Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Gewölbebogen in einem Wohnhaus
- Löwenköpfe auf den Schlusssteinen
- Langer gelber Kasernenbau
Die Geschichte des Ortes
Von den früheren acht Stadttoren Rigas ist nur diese Durchfahrt erhalten. Man nennt sie Schwedentor, zur Erinnerung an die Garnison der schwedischen Krone, die an der äußeren Befestigungslinie einquartiert war. Das Gewölbe des Bogens verläuft unter Wohnräumen, und auf den steinernen Keilsteinen des Gewölbes sind noch Löwenköpfe zu sehen. Gegenüber erstreckt sich ein gelber Kasernenbau aus dem achtzehnten Jahrhundert, und die Straßen zu beiden Seiten des Bogens wurden einst durch die mittelalterliche Stadtmauer getrennt.
Im Jahr sechzehnhundertsiebenundneunzig verlangten die Hausbesitzer in der Turmstraße, dass man ihnen den kurzen Weg ins Zentrum Rigas zurückgebe. Sie lebten auf einem schmalen Streifen zwischen zwei Befestigungen. Auf der einen Seite stand die mittelalterliche Steinmauer, auf der anderen die neueren Erdwälle und Bastionen. Hier siedelten sich Kleinhandwerker an, die Werkstätten am Haus betrieben, und hier war die Garnison untergebracht. Um ein Erzeugnis zum Auftraggeber zu bringen oder vom Posten in die innere Stadt zu gelangen, musste man die alte Mauer durch andere Tore umgehen.
Ein Loch ins Mauerwerk zu brechen, genügte nicht mehr. Im Laufe des siebzehnten Jahrhunderts war die Mauer auf beiden Seiten umbaut worden, und an der benötigten Stelle versperrte das Wohnhaus von Gerd Heidemann den Weg. Die Durchfahrt sollte sein Erdgeschoss einnehmen. Der Eigentümer erlaubte den Umbau, und Erik Dahlbergh, Generalgouverneur von Livland und Militäringenieur, der für die Rigaer Befestigungen zuständig war, ordnete den Beginn der Arbeiten an.
Im März sechzehnhundertachtundneunzig betraten die Bauleute Heidemanns Haus. Bis November brachen sie eine gewölbte Durchfahrt auf der Verlängerung der heutigen Brauerstraße durch – damals hieß sie Große Brauerstraße. Den Bogen verkleidete man mit behauenem Stein; auf den Schlusssteinen meißelte man Löwenköpfe und das Baujahr ein. Aus dem Privathaus wurde ein städtischer Eingang: Über den Passanten blieben Wohnräume, darunter entstand eine Straße.
Der Durchgang verkürzte den Weg, hob die Kontrolle aber nicht auf. Die massiven Torflügel öffnete man bei Tagesanbruch und verschloss sie nach Sonnenuntergang. Die Schlüssel wurden im Rathaus Riga aufbewahrt, am Tor standen Patrouillen. Die Bewohner wurden gefragt, wohin und zu wem sie gingen. Heidemann gab einen Teil seines Hauses ab, die Bürger erhielten einen direkten Ausgang zur Turmstraße und die Soldaten einen Weg zwischen den Kasernen und dem inneren Riga.
Die Schweden im Namen sind Soldaten der schwedischen Krone, deren Garnison nach der Einnahme der Stadt im Jahr sechzehnhunderteinundzwanzig in Riga lag. Ihre Kasernen befanden sich außerhalb der mittelalterlichen Mauer bei den neuen Wällen. Das Tor wurde unter schwedischer Verwaltung und für die Verbindung mit dem Garnisonsviertel eingerichtet; deshalb setzte sich der Name Schwedentor durch.
Der lange gelbe Bau gegenüber entstand später: Es sind steinerne Kasernen aus dem achtzehnten Jahrhundert, die die früheren Militärbauten ersetzten. Die räumliche Verbindung blieb dieselbe. Die Lärmstraße, die Lärmstraße, liegt auf der Innenseite der ehemaligen Mauer, die Turmstraße auf der Außenseite, und dazwischen verläuft weiterhin der durch das Haus von Gerd Heidemann gebrochene Bogen. Von den acht Rigaer Stadttoren ist nur dieses erhalten geblieben.
Praktisch vor Ort
Das Tor kann von der Straße aus besichtigt werden und bleibt ein genutzter Fußgängerdurchgang. Am besten hören Sie in der Nähe zu, ohne direkt unter dem Bogen stehen zu bleiben oder den Verkehr zu behindern.
