Stopp 6 von 9

Alter Jüdischer Friedhof

Starý židovský hřbitov / Old Jewish Cemetery

Hier führt der Missbrauch durch zwei Bedienstete zur Schaffung von Regeln, die weit über Prag hinaus übernommen werden.

15 Min.
Der Alte Jüdische Friedhof in Prag mit dicht gedrängten Reihen schräger Grabsteine.
Richard Mortel from Riyadh, Saudi Arabia · CC BY 2.0; cropped/resized for app
123456789

0 von 9 erledigt

Audioguide · aufgenommene StimmeOrtsgeschichte anhören

Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Grabplatten
  • Dichte Steinreihen
  • Eingemeißelte Namen

Die Geschichte des Ortes

Textgröße

Im Jahr eintausendfünfhundertvierundsechzig hingen die Bestattungen auf diesem Friedhof von zwei Krankenhausbediensteten ab. Die Jüdische Gemeinde Prag hatte sich noch nicht von der jüngsten Vertreibung erholt: Ein Teil der Menschen war fortgegangen, viele waren gestorben, und es gab niemanden mehr, der die Toten bestatten konnte. Die beiden verbliebenen Bediensteten lebten von den Begräbnisgebühren und verlangten von den Angehörigen enorme Summen dafür, den Leichnam aus dem Haus zu bringen und hierher zu schaffen. Die Gründungsurkunde beschuldigt sie auch, sich auf dem Weg zum Grab vergnügt zu haben. Familien ohne Geld mussten viele Tage auf die Bestattung warten.

Dem setzte Eliezer Ashkenazi ein Ende – ein Rabbiner und Arzt, der sich um eine würdige Bestattung für jedes Mitglied der Gemeinde bemühte. Gemeinsam mit einer Gruppe Prager Juden gründete er die Chewra Kadischa – die Heilige Begräbnisbruderschaft. Ihre Mitglieder besuchten Kranke, blieben bei Sterbenden, bereiteten den Leichnam vor, trugen ihn zum Friedhof und begruben ihn. Für diese Arbeit setzten die Gemeindevorsteher ihnen eine Bezahlung fest, doch die Brüder stellten eine Bedingung: Das Geld musste in einen gemeinsamen Wohltätigkeitsfonds fließen und durfte nicht zu ihrem persönlichen Verdienst werden.

Die Wohlhabenden zahlten mehr; ein armer Mensch sollte unabhängig davon bestattet werden, ob er zahlen konnte. Aus demselben Fonds verteilte man Hilfe an Bedürftige und kaufte Land zur Erweiterung des Friedhofs. So gab eine Entscheidung, die wegen zweier bezahlter Totengräber getroffen wurde, Prag eine Begräbnisbruderschaft, deren Satzung später zum Vorbild für jüdische Gemeinden in vielen Städten Europas wurde.

Benachbarte Grundstücke ließen sich nur von Zeit zu Zeit kaufen, und der jüdische Brauch verbot es, frühere Gräber zu stören. Wenn erneut kein Platz mehr vorhanden war, brachte die Prager Gemeinde Erde hierher und legte über der alten eine neue Reihe von Bestattungen an. Die früheren Grabsteine hob man auf die entstandene Oberfläche, damit die Namen der Verstorbenen sichtbar blieben. Nach Schätzungen von Forschern liegen an manchen Stellen bis zu zehn Bestattungsschichten unter der Erde.

Im Jahr eintausendsiebenhundertsiebenundachtzig hörte man auf, hier zu bestatten, als Kaiser Joseph II. Friedhöfe innerhalb von Wohnvierteln verbot. An der Oberfläche sind mehr als zwölftausend Steine erhalten, doch die Zahl der Bestatteten ist deutlich größer. Die Platten stehen auf einer heutigen Ebene, doch die Menschen, deren Namen in sie eingemeißelt sind, liegen auf verschiedenen Ebenen – manchmal um mehrere Bestattungen tiefer.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktKlausen-Synagoge
Eintrittvon außen

Saisonale Öffnungszeiten des Jewish Museum Prague; samstags und an jüdischen Feiertagen geschlossen.

Geprüft: 26. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Bleiben Sie auf dem markierten Weg und berühren Sie weder die Steine noch die hinterlassenen Zettel. Lassen Sie an engen Stellen andere Besucher vorbei und achten Sie auf Ihre Schritte.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie zwischen den Reihen bis zum Ausgang bei der Klausen-Synagoge.

Stopp 6 von 9Weiter: Klausen-Synagoge

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Josefov und die Altstadt: Gemeinschaften und Erinnerung“ — 9 Stopps, 1,6 km, 2–3 Std..

Ohne App Store und Google Play

Guide On Map als App installieren

Ein Symbol erscheint auf dem Startbildschirm; die Website öffnet sich ohne Browseroberfläche.

Android · Chrome
  1. Wenn unten „Jetzt installieren“ erscheint, tippe darauf und bestätige.
  2. Falls die Schaltfläche fehlt: Menü ⋮ → „App installieren“.
iPhone · Safari
  1. Tippe unten in Safari auf „Teilen“.
  2. Wähle „Zum Home-Bildschirm“ und dann „Hinzufügen“.
Symbol auf dem BildschirmVollbildmodusOffline-RoutenSpazierfortschritt