Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Stahlbetonspanne
- Geländer mit traditionellen Aufsätzen
- Innerer Wassergraben
Die Geschichte des Ortes
Die Gokurakubashi-Brücke liegt über dem inneren Wassergraben, und die glatte Stahlbetonspanne ist hier von Geländern mit traditionellen Aufsätzen eingefasst. Ihr Name entstand schon vor der Burg: Als an dieser Stelle die Klosteranlage Ishiyama Hongan-ji stand, führte der Übergang zum Amida-Tempel, und Gokuraku nannte man das buddhistische Reine Land. Den Übergang selbst baute man mehrfach um, doch der Name überlebte sowohl die frühe Holzbrücke als auch den Übergang aus der Zeit der Shogune.
Im Jahr eintausendfünfhundertsechsundneunzig ließ Toyotomi Hideyoshi den nördlichen Übergang über den inneren Wassergraben hier neu anlegen. Es entstand ein überdachter Brückenkorridor mit Wänden, einem Dach und einem kleinen Turm über der Brückenöffnung. Dafür wurden enorme Mittel aufgewendet: Hideyoshi bereitete sich darauf vor, Gesandte des Ming-Kaiserreichs zu empfangen.
Vier Jahre zuvor hatte Hideyoshi, der Japan geeint hatte und seine Besitzungen auf dem Festland auszudehnen hoffte, Truppen auf die Koreanische Halbinsel geschickt. Der koreanische Widerstand und das Eingreifen der Ming-Armee hielten den Vormarsch auf. Verhandlungen begannen, doch die Vermittler, die Frieden anstrebten, übermittelten nach Peking nur einen Teil von Hideyoshis Bedingungen.
Bei dem Empfang, für den die Prunkbrücke errichtet worden war, überreichten die Gesandten ihm eine Urkunde des Ming-Kaisers. Darin wurde Hideyoshi zum Vasallen des Reiches erklärt und erhielt den Titel König von Japan; seine eigenen Forderungen fanden sich nicht in dem Dokument. Die Erzählung, er habe die Urkunde vor Wut zerrissen, entstand später: Das erhaltene Original weist keine Risse auf. Den vorgeschlagenen Frieden lehnte Hideyoshi jedoch ab. Die Verhandlungen scheiterten, und japanische Truppen fielen erneut in Korea ein. Hideyoshi starb während dieses Feldzugs, woraufhin die Truppen abgezogen wurden.
Die überdachte Brücke stand hier nur wenige Jahre. Im Jahr eintausendsechshundert wurde sie abgebaut und nach Kyoto zum Mausoleum Hideyoshis versetzt. Dort wurde ein ehemaliger Teil der Brücke zu einem Tor. Als man begann, die Bauten des Mausoleums zu entfernen, beauftragte Toyotomi Hideyori – Hideyoshis Sohn, der den Erhalt der Bauten seines Vaters anstrebte – seinen Vormund und Bauleiter Katagiri Katsumoto damit, das Tor noch einmal versetzen zu lassen. Im Jahr eintausendsechshundertzwei schickte man es zum Hōgon-ji auf der Insel Chikubushima, und ein Jahr später wurde es am Eingang zur Halle der Göttin Kannon aufgebaut. Als die Toyotomi-Familie beim Fall der Burg Ōsaka unterging, befand sich dieser Brückenteil bereits mitten im Biwa-See.
Der Name überlebte sowohl Hideyoshis Holzbrücke als auch die spätere Brücke der Shogune. „Gokuraku“ bedeutet das buddhistische Reine Land. Man nimmt an, dass der Name schon vor der Burg entstand, als hier die Klosteranlage Ishiyama Hongan-ji stand und der Übergang zum Amida-Tempel führte.
Die heutige Gokurakubashi-Brücke wurde im Jahr eintausendneunhundertfünfundsechzig errichtet. Ihre Pfeiler und Träger bestehen aus Stahlbeton; Geländer mit traditionellen Aufsätzen bewahren ihr altes Erscheinungsbild. Der überdachte Korridor, der für die Ming-Gesandten gebaut worden war, ist hier nicht vorhanden. Sein mutmaßlich erhaltener Teil – das schwarz lackierte Karamon-Tor mit Vergoldung und farbigen Schnitzereien – steht im Hōgon-ji und gilt als der einzige erhaltene Bau der Burg Hideyoshis.
Praktisch vor Ort
Halten Sie die heutige Konstruktion nicht für eine Brücke aus Hideyoshis Zeit: Die historische Erinnerung tragen hier der Name und die dekorative Sprache, nicht das Alter des Betons.
