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Piazza del Plebiscito

Piazza del Plebiscito

Das Finale bündelt das Thema des Machtwechsels an dem Ort, an dem vor einer Menschenmenge das Ende des alten Staates verkündet wurde.

15 Min.
Große Piazza del Plebiscito mit Basilika und Menschen auf der offenen Fläche
Bocassina · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Die Basilika mit halbkreisförmiger Kolonnade
  • Palazzo Reale di Napoli
  • Die offene Fläche des Platzes

Die Geschichte des Ortes

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Einst nannte man diesen offenen Platz vor dem Palazzo Reale di Napoli den Platz am Palast. Die halbkreisförmige Kolonnade entstand als Teil des Entwurfs für ein großes öffentliches Forum, in dem sich die Bürger vor dem Sitz der Macht versammeln konnten. Später errichtete man in der Mitte des Bogens die Basilika als Zeichen des Dankes für die Rückkehr der herrschenden Dynastie. Die Stufen des Gotteshauses, die Säulen und die Palastfassade lassen bis heute zwischen sich einen weiten Raum für Zeremonien, Konzerte und Feste.

Am einundzwanzigsten Oktober eintausendachthundertsechzig stellte man unter der Kolonnade der Basilica di San Francesco di Paola drei Urnen auf. In den seitlichen lagen Stimmzettel mit den Antworten „Ja“ und „Nein“; die mittlere ließ man leer. Ein Mann über einundzwanzig Jahre, der im Besitz seiner Bürgerrechte war, nahm den gewählten Zettel und warf ihn in die mittlere Urne. Eine geheime Stimmabgabe sah dieses Verfahren nicht vor: Beamte, Nachbarn und Begleiter sahen, nach welcher Antwort die Hand griff.

Noch kurz zuvor hieß dieser Ort Largo di Palazzo – der Platz am Palazzo Reale di Napoli. Der letzte bourbonische König Francesco II. hatte Neapel verlassen und versuchte, seine Krone bei der Verteidigung der Festung Gaeta zu bewahren. Giuseppe Garibaldi, Befehlshaber einer Freiwilligenarmee, hatte die Hauptstadt eingenommen und regierte die eroberten Provinzen als Diktator. Nun musste entschieden werden, ob sie einem einheitlichen Staat unter Vittorio Emanuele II., dem König von Sardinien, beitreten sollten.

Den Wählern stellte man eine Frage: Wünscht das Volk ein einiges und unteilbares Italien mit Vittorio Emanuele als konstitutionellem König und seinen rechtmäßigen Nachkommen? Für die Parlamentswahlen jener Zeit war ein Vermögenszensus erforderlich, zum Plebiszit aber ließ man alle volljährigen Männer mit Bürgerrechten zu. Handwerker, Angestellte und körperlich Arbeitende kamen in Gruppen – nach Beruf, Arbeitsplatz oder Viertel. Ihr Einkommen hing von denselben Arbeitgebern, Auftraggebern und Nachbarn ab, vor deren Augen sie den Stimmzettel auswählten. Das Plebiszit war als öffentliche Bestätigung eines bereits vollzogenen Wandels gedacht; deshalb galt die offene Wahl damals als Teil der Zeremonie, auch wenn sie die Kontrolle der Wähler ermöglichte.

Zwei Wochen später versammelte man die Menschen auf dem Platz erneut, um das Gesamtergebnis für die Festlandsprovinzen des ehemaligen Königreichs zu verkünden. Am dritten November bestieg Vincenzo Niutta, der Präsident des Obersten Gerichtshofs, eine eigens errichtete hölzerne Tribüne. Er sollte der Auszählung amtliche Geltung verleihen. Niutta verkündete: eine Million dreihundertzweitausendvierundsechzig Stimmen für die Einigung, zehntausenddreihundertzwölf dagegen.

Nach der Verkündung zog Vittorio Emanuele in Neapel ein, Garibaldi übergab ihm die Regierung und reiste auf die Insel Caprera ab. Francesco II. hielt sich in Gaeta bis zum folgenden Februar, dann ging er ins Exil. Im März eintausendachthunderteinundsechzig rief das Parlament das Königreich Italien aus. Der Platz erhielt den Namen des Plebiszits – der direkten Abstimmung, deren Ergebnis Niutta genau hier verkündet hatte.

Der Standort der Tribüne war nicht willkürlich gewählt. Die halbkreisförmige Kolonnade hatte Gioacchino Murat in Auftrag gegeben, ein napoleonischer Marschall, der König von Neapel geworden war und vor dem Palast ein großes öffentliches Forum einrichten wollte. Murat wurde gestürzt und nach einem erfolglosen Versuch, die Krone zurückzugewinnen, erschossen. Der zurückgekehrte bourbonische König Ferdinand I. behielt den Säulenbogen bei, ließ jedoch in seiner Mitte die Basilika als Dank an Francesco di Paola für die Wiederherstellung der Dynastie errichten. Einige Jahrzehnte später legte man die Stimmzettel unter dem Portikus dieses Gotteshauses aus, und vom Platz davor verkündete man das Ende des Königreichs beider Sizilien.

Niuttas hölzerne Tribüne gibt es längst nicht mehr. Geblieben sind die Stufen der Basilika, die Kolonnade und die Fassade des Palazzo Reale di Napoli gegenüber. Zwischen ihnen finden noch heute städtische Zeremonien, Konzerte und große Feste statt, und der Name erinnert an jenen Tag, an dem man vor dem Palast die Zahl der Stimmen laut verlas.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktEnde der Route
Eintrittvon außen

Rund um die Uhr zugänglich, offener Platz. Die Innenräume der Basilica di San Francesco di Paola und des Palazzo Reale di Napoli haben eigene Öffnungszeiten und gehören nicht zum obligatorischen Spaziergang.

Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Für den gesamten Komplex gehen Sie an den Rand des Platzes; bei Hitze sollten Sie in der Mitte nicht mit Schatten rechnen. Das Spiel mit geschlossenen Augen sollten Sie nur mit Begleitung und fern vom Verkehr versuchen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Der Spaziergang endet auf der offenen Fläche zwischen dem Palast und der Kolonnade.

Stopp 8 von 8Ende der Route

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Via Toledo und Quartieri Spagnoli“ — 8 Stopps, etwa 2,6 km, 2,5 Stunden.

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