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Kampa und Teufelsbach

Kampa / Čertovka

Der Kanal und das Mühlrad werden die Anlage der Insel mit dem Rechtsstreit um das Recht auf den Besitz von Wasser und Einkünften verbinden.

15 Min.
Die Insel Kampa in Prag mit Bäumen, Wasser und historischen Häusern.
K. Martens · Public Domain; cropped/resized for app
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Worauf achten

  • Das hölzerne Mühlrad
  • Das Bett des Teufelsbachs
  • Der Bau des Velkopřevorský mlýn

Die Geschichte des Ortes

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Kampa entstand aus einem Uferstreifen, den das Wasser von der Kleinseite abtrennte. Bereits im zwölften Jahrhundert legten die Angehörigen des Johanniterordens (später Malteserorden) entlang der Moldau einen Mühlwasserlauf an; nach dem Bau des Altstädter Wehrs floss das Wasser oberhalb des Wehrs hinein, trieb die Mechanismen von drei Mühlen an und kehrte unterhalb davon in den Fluss zurück. Das Bett des Teufelsbachs am Velkopřevorský mlýn bewahrt die für die Arbeit mit Wasser geschaffene Grenze der Insel. Bis zum achtzehnten Jahrhundert nannte man dieses Stück Land einfach die Insel, und die Herkunft des Wortes Kampa bleibt umstritten.

Im Jahr eintausendfünfhundertfünfundneunzig beschloss die verschuldete Witwe Anna Lorenzová, den hier stehenden Štěpánovský mlýn an ihren Gläubiger zu verkaufen – die Stadtgemeinde der Kleinseite. Die Kleinseite war damals eine eigenständige Stadt am Fuß der Prager Burg. Für Anna war die Mühle ein Besitz, mit dem sie ihre Schulden begleichen konnte. Für die Gemeinde war sie ein laufender Produktionsbetrieb am Wasser. Der Prior der örtlichen Angehörigen des Johanniterordens (später Malteserorden) versuchte, das Geschäft zu verhindern. Er wollte die Mühle in der besonderen Jurisdiktion des Ordens bewahren.

Den Wert dieses Besitzes schuf der Wasserlauf. Bereits im zwölften Jahrhundert legten die Angehörigen des Johanniterordens (später Malteserorden) entlang des Ufers einen Mühlkanal an; ob er vollständig von Menschen gegraben wurde oder teilweise einem natürlichen Flussbett folgte, ist nicht genau bekannt. Später stauten die Prager die Moldau mit dem Altstädter Wehr. Oberhalb davon stieg das Wasser um fast einen Meter, trat in den Kanal ein, drehte die Räder von drei Mühlen und kehrte erst unterhalb des Wehrs in den Fluss zurück. So wurde der Uferstreifen von der Kleinseite getrennt und zu einer Insel. Bis zum achtzehnten Jahrhundert nannte man sie einfach die Insel; die Herkunft des heutigen Namens Kampa bleibt umstritten.

Anna Lorenzová reichte ihre Beschwerde direkt bei Kaiser Rudolf II. ein. Genau ein Jahr später wurde der Verkauf genehmigt. Die Stadtgemeinde erhielt die Mühle, doch das Grundstück behielt seine Verpflichtungen gegenüber der maltesischen Jurisdiktion. Eigentümer und Richter eines Betriebs waren nun unterschiedlich.

Nach der Schlacht am Weißen Berg, bei der der Kaiser den Aufstand der böhmischen Stände niederschlug, übertrug man die Mühle dem Orden durch eine besondere kaiserliche Gunst. Die Bewohner der Kleinseite gaben nicht nach. Im Jahr eintausendsechshundertneunundzwanzig besetzten bewaffnete Stadtbewohner das Gebäude gewaltsam und verteidigten damit den Kauf ihrer Gemeinde. Die Besetzung beendete nichts: Der Rechtsstreit dauerte noch zweiundachtzig Jahre an. Erst im Jahr eintausendsiebenhundertelf erhielt der Johanniterorden (später Malteserorden) die Mühle endgültig.

Den Renaissancekern des heutigen Velkopřevorský mlýn errichtete man zwischen eintausendfünfhundertsiebenundneunzig und eintausendsechshundert, unmittelbar nach dem Kauf durch die Stadtgemeinde. Das große hölzerne Rad an der Mauer ist viel jünger: Man setzte es im Jahr eintausendneunhundertzweiundneunzig an die Stelle seiner verlorenen Vorgänger. Mehl mahlt es nicht mehr, doch es steht genau dort, wo die Strömung Wasser in Einkünfte verwandelte und weshalb Anna Lorenzová beim Kaiser Beschwerde einreichen musste.

Die Bezeichnung Teufelsbach kam um eintausendachthundertzweiundneunzig auf. Zuvor hieß der Kanal Strouha, also Wasserlauf, und danach Rožmberská strouha – nach dem Eigentümer der benachbarten Ländereien. Eine städtische Sage verbindet den neuen Namen mit Aloisie Němcová, einer Bewohnerin eines Hauses am Malteserplatz. Sie soll die jungen Männer aus der Gegend beschimpft und versucht haben, sie zu vertreiben. Daraufhin malten sie sechs Teufel auf das Haus und erklärten Aloisie selbst zum siebten. Das Haus nannte man Haus Zu den sieben Teufeln, die Frau Teufelsbach; weil sie zum Wasserlauf ging, um Wäsche zu waschen, ging der Beiname auf das Wasser über. Dies ist nur eine Sage: Sicher bekannt ist allein das spätere Auftauchen der Bezeichnung. Das Haus ist als Straka-Palais erhalten, und von der Zeichnung ist, falls es sie überhaupt gab, nichts geblieben.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktMalteserplatz
Eintrittvon außen

Offener Inselbereich; der Zugang zu einzelnen Höfen und Veranstaltungen kann eingeschränkt sein.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Die besten Perspektiven bieten die frei zugänglichen Stege, doch die Durchgänge dort sind eng – halten Sie den Verkehr nicht auf. Steigen Sie nicht hinter den Absperrungen zum Wasser hinab.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie vom Rad zum Ordensplatz.

Stopp 4 von 8Weiter: Malteserplatz

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Kleinseite und Kampa: Prag am Wasser“ — 8 Stopps, etwa 2,3 km, 3–3,5 Stunden.

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