Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Fassade der Basilica di San Lorenzo Maggiore
- Fassade der Basilica di San Paolo Maggiore
- Niedriges Denkmal
- Vier Marmorengel
Die Geschichte des Ortes
Die Piazza San Gaetano liegt zwischen zwei Kirchenfassaden, und genau in ihrer Mitte steht ein niedriges Denkmal, als fehlte ihm sein oberer Teil. An den Ecken seines Marmorsockels stehen vier Engel, die metallene Figur des Heiligen wurde später hinzugefügt. Über ihnen wollte man eine beim Dom von Neapel gefundene antike Säule aufrichten, doch die Eigentümer des benachbarten Palazzo und hinzugezogene Fachleute hielten sie für zu gefährlich für das Haus. Man gab den Plan auf, die Säule verließ den Platz, und hinter dem Denkmal blieb die Kirche mit dem Grab des Heiligen, der dem Platz seinen Namen gab.
Die Basilica di San Lorenzo Maggiore steht dort, wo sich in der Antike die griechische Agora und das römische Forum befanden. Im siebzehnten Jahrhundert regelte man hier noch immer die Angelegenheiten der Stadt. Im Kloster tagte das Tribunale di San Lorenzo – so hieß die Stadtverwaltung. Die gewählten Vertreter der städtischen Stände verteilten Steuern, überwachten die Versorgung und trafen Entscheidungen im Namen Neapels.
Gegenüber befand sich das Grab von Kajetan von Thiene. Er kam nach Neapel, um hier eine Gemeinschaft der Theatiner zu gründen – Priester, die auf Land, feste Renten und das Ansammeln von Besitz verzichteten. Sie lebten von freiwilligen Spenden und den Einkünften aus ihrem Dienst. Anfangs begegneten die Neapolitaner den neuen Priestern mit Misstrauen, und das Geld reichte kaum für den Unterhalt der Gemeinschaft. Kajetan blieb. Im Jahr eintausendfünfhundertachtunddreißig übergab man den Theatinern die Basilica di San Paolo Maggiore, und neun Jahre später starb der Ordensgründer in ihrem Haus bei der Kirche und wurde hier begraben.
Im Sommer eintausendsechshundertsechsundfünfzig forderte eine Pestepidemie etwa die Hälfte der Einwohner Neapels das Leben. Am siebten August, dem Gedenktag des damals noch seligen Kajetan, kamen die gewählten Stadtvertreter barfuß und mit Stricken um den Hals zu seinem Grab – so zeigten Teilnehmer öffentlicher Buße, dass sie um Gnade baten, ohne sie kraft ihres Amtes zu verlangen. Die Menschen, die für Versorgung und Ordnung verantwortlich waren, erkannten an, dass sie die Epidemie mit den gewohnten Mitteln nicht aufhalten konnten. Sie versprachen, sich dafür einzusetzen, Kajetan unter die Schutzpatrone Neapels aufzunehmen, wenn die Seuche zurückginge.
Mitte August begann die Zahl der Kranken und Toten zu sinken. Für die Zeitgenossen war dies Kajetans Antwort; ein Historiker kann das Wunder nicht beweisen. Die Stadtvertreter schickten Papst Alexander dem Siebten eine Bittschrift, und die Theatiner beschlossen, vor ihrer Kirche ein Denkmal zu errichten. Auf die Heiligsprechung musste man bis zum Jahr eintausendsechshunderteinundsiebzig warten, doch die Arbeiten am Monument begannen bereits im Jahr nach der Epidemie.
Der Architekt Cosimo Fanzago schuf den Marmorsockel, und der Bildhauer Andrea Falcone meißelte an seinen Ecken vier Engel. Den Theatinern war das zu wenig. Sie wollten die Figur Kajetans auf einer hohen antiken Säule aufrichten, die bei Arbeiten nahe dem Dom von Neapel gefunden worden war. Die Familie Pisani, der der benachbarte Palazzo gehörte, widersetzte sich: Die Eigentümer fürchteten, die schwere Säule könnte auf ihr Haus stürzen. Hinzugezogene Architekten und Mathematiker unterstützten sie. Die Theatiner gaben das hoch aufragende Projekt auf, und die dafür bestimmte Säule verließ den Platz.
Im Zentrum der Piazza San Gaetano steht deshalb ein niedriges, wie abgebrochen wirkendes Denkmal. Die vier Marmorengel blieben vom ersten Auftrag nach der Pest zurück, die metallene Figur des Heiligen wurde später aufgestellt. Dahinter befindet sich die Basilica di San Paolo Maggiore mit Kajetans Grab; gegenüber liegt die Basilica di San Lorenzo Maggiore, in der die Stadtvertreter tagten, die das Gelübde abgelegt hatten. Der Name des Platzes verankerte zwischen ihnen den Namen des Mannes, zu dem die Stadtverwaltung kam, als ihr die eigenen Entscheidungen nicht mehr ausreichten.
Praktisch vor Ort
Der Platz ist ständig geöffnet; unterirdische Routen und archäologische Anlagen haben eigene Besuchszeiten mit Eintrittskarten.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Wählen Sie einen Platz am Rand des Platzes, um in Ruhe zuzuhören und Reisegruppen nicht im Weg zu stehen; die unterirdischen Anlagen erfordern einen gesonderten Besuch.
