Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Meerjungfrau mit einer Schale
- Störche und Cherubim mit Musikinstrumenten
- Bänke und Schachtische
Die Geschichte des Ortes
Zwischen der Passyunk Avenue, der Tasker Street und der South 11th Street ist aus einem Betonkeil ein kleiner Stadtplatz entstanden. Vor ihm befanden sich hier nacheinander eine Tankstelle und ein Imbiss, dann stellte man in die Mitte des engen Dreiecks eine Brunnenanlage, die an die italienischen Wurzeln des Viertels erinnert. In der Schale sitzt eine Meerjungfrau, daneben stehen Störche und Cherubim mit Musikinstrumenten, und die Musik kam einst aus versteckten Lautsprechern. Bänke, Bäume und Schachtische kamen hinzu, nachdem man den Zaun entfernt und den Zugang zum Brunnen geöffnet hatte.
Ende der neunziger Jahre setzte sich der Stadtratsabgeordnete Jim Kenney dafür ein, dass an der Passyunk Avenue ein Treffpunkt entstand. Er liebte römische Plätze: Dort blieben die Menschen zwischen Wohnung, Laden und Restaurant noch eine Weile, statt gleich nach dem Einkauf auseinanderzugehen. Für South Philadelphia ersann er eine verkleinerte Version eines solchen Platzes – mit einem Brunnen in der Mitte.
Das passende Grundstück sah hoffnungslos aus: ein Betondreieck zwischen der Passyunk Avenue, der Tasker Street und der South 11th Street. Früher stand hier eine Tankstelle, später ein Imbiss mit Steak-Sandwiches. Im Jahr zweitausendeins kaufte die gemeinnützige Organisation Citizens Alliance das Grundstück, riss den Imbiss ab und zahlte rund fünfzigtausend Dollar für eine fertige Brunnenanlage. Weitere achtzigtausend kostete das Grundstück selbst.
Der Brunnen wurde im Jahr zweitausendvier eröffnet. Eine Meerjungfrau mit einer Schale, Störche und Cherubim mit Musikinstrumenten sollten an die italienischen Wurzeln des Viertels erinnern. Singing Fountain wurde der Brunnen wegen der versteckt angebrachten Lautsprecher in seiner Nähe genannt: Daraus spielte man Aufnahmen von Frank Sinatra und Tony Bennett. Wasser und Musik waren der Anreiz; Kenney setzte sich dafür ein, dass Menschen sich auf dem zuvor leeren Dreieck verabredeten und nach dem Mittagessen blieben.
Fünf Jahre später kam diese Einrichtung beinahe zum Stillstand. Ein Bundesgericht befand den Staatssenator Vincent Fumo und die Geschäftsführerin der Organisation, Ruth Arnao, der Korruption für schuldig. Citizens Alliance verlor sein Geld, entließ fünfzehn Mitarbeiter und stellte sogar die Straßenreinigung ein. Am Brunnen ging die Pumpe kaputt, die Meerjungfrau und zwei Cherubim funktionierten nicht mehr, und die Hälfte der Lautsprecher verschwand. Die Organisation sollte aufgelöst werden, und es gab niemanden, der die Reparatur ihres Eigentums bezahlen konnte.
Dann nahm sich Lynn Rinaldi, Mitinhaberin des Restaurants Paradiso, des Brunnens an. Sie war zwei Häuserblocks von hier aufgewachsen und verdiente nun ihr Geld auf genau jener Straße, die der Brunnen beleben sollte. Gemeinsam mit den Inhabern benachbarter Lokale veranstaltete Rinaldi den Abend „Rettet den Brunnen“. Mehr als ein Dutzend Restaurants und Geschäfte spendeten Essen, Getränke und die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter; die Bewohner kauften Eintrittskarten und brachten viertausend Dollar zusammen – die Summe, die für den Unterhalt eines Jahres nötig war. Die Pumpen konnten wieder in Betrieb genommen werden, und der Brunnen wartete auf einen neuen Eigentümer.
Im Jahr zweitausendelf übernahm die Passyunk Avenue Revitalization Corporation, die Nachfolgerin der früheren Organisation, das Grundstück. Ihr Direktor Sam Sherman ordnete an, den Eisenzaun abzubauen: Hinter ihm blieb der Brunnen eine Zierde, der man sich nicht nähern konnte. Arbeiter nahmen die Schale auseinander, stellten die Abdichtung wieder her und ersetzten Rohre und Pumpen. Ringsum wurden Bänke und Schachtische aufgestellt und Bäume gepflanzt. Erst damals wurde aus dem Dreieck endgültig der Platz, für den Kenney den Brunnen angestoßen hatte.
Der Unterhalt erfordert weiterhin Geld und Entscheidungen. Im Jahr zweitausendvierundzwanzig ersetzte dieselbe Corporation mehr als zweihundertzwanzig verlorene Fliesen und legte eine neue Entwässerung an. Die heutigen Bänke stehen dort, wo früher der Zaun verlief; unter der wiederhergestellten Schale liegen neue Rohre, und die Aufnahmen erklingen aus Lautsprechern, die man einst zusammen mit den Pumpen retten musste.
Praktisch vor Ort
Offener Platz; der Betrieb von Wasser, Ton und Veranstaltungen ändert sich je nach Saison und Reparaturen. Geprüft am 2026-06-30.
Geprüft: 30. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Der Brunnen kann wegen der Jahreszeit oder Wartungsarbeiten außer Betrieb sein, aber der Platz lässt sich auch ohne Wasser besichtigen. Gehen Sie nicht hinter vorübergehende Absperrungen und stören Sie weder Schachpartien noch örtliche Veranstaltungen.
