei großen Zeremonien über die Via della Conciliazione. An der Piazza Pia, dort, wo die offene Perspektive auf die Basilika beginnt, stand früher der Palazzo Sauve. Sein Gesims befand sich direkt über der heutigen Fahrbahn.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktPetersplatz
Eintrittvon außen

Die Stadtstraße ist stets zugänglich, kann aber während päpstlicher Zeremonien und großer Veranstaltungen gesperrt werden.

Geprüft: 25. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Auf der Allee gibt es wenig Schatten, und die lange Perspektive verkürzt die Entfernung täuschend. Überqueren Sie die Fahrbahn nur an markierten Stellen.

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Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Borgo und Vatikan: päpstliche Macht in der Stadt“ — 8 Stopps, 4 km, 3-5 Stunden.

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