Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Bronzequadriga
- Zwei geflügelte Figuren
- Reliefs an den Fassaden
Die Geschichte des Ortes
Der Arc de Triomphe du Carrousel diente als feierlicher Eingang zum Tuilerienpalast und zugleich als Denkmal für die militärischen Siege Frankreichs. Reliefs an seinen Fassaden zeigen die Kapitulation von Ulm, den Einzug französischer Truppen in München und Wien sowie Austerlitz; darüber sind zwei geflügelte Siege zu sehen. Das Bauwerk wird von einer bronzenen Quadriga gekrönt, einem Wagen mit vier Pferden und einer weiblichen Figur, die man später Frieden nannte.
Der Bogen erhielt seinen Namen von der Place du Carrousel. Am fünften und sechsten Juni sechzehnhundertzweiundsechzig veranstaltete der dreiundzwanzigjährige Ludwig XIV. hier den Grand Carrousel – Reitwettbewerbe zu Ehren der Geburt seines Sohnes Louis, des Thronerben. Für das Turnier zerstörte man die Blumenparterres vor dem Tuilerienpalast und errichtete Tribünen.
Das Fest sollte auch die Versöhnung des Königs mit dem französischen Adel zeigen. Kurz zuvor war die Fronde zu Ende gegangen, eine Folge von Bürgerkriegen, in denen hochrangige Adlige gegen die königliche Regierung aufgetreten waren. Nun teilten sich fast dreizehnhundert Reiter in kostümierte Abteilungen. Ludwig führte die „Römer“ an, während der Prinz von Condé, der zuvor eine Rebellenarmee befehligt hatte, vor ihm in der Rolle des Anführers der „Türken“ ausritt. Nach der zweitägigen Aufführung wurde der ehemalige Garten zum Paradehof des Tuilerienpalasts und behielt den Namen Carrousel.
Die vier Pferde an der Spitze des Bogens stammen aus einer anderen Geschichte von Menschen. Napoleon der Erste ließ ihn im Jahr achtzehnhundertsechs als feierliches Tor des Tuilerienpalasts und als Denkmal für die Siege der Grande Armée errichten. Auf den Reliefs zeigte man die Kapitulation von Ulm, den Einzug der Franzosen in München und Wien sowie Austerlitz. Oben stellte man antike bronzene Pferde auf, die von der Fassade der Markusbasilika in Venedig stammten. Französische Truppen hatten sie nach der Eroberung Venedigs im Jahr siebzehnhundertsiebenundneunzig fortgebracht. Kriegsbeute krönte die Erzählung von neuen Eroberungen.
Nach Napoleons Niederlage bei Waterloo forderten die Alliierten die Rückgabe der erbeuteten Kunstwerke. Am fünfundzwanzigsten September achtzehnhundertfünfzehn kamen zwei österreichische Offiziere zu Dominique-Vivant Denon, dem Direktor des Musée Napoléon und einem der Gestalter des Schmucks des Bogens. Denon versuchte, den Abbau der kaiserlichen Sammlung zu verhindern. Er erklärte, der Bogen sei ein städtisches Denkmal und unterstehe ihm nicht. Als die Offiziere nach der Adresse des Architekten fragten, antwortete Denon, dass er seit einem Jahr nicht wisse, wo dieser sei, und hielt das Gespräch anschließend unverzüglich in einem Protokoll fest.
Diese List verschaffte nur einen Aufschub. Österreichische Soldaten besetzten den Hof des Tuilerienpalasts und die Place du Carrousel, der britische Militäringenieur William Dumaresq leitete das Herablassen der Pferde. Man schickte sie nach Venedig und stellte sie wieder über dem Eingang der Markusbasilika auf. Napoleon war zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Weg ins Exil nach St. Helena, und Denon verließ das Museum kurz darauf.
Man beraubte den Bogen eines Teils seines Schmucks und plante, ihn abzureißen. Ludwig XVIII., der auf den französischen Thron zurückgekehrte König aus der Dynastie der Bourbonen, beschloss, die kaiserlichen Bauten zu bewahren und sie zum Ruhm seiner eigenen Dynastie umzugestalten. Der Bildhauer François Joseph Bosio schuf eine neue Quadriga – einen Wagen mit vier bronzenen Pferden. In dem Wagen steht eine weibliche Figur, die die Rückkehr der Bourbonen auf den Thron verkörperte; später nannte man sie Frieden. In ihren Stab setzte Bosio ein Medaillon mit dem Porträt Ludwigs XVIII.
Nach der Revolution von achtzehnhundertdreißig brachte man die napoleonischen Reliefs wieder am Bogen an. Über ihnen blieben Bosios Pferde, zwei geflügelte Siege und der Stab mit dem Gesicht des Bourbonenkönigs. Die echten venezianischen Pferde befinden sich im Museum der Markusbasilika. An der Place du Carrousel nimmt eine Quadriga ihren Platz ein, die als Ersatz für die Trophäe in Auftrag gegeben wurde, die Denon nicht festhalten konnte.
Praktisch vor Ort
Frei zugänglicher Außenpunkt; der Durchgang kann sich bei Veranstaltungen im Louvre und im Tuileriengarten ändern.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Sehen Sie sich den Bogen von beiden Seiten an: Die Details verteilen sich auf die Fassaden und die obere Ebene. Bleiben Sie nicht direkt im Durchgang stehen, den Fußgänger ständig benutzen.
