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Igreja de São Francisco de Assis

Igreja de São Francisco de Assis

Hier wird klar, warum das Recht auf eine eigene Messe die Bruderschaft einen jahrelangen Rechtsstreit kostete.

25 Min.
Fassade der Igreja de São Francisco de Assis in Ouro Preto.
Alexandre Amorim Fotografo · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Die Szene der Stigmata über dem Eingang
  • Das Wappen der Ordem Franciscana
  • Das Wappen des Königreich Portugal
  • Das Steinportal

Die Geschichte des Ortes

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Der zentrale Streit um diese Kirche begann mit einer Frage, die man ihrer Fassade nicht ansieht: Wer sollte hier die feierliche Messe zelebrieren, und wem sollten die damit verbundenen Gebühren zustehen?

Die Ordem Terceira de São Francisco entstand im Jahr eintausendsiebenhundertsechsundvierzig in Vila Rica. Die Bruderschaft besaß damals keine eigene Kirche: Ihre Mitglieder versammelten sich zunächst in einer fremden Kapelle, später in der Pfarrkirche des Viertels Antônio Dias. Hinter dem Altar hatte dort der Pfarrer das Sagen. Er leitete Gottesdienste, Begräbnisse und Seelenmessen und erhielt die festgelegten Zahlungen. Für ihn war das ein Einkommen. Für die Brüder hingegen – die Menschen traten dem Orden zu Lebzeiten bei und zahlten Beiträge – gehörten die Beisetzung im Ordensgewand und die bestellten Gebete für die Seele zum Vertrag mit der Bruderschaft.

Die Brüder wollten diese Riten durch einen eigenen Priester vollziehen lassen. Im Jahr eintausendsiebenhundertneunundfünfzig wählten sie Feliciano Pires de Castro zu ihrem Bevollmächtigten – einen Priester, Edelmann des königlichen Hauses und Kommissar der Inquisition mit guten Verbindungen in Portugal. Er sollte für die Bruderschaft die Erlaubnis erwirken, eine eigene Kapelle zu bauen und dort öffentliche wie private Gottesdienste ohne Einmischung des Pfarrers abzuhalten.

Das erste Gesuch lehnte die Krone ab. Während die Unterlagen zwischen Vila Rica, Rio de Janeiro und Lissabon hin- und hergingen, bereiteten die Brüder das Grundstück vor und begannen im Jahr eintausendsiebenhundertfünfundsechzig mit dem Bau. Sie investierten bereits Geld in die Mauern, obwohl sie die endgültige königliche Lizenz noch nicht erhalten hatten. Der Rechtsstreit dauerte etwa zwölf Jahre.

Im Jahr eintausendsiebenhunderteinundsiebzig war das Gebäude fast fertig, und die Erlaubnis traf endlich ein. Zur Eröffnung veranstalteten die Brüder hier zu ihren Bedingungen eine feierliche gesungene Messe. Der Pfarrer reagierte mit einer Klage: Er war der Ansicht, die Bruderschaft habe ihm das Recht genommen, den Gottesdienst zu leiten und die ihm zustehenden Zahlungen zu erhalten. Das Verfahren ging weiter, doch der erste Ritus hatte bereits stattgefunden. Die Ordensmitglieder waren keine Gäste mehr an einem fremden Altar und erhielten eine eigene Kirche, eigene Begräbnisse und einen Versammlungsort.

Die Kirche wurde nach Franz von Assisi benannt, dem italienischen Prediger und Gründer der franziskanischen Bewegung. Die Brüder betrachteten sich als seine weltlichen Nachfolger. Als sie Antônio Francisco Lisboa (Aleijadinho) mit der steinernen Gestaltung des Eingangs beauftragten, setzte der Meister über die Tür eine Szene, die die Widmung erklärt. Nach katholischer Überlieferung erschienen Franziskus während des Gebets die Stigmata – Wunden, ähnlich denen des gekreuzigten Christus. Genau diese Szene ist dort in Stein gehauen, wo sich bei einer gewöhnlichen Kirche ein Rundfenster befände.

Darunter sind zwei Wappen erhalten: das der Ordem Franciscana und das des Königreich Portugal. Das erste steht für die Bruderschaft, die um einen eigenen Altar kämpfte; das zweite für die Krone, von der sie zwölf Jahre lang auf die Erlaubnis wartete. Die Pfarrkirche von Antônio Dias blieb in einem anderen Teil der Stadt, und die Messen des Ordens werden bis heute hier gefeiert, in einem eigenen Gebäude auf dem von den Brüdern erworbenen Grundstück.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort25 Min.
Nächster PunktRua Conde de Bobadela (historisch Rua Direita)
Eintrittmit Ticket

Di–So 08:30–17:00; Mo geschlossen; Besuch mit Eintrittskarte oder gegen Spende, am Eingang nachfragen.

Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Treten Sie zunächst vom Eingang zurück, um die Fassade als Ganzes zu sehen, und betrachten Sie dann das Portal aus der Nähe. Erkundigen Sie sich beim Personal nach den Regeln für Aufnahmen der Decke und nach dem Zugang während eines Gottesdienstes.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Kehren Sie zum oberen Platz zurück und beginnen Sie den Abstieg über die Rua Conde de Bobadela (historisch Rua Direita).

Stopp 4 von 8Weiter: Rua Conde de Bobadela (historisch Rua Direita)

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Ouro Preto: Gold, Steuern und Aufstände“ — 8 Stopps, 3,4 km, 3 Std. 15 Min..

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