Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Haus Nr. 115
- Häuser Nr. 124 und Nr. 126
- Schild des Cafés „The Hearthstone“
- Reihe enger Häuser
Die Geschichte des Ortes
Die heutige Reihe enger Häuser entstand entlang einer Durchfahrt, die man im frühen achtzehnten Jahrhundert zwischen privaten Grundstücken für Wagen zum Fluss freigelassen hatte. Am Hafen fehlte Platz, deshalb diente das zur Straße gelegene Zimmer hier oft als Werkstatt, während dahinter die Familie eines Handwerkers lebte. In solchen Häusern arbeiteten Schmiede, Tischler, Schneider und Schuhmacher. Den Namen der Gasse gab der Schmied Jeremiah Elfreth, der in der Nähe Mietwohnungen baute, obwohl die Durchfahrt selbst schon vor seinen Häusern existierte.
Im August neunzehnhundertdreiunddreißig erfuhr Dolly Ottey, die Besitzerin des Cafés „The Hearthstone“ im Haus Nummer einhundertfünfzehn, dass die Farbenfabrik von George Wetherill hier bereits drei alte Häuser gekauft hatte – Nummer einhundertsechs, einhundertvierzehn und einhundertvierundzwanzig. Die Produktionsgebäude rückten bis dicht an die Hinterhöfe heran, und die neuen Erwerbungen könnten hinter einer Fabrikmauer verschwinden.
Ottey verdiente ihr Geld mit preiswerten Mittagessen. Sandwiches im „The Hearthstone“ kosteten zehn oder fünfzehn Cent, die Gäste wurden in den Zimmern eines engen alten Hauses bedient. Sie hatte kein Geld, um die Nachbargebäude freizukaufen. Sie schrieb an die Sonntagszeitung Evening Bulletin und fragte, wie sich der Abriss stoppen lasse.
Den Brief las Frances Anne Wister, die Leiterin der erst kürzlich gegründeten Philadelphia Society for the Preservation of Landmarks. Sie verstand es, die Unterstützung wohlhabender Stadtbewohner zu gewinnen und mit kommunalen Beamten zu verhandeln. Am achtundzwanzigsten März neunzehnhundertvierunddreißig gründeten die Bewohner die Elfreth's Alley Association: Florence Greer wurde Vorsitzende, Dolly Ottey ihre Stellvertreterin.
Damit die Stadtbewohner die Gasse schützen wollten, ließen die Anwohner sie dorthin, wohin sie sonst keinen Zutritt hatten: in ihre Häuser. Zum ersten Tag der offenen Tür kamen Hunderte von Menschen. Acht Jahre später erreichte die Zahl der Gäste fast zweitausend. Der Elfreth's Alley Day wurde zu einer jährlichen Spendensammlung. Zugleich reichten Mitglieder der Vereinigung Petitionen gegen die Fabrik ein und verhinderten Abrisse bisweilen allein durch ihre Anwesenheit an den Häusern. Wisters Gesellschaft überzeugte den Bürgermeister, mehrere Abbruchanordnungen auszusetzen.
Otteys Café selbst brachte keinen Erfolg. Bereits neunzehnhundertsechsunddreißig bat sie Wister, ihr wegen einer unbezahlten Rechnung bei Verhandlungen mit dem Gasversorger zu helfen, und neunzehnhundertzweiundvierzig schloss sie „The Hearthstone“. Die Vereinigung setzte ihre Arbeit fort, und im folgenden Jahr wurde das Haus Nummer einhundertfünfzehn ihr Hauptquartier.
Das Haus Nummer einhundertvierundzwanzig, um dessentwillen Ottey den Kampf begann, erklärt auch den Namen der Gasse. Im Jahr siebzehnhundertdrei überließen die Grundbesitzer Arthur Wells und John Gilbert schmale Streifen ihrer Grundstücke als Durchfahrt für Wagen zum Fluss. In der Nähe des Hafens fehlte Raum für Wohnungen und Werkstätten, deshalb ließen sich entlang der Durchfahrt Schmiede, Tischler, Schneider und Schuhmacher nieder; das vordere Zimmer diente oft als Werkstatt, die übrigen als Wohnung der Familie.
Etwa seit siebzehnhundertfünfzig begann man, die Durchfahrt nach Jeremiah Elfreth zu nennen – einem Schmied und Eigentümer von Land auf beiden Seiten des Ausgangs zur Second Street. Er baute hier Häuser zur Vermietung, darunter Nummer einhundertvierundzwanzig und das ursprüngliche Haus Nummer einhundertsechsundzwanzig, und verkaufte sie später. Elfreth gründete die Gasse nicht: Grundstücksgeschäfte am Eingang sorgten dafür, dass sich sein Familienname durchsetzte.
Heute befindet sich in den Häusern Nummer einhundertvierundzwanzig und einhundertsechsundzwanzig ein Museum, die übrigen Gebäude bleiben überwiegend Privatwohnungen. In der Museumssammlung wird das Schild des „The Hearthstone“ aufbewahrt – des Cafés, dessen Besitzerin die Gasrechnung nicht bezahlen konnte, aber noch verhindern konnte, dass die Fabrik ein Haus verschlang, das der Mann gebaut hatte, dessen Namen Elfreth's Alley trägt.
Praktisch vor Ort
Dies ist eine Wohnstraße: Bleiben Sie im öffentlichen Durchgang, schauen Sie nicht in die Fenster und blockieren Sie für Fotos keine Türstufen.
