Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Blaue Fliesen
- Frauenfiguren
- Adler und Widderköpfe
- Atlanten unter dem oberen Gesims
Die Geschichte des Ortes
Unterricht war bei diesem Haus von Anfang an Teil des Konzepts: Es wurde für eine Privatschule in Auftrag gegeben, und neben den Wohnräumen waren auch Klassenräume vorgesehen. Später folgten hier deutsche Schulen, eine estnische und eine russische Schule aufeinander, danach ein Technikum. Die blauen Fliesen, Frauenfiguren, Adler, Widderköpfe und Atlanten unter dem Gesims sind aus den ersten Jahren des Hauses erhalten geblieben, obwohl im Inneren nur einzelne alte Details überdauert haben. Jetzt wird in diesen Mauern wieder gelernt.
Anfang der neunziger Jahre befand sich hinter dieser blau-weißen Fassade das Wohnheim eines Bautechnikums. Die Handelshochschule Stockholm kam nicht wegen der Schönheit des Gebäudes hierher, sondern weil sich mit dem Gebäude der Beitrag zu einer neuen Hochschule begleichen ließ.
Für diese Hochschule setzte sich Staffan Burenstam Linder ein, der Rektor der Handelshochschule Stockholm und ehemalige Handelsminister Schwedens. Nach dem Zusammenbruch des sowjetischen Wirtschaftssystems wollte er in Riga Wirtschaftswissenschaftler und Führungskräfte für alle drei baltischen Länder ausbilden. Der Unterricht sollte auf Englisch stattfinden: Die Absolventen sollten Unternehmen gründen und Organisationen umgestalten, die künftig nach den Regeln der Marktwirtschaft arbeiten sollten.
Im Jahr neunzehnhundertzweiundneunzig stellten Vertreter der Handelshochschule Stockholm dem Lettischen Bildungsministerium das Konzept vor. Minister Andris Piebalgs erreichte, dass Lettland das Haus in der Strēlnieku iela vier a in das gemeinsame Unternehmen einbrachte. Das Gebäude wurde auf fast vierhundertzweiundachtzigtausend Lats geschätzt – das entsprach neunundvierzig Prozent des Kapitals der künftigen Hochschule. Die schwedische Seite brachte etwas mehr als fünfhunderttausend Lats ein und erhielt einundfünfzig Prozent. So wurde das ehemalige Wohnheim zum Anteil Lettlands an einem internationalen Bildungsprojekt.
Der Umbau begann im Dezember neunzehnhundertdreiundneunzig, konnte jedoch bis zur Aufnahme des ersten Jahrgangs nicht abgeschlossen werden. Die sechsundfünfzig aufgenommenen Studierenden wurden mehrere Monate lang an der Fakultät für Geographie der Universität Lettlands unterrichtet. Erst im Herbst wechselten sie hierher. Im November neunzehnhundertvierundneunzig eröffneten der Präsident Lettlands Guntis Ulmanis und der schwedische König Carl XVI. Gustaf das renovierte Haus. Schon für den nächsten Jahrgang nahm man Studierende aus Lettland, Litauen und Estland auf.
Für die Hochschule wählte man ein Gebäude, das bereits für Unterrichtszwecke errichtet worden war. Im Jahr neunzehnhundertfünf kaufte der wohlhabende russische Beamte und Berater des Zaren Stepan Nikolajewitsch Mitussow dieses Grundstück für eine Privatschule und beauftragte den Bauingenieur Michail Eisenstein mit dem Entwurf. Ein Jahr später hielt der städtische Amtsarzt fest, dass die Wohnräume fertig seien, die Räume der Schule und der Keller jedoch noch nicht. Mitussows eigene Einrichtung konnte sich hier nicht dauerhaft etablieren: Die ersten Schüler, die auf Dauer hier unterrichtet wurden, waren Jungen einer deutschen Schule. Später waren in dem Haus deutsche Schulen, eine estnische und eine russische Schule untergebracht, danach ein Technikum und dessen Wohnheim.
Nach dem Umbau blieben von der alten Innenausstattung nur einzelne Details erhalten. Eisensteins Fassade dagegen blieb bestehen: Die blauen Fliesen, Frauenfiguren, Adler, Widderköpfe und Atlanten unter dem oberen Gesims gehören zu dem Gebäude aus dem Jahr neunzehnhundertfünf. Hinter ihnen befinden sich wieder Unterrichtsräume – nur wurde Mitussows Name auf dem Schild durch die Stockholm School of Economics in Riga ersetzt.
Praktisch vor Ort
Aktiv genutztes Lehrgebäude; Außenbesichtigung von der Straße, geprüft am 29.06.2026.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Hochschule ist in Betrieb; beschränken Sie sich daher auf die Besichtigung von der Straße und gehen Sie nicht hinter Studierenden oder Mitarbeitern hinein.
