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John-Lennon-Mauer

Zeď Johna Lennona

Hier werden private Inschriften zum Anlass jährlicher öffentlicher Zusammenkünfte.

15 Min.
John-Lennon-Mauer in der Kleinseite mit farbigen Schichten von Inschriften.
Andrew Milligan Sumo · CC BY 2.0; cropped/resized for app
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Porträt von John Lennon
  • Große Wandkompositionen
  • Abschnitte mit Kreide- und Filzstiftinschriften
  • Mauer des Maltesergartens

Die Geschichte des Ortes

Textgröße

Mitte Dezember neunzehnhundertachtzig zeichnete jemand mit Kreide ein Kreuz auf einen vorspringenden Stein und schrieb: „Für John Lennon“. Der britische Musiker, einer der Gründer der Gruppe The Beatles, war wenige Tage zuvor in New York erschossen worden. Auf dem Prager Vorsprung erschienen Kerzen, Blumen, Fotos und Zeilen aus seinen Liedern. Der Stein sah wie ein Grabmal aus, obwohl Lennon nie hier begraben war.

Diese Ecke wurde gewählt, weil die Prager schon lange Gedichte, Liebeserklärungen und persönliche Botschaften auf der Mauer hinterließen. Bereits in den siebziger Jahren nannte man sie die Klagemauer. Nach Lennons Tod ersetzte der Künstler Stanislav Jiříček die Kreideinschrift durch eine mit einer Schablone angefertigte, fügte die Lebensdaten und ein Porträt hinzu. So blieb der Name des Musikers an der Mauer des Maltesergartens haften.

Im Frühjahr neunzehnhunderteinundachtzig überstrichen die kommunalen Dienste das Porträt und die Inschriften mit grüner Farbe. Die Menschen stellten sie wieder her. Man musste sie erneut überstreichen, manchmal täglich. Nach dem ersten Todestag Lennons ordneten Beamte an, den gesamten Abschnitt mitsamt dem symbolischen Grabmal mit einer fast drei Meter hohen Holztafel zu schließen. Die Tafel wurde mit Eisenklammern an der Mauer befestigt und für gewöhnliche Plakate vorgesehen.

Nachts kam Jiří Wolf mit Freunden hierher. Wolf verdiente seinen Lebensunterhalt als Arbeiter und schrieb Kindermärchen; bis dahin hatte er bereits dreieinhalb Jahre wegen Flugblättern und Wandinschriften im Gefängnis verbracht. Er wusste gut, was ihn ein weiterer solcher Streich kosten konnte. Die Männer brachten Spitzhacken mit, brachen die Klammern heraus und zogen die Tafel mitten auf der Straße herunter. Polizisten setzten ihnen nach. Die Flüchtenden kletterten über ein Tor in der Mauer, und Bewohner der Nachbarhäuser ließen sie durch Fenster und Höfe weiter.

Am Morgen brachten Arbeiter die Tafel wieder an. Wolf und seine Gefährten wiederholten den Vorstoß noch zweimal; jedes Mal gelang ihnen die Flucht, und jedes Mal wurden die Bretter wieder an ihren Platz gebracht. Sie konnten die Mauer nicht offen halten. Doch die Menschen begannen, sich jedes Jahr am achten Dezember beim geschlossenen Denkmal zu versammeln. Zunächst kamen sie mit Blumen, Kerzen und Gitarren, dann begann man hier Aufrufe gegen Atomwaffen und für die Freilassung politischer Gefangener zu unterschreiben. Die Polizei kontrollierte Ausweise, lud Beteiligte zu Verhören vor und löste die Versammlungen auf. So wurde der Abschnitt, auf dem früher private Gedichte hinterlassen wurden, zu einem Ort regelmäßiger öffentlicher Treffen.

Die Holztafeln wurden erst neunzehnhundertneunzig entfernt. Darunter entdeckte man erhaltene Fragmente des symbolischen Grabmals und der Inschriften vom Dezember neunzehnhunderteinundachtzig. Bald wurden sie von neuen Zeichnungen überdeckt.

Weder das erste Kreidekreuz noch Jiříčeks Porträt sind heute sichtbar. Das heutige Bildnis Lennons und die übrigen großen Kompositionen schufen spätere Künstler. Auf den dafür vorgesehenen Abschnitten dürfen Besucher mit Bleistift, Filzstift oder Kreide Inschriften hinterlassen; Sprühfarbe hat der Eigentümer der Mauer, der Johanniterorden (später Malteserorden), verboten.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktSova-Mühlen und Museum Kampa
Eintrittvon außen

Außenmauer im öffentlichen Stadtraum; beachten Sie die aktuellen Regeln der Eigentümer und das örtliche Wohnumfeld.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Suchen Sie nicht nach einem einzigen „authentischen“ Bild: Gerade ihre Wandelbarkeit macht den Sinn der Mauer aus. Zeichnen Sie nicht auf die benachbarten Fassaden oder auf Privateigentum.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie zur Kampa hinüber und halten Sie Kurs auf die Mühlen an der Moldau.

Stopp 2 von 8Weiter: Sova-Mühlen und Museum Kampa

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Kleinseite und Kampa: Prag am Wasser“ — 8 Stopps, etwa 2,3 km, 3–3,5 Stunden.

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