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Kleinseitner Ring und St.-Nikolaus-Kirche auf der Kleinseite

Malostranské náměstí / Kostel sv. Mikuláše

Zum Schluss werden die Kirche und der städtische Turm auseinandergehalten, die wie ein einziges Bauwerk wirken.

15 Min.
Der Kleinseitner Ring in Prag mit der Fassade und der Kuppel der St.-Nikolaus-Kirche auf der Kleinseite.
David Short · CC BY 2.0; cropped/resized for app
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Die Kuppel der St.-Nikolaus-Kirche auf der Kleinseite
  • Das Wappen der Kolovrat über dem Hauptportal
  • Die separate Tür des städtischen Turms
  • Das Wappen der Kleinseite über der Tür

Die Geschichte des Ortes

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Die Kuppel der St.-Nikolaus-Kirche auf der Kleinseite erhebt sich über der Mitte des Kleinseitner Rings. Vor der heutigen Kirche stand hier eine Pfarrkirche, die den Namen des Schutzpatrons der Kaufleute, Seeleute und Reisenden trug; für den Hauptmarkt der Kleinseite war ein solches Patrozinium naheliegend. Die Jesuiten errichteten daneben ein Haus für Ordensmitglieder, die bereits ihre endgültigen Gelübde abgelegt hatten, und rissen für den Komplex zwölf Häuser, eine Schule, eine Rotunde und Friedhöfe ab. Seither nimmt die Kirche die Mitte des Marktes ein, und der Platz ist in einen oberen und einen unteren Teil geteilt.

Im Jahr eintausendsechshundertvierundfünfzig verfügte der zwanzigjährige Graf Václav Libštejnský z Kolovrat, den Jesuitenorden zu seinem gesamten Erben einzusetzen. Der junge Graf war bereits dem Orden beigetreten, wollte nach dem Armutsgelübde leben und eine Kirche mit einem Haus für seine Ordensbrüder auf der Kleinseite finanzieren. Er übergab ganze Güter und entzog sich damit die Einkünfte eines Grundbesitzers.

Die Jesuiten hatten zu diesem Zeitpunkt bereits einen Bauplatz. Im Jahr eintausendsechshundertdreiundzwanzig erhielten sie die alte Pfarrkirche mitten auf dem Hauptmarkt der Kleinseite. Sie war bereits im Jahr eintausendzweihundertdreiundachtzig dem Heiligen Nikolaus geweiht worden. Nikolaus war im vierten Jahrhundert Bischof der Stadt Myra; er wurde als Schutzpatron der Kaufleute, Seeleute und Reisenden verehrt. Warum die mittelalterlichen Stadtbewohner gerade dieses Patrozinium wählten, erklären die Dokumente nicht, doch für eine Kirche auf einem Marktplatz war ein solcher Heiliger naheliegend. Die barocke Kirche übernahm den Namen ihrer Vorgängerin.

Václav sah die heutige Kirche nicht mehr. Er starb im Jahr eintausendsechshundertneunundfünfzig in Rom, im Alter von fünfundzwanzig Jahren. Nach seinem Tod floss das vermachte Vermögen in den Bau. Die Jesuiten errichteten hier ein Professhaus – eine Residenz für Ordensmitglieder, die bereits ihre endgültigen Gelübde abgelegt hatten – und eine riesige Kirche. Für den Komplex rissen sie zwölf Häuser, die alte Schule und die Rotunde des Heiligen Wenzel ab und schlossen Friedhöfe. Das Gebäude nahm die Mitte des Marktes ein und festigte die Teilung des Kleinseitner Rings in einen oberen und einen unteren Teil.

Václavs Verwandter František Karel Libštejnský z Kolovrat hatte ein Vorkaufsrecht auf die vermachten Ländereien. Er setzte sich dafür ein, dass der Beitrag der Familie sichtbar blieb, gab Geld hinzu und stellte Bedingungen: Die Kolovrat sollten eine Familiengruft erhalten, und ihr Wappen sollte an der Kirche erscheinen. Das große Wappen über dem Hauptportal ist das Ergebnis dieser Vereinbarung. Václav verzichtete zugunsten des Ordens auf sein Erbe; sein Verwandter sorgte dafür, dass der Familienname dennoch an der Fassade erschien.

Der Bau nahm den Bewohnern der Kleinseite noch ein weiteres Bauwerk: Zusammen mit der alten Kirche rissen die Jesuiten den städtischen Glockenturm ab, in dem ein Platz für die Feuerwache vorgesehen war. Die Kleinseitner Ratsherren, die für die Brandwarnung zuständig waren, wollten den Beobachtungsturm nicht verlieren. Den Stadtbewohnern waren noch zwei verheerende Brände des sechzehnten Jahrhunderts im Gedächtnis. Die Ratsherren erreichten über die Kaiserliche Hofkanzlei, dass die Jesuiten auf eigene Kosten Ersatz bauten und ihn der Stadt übergaben.

Der Orden errichtete neben der Kirchenkuppel einen schlanken Turm, versuchte jedoch, ihn durch einen unterirdischen Gang mit der Kirchengruft zu verbinden. Seit dem Jahr eintausendsiebenhundertzweiundfünfzig wurde wegen dieses Eingangs prozessiert. Historiker vermuten, ein direkter Durchgang hätte den Jesuiten ermöglicht, die Kontrolle über den Turm zu behalten; eine genaue Erklärung findet sich in den Dokumenten nicht. Das Gericht gab der Stadt recht. Die Jesuiten mussten den Durchgang zumauern, und der Turm blieb kommunal.

Er wurde im Jahr eintausendsiebenhundertfünfundfünfzig fertiggestellt. Bis zum Jahr eintausendachthunderteinundneunzig wohnte oben ein Wächter: Bei einem Brand zeigte er die Richtung tagsüber mit einem roten Tuch und nachts mit einer Laterne an. Heute finden in der Kirche Gottesdienste statt, das ehemalige Professhaus wird von der Karls-Universität genutzt, und der städtische Turm hat einen separaten Eingang. Über dem Kirchenportal ist das Wappen der Kolovrat erhalten; über der Tür des Turms befinden sich das Wappen der Kleinseite und eine eigene städtische Hausnummer.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktEnde der Route
EintrittPlatz von außen; Kirche mit Eintrittskarte

St. Nikolaus: saisonale Öffnungszeiten, im Sommer gewöhnlich 9:00–18:00 außer an kürzeren Freitagen/Samstagen; letzter Einlass 15 Minuten vor Schließung.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Überqueren Sie Straßen nur an erlaubten Stellen und hören Sie den Bericht nicht auf der Fahrbahn. Für Kirche und Glockenturm können unterschiedliche Besuchsregelungen gelten.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Beenden Sie den Spaziergang zwischen dem Kirchenportal und dem separaten Eingang zum städtischen Turm.

Stopp 8 von 8Ende der Route

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Kleinseite und Kampa: Prag am Wasser“ — 8 Stopps, etwa 2,3 km, 3–3,5 Stunden.

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