Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Vorderhaus
- Durchgang zum Hof
- Hofgebäude
Die Geschichte des Ortes
Der Name Dzirnavu iela bewahrt die Erinnerung an die Mühlen, die einst näher an der Kreuzung mit der Krišjāņa Barona iela standen. Das Vorderhaus lässt einen Durchgang tief in das Grundstück zu den Hofgebäuden frei. Dort war ein Bäckereibetrieb tätig: Das Mehl wurde in Tanklastwagen angeliefert und mit Druckluft durch Rohre in geschlossene Behälter befördert. Heute herrscht hinter der Fassade wieder gewöhnliches Stadtleben mit Wohnungen, Büros und einem Restaurant.
Das Vorderhaus mit der Nummer zweiundsechzig wurde im Jahr achtzehnhundertneunundsiebzig als Mietshaus errichtet: Der Eigentümer investierte in Wohnungen und erhielt sein Geld durch die Mieteinnahmen zurück. Doch der Durchgang zum Hof diente nicht nur den Bewohnern. Tief im Grundstück war später eine Filiale des Zweiten Rigaer Brotkombinats tätig.
Dzirnavu iela bedeutet „Straße der Mühlen“. Die Mühlen, denen sie ihren Namen verdankt, standen im achtzehnten Jahrhundert näher an der heutigen Kreuzung mit der Krišjāņa Barona iela. An diese Adresse kehrte das Mehl später zurück, allerdings nicht mehr auf Fuhrwerken und nicht für Mühlsteine, sondern in Tanklastwagen.
Die Filiale wurde von Rihards Krūmiņš geleitet, einem Bäcker, der mit diesem Handwerk bereits im Lettland der Vorkriegszeit seinen Lebensunterhalt verdiente und den Gesellentitel erhielt. Nach dem Krieg leitete er mehrere Rigaer Bäckereien, übernahm im Jahr neunzehnhundertsiebenundfünfzig die Leitung des Ersten Brotkombinats und verbrachte anschließend den längsten Abschnitt seiner Laufbahn hier an der Dzirnavu iela.
Seine größte Sorge galt dem Mehl vor dem Kneten. Bei der Lagerung in Säcken waren trockene, helle und gut belüftete Räume erforderlich. In einem dunklen oder feuchten Lager breiteten sich Schädlinge aus; befallene Säcke mussten entfernt und der Raum unverzüglich behandelt werden. Vom Lager hing ab, ob die Filiale weiterbacken konnte.
Krūmiņš führte die lose Lagerung ohne Säcke ein. Ein Tanklastwagen brachte das Mehl zum Gebäude, und Druckluft trieb es durch Rohre direkt in geschlossene Behälter. Das Entladen der Säcke, die Stapel und das verstreute Mehl auf dem Boden entfielen. Danach stellte Krūmiņš die Heizung auf Gas um und installierte neue technische Anlagen. Die Filiale verwandelte sich allmählich in einen modernen Bäckereibetrieb. Im Jahr neunzehnhundertsiebenundneunzig verlieh die Latvijas Maiznieku biedrība Krūmiņš den Titel eines Ehrenmeisters.
An dieser Adresse gibt es keine Bäckerei mehr. Heute befinden sich hier Wohnungen, Büros und ein Restaurant, doch der Durchgang im Vorderhaus führt weiterhin tief in das Grundstück hinein – dorthin, wo zu Krūmiņš’ Zeit der Tanklastwagen hineinfuhr und von wo aus das Mehl durch die Rohre weitergeleitet wurde, ohne einen Sack zu berühren.
Praktisch vor Ort
Städtisches Wohn- und Geschäftshaus; Außenbesichtigung von der Straße aus, geprüft am 29.06.2026.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Dies ist ein Wohngebäude ohne garantierten Zugang zum Inneren; betrachten Sie es von der Straße aus und suchen Sie im Treppenhaus nicht nach der Wohnung von Raisters.
