Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Zentrale Fassade
- Fenster im zweiten Stock
- Rechter Flügel
Die Geschichte des Ortes
Im Sommer neunzehnhundertsechs leerte ein einziger Schuss im zweiten Stock die innere Handelsstraße des Hauptmessehauses zur Hälfte. Die benachbarten Läden begannen zu schließen: Über die Messe von Nischni Nowgorod verbreitete sich das Gerücht, der Gouverneur von Nischni Nowgorod, Konstantin Frederiks, sei getötet worden.
Frederiks war für die Ordnung im Gouvernement Nischni Nowgorod verantwortlich. Für einige Wochen des Messehandels zog er mit seiner Kanzlei hierher: Hunderttausende Anreisende, riesige Warenpartien und zahlreiche Geschäfte erforderten die ständige Anwesenheit des Gouverneurs. Seine Wohnung lag im zweiten Stock. Daneben arbeiteten die Polizei, das Messekomitee, die Post, der Telegraf und eine Filiale der Staatsbank. Unten erstreckte sich eine Passage – eine überdachte Straße mit Dutzenden von Geschäften und Kiosken. Hauptmessehaus nannte man es ganz wörtlich: Ein Händler bekam hier Geld ausgezahlt, konnte ein Telegramm aufgeben, eine Beschwerde behandeln lassen und Waren verkaufen.
Das hier stehende Gebäude eröffnete die Kaufmannschaft im Jahr achtzehnhundertneunzig. Es ersetzte das baufällige alte Haus und bewahrte die ungewöhnliche Nachbarschaft: Unten kaufte das Publikum Parfüm, Schmuck und eingeführte Stoffe, darüber verwalteten Beamte die Messe. Nach den Ereignissen von neunzehnhundertfünf bewachten bewaffnete Posten die Wohnung des Gouverneurs – im ganzen Land kam es zu Attentaten auf Amtsträger.
An einem der festlichen Abende war die Passage voll. Der Wächter des Hauptmessehauses, der für die Ordnung im Gebäude Lohn erhielt, nahm einem Posten das Gewehr ab. Er wollte einen Kameraden erschrecken, der den Gouverneurskorridor entlangging: Er zielte ihm hinterher und schoss unerwartet. Die Kugel flog den Korridor entlang.
Die Menschen unten sahen nicht, wer das Gewehr hielt. Sie wussten nur, dass in der Nähe der Gouverneurswohnung geschossen worden war. Die Hälfte der Besucher rannte aus der Passage, die nächstgelegenen Händler schlossen ihre Geschäfte, und das Gerücht machte aus der Unachtsamkeit des Wächters einen Mord. Frederiks blieb am Leben; die Angaben über ein Attentat erwiesen sich als falsch.
Die Stelle des Schusses ist heute in keiner Weise gekennzeichnet, und die Gouverneurswohnung gibt es hier nicht mehr. Der größte Teil des Hauptmessehauses wird umgebaut; ins Innere gelangt man gewöhnlich bei einzelnen Ausstellungen, Konferenzen und organisierten Führungen; im rechten Flügel ist ein Restaurant in Betrieb. Die Organisatoren bereiten die Eröffnung eines öffentlich zugänglichen Abschnitts eben jener Passage vor: Im ersten Stock sollen wieder Cafés, Souvenirläden und ein Ausstellungsraum untergebracht werden – direkt unter dem ehemaligen Gouverneurskorridor.
Praktisch vor Ort
Die Fassaden sind vom öffentlichen Raum aus zugänglich; der Zugang zu den Räumen hängt von einer Ausstellung, einem Forum oder einer anderen Veranstaltung im Messekalender ab.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Der Zugang ins Innere kann von laufenden Veranstaltungen abhängen; für diese Station genügt es, die Fassade und die Größe des Gebäudes gut zu betrachten.
