Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Das leere Becken
- Vergoldete Delphinköpfe
- Marmorbänke
- Die Galerie über dem Becken
Die Geschichte des Ortes
Ein leeres Becken nimmt fast den gesamten unteren Saal der Badenburg ein. Es fasste etwa achtzigtausend Liter Wasser; dieses wurde im Kellergeschoss erhitzt und durch vergoldete Delphinköpfe geleitet. Über dem Becken verläuft eine Galerie. Eine solche Anlage brauchte Max Emanuel, der bayerische Kurfürst, weil er seiner Familie ihre verlorene Stellung zurückgeben wollte.
Im Spanischen Erbfolgekrieg stellte sich Max Emanuel gegen den Kaiser und verlor. Bayern wurde von den Siegern besetzt, der Kurfürst selbst verlor seine Besitzungen und verbrachte elf Jahre im Ausland, vor allem in Frankreich. Dort lernte er die höfischen Baderäume Ludwigs XIV. kennen. Das Baden diente dort als Heilbehandlung, Empfang und Vorstellung für ausgewählte Gäste.
Im Jahr eintausendsiebenhundertfünfzehn kehrte Max Emanuel als wieder eingesetzter Kurfürst nach Bayern zurück. Drei Jahre später ließ er im Schlosspark Nymphenburg ein eigenes Badeschloss einrichten. Daher der Name: Badenburg bedeutet „Badeburg“. Im Inneren verband man die privaten Räume des Hausherrn, einen Festsaal, eine Küche, Bäder und ein riesiges Becken. Aus den kurfürstlichen Gemächern, den Räumen des Herrschers, führte eine verborgene Treppe zum Wasser.
Dieses Becken war vor allem für therapeutisches Gehen bestimmt. Max Emanuel konnte ins Wasser hinabsteigen, über den Boden gehen und sich auf eine Marmorbank setzen. Größe und Tiefe erlaubten auch das Schwimmen. Die Höflinge blieben auf der Galerie und unterhielten den Kurfürsten wahrscheinlich mit Gesprächen und Musik. Das Baden fand vor Zuschauern statt, doch nur ein enger Kreis erhielt Zutritt.
Am sechsten August eintausendsiebenhundertzweiundzwanzig eröffnete Max Emanuel die fertiggestellte Badenburg mit einem Abendessen und festlicher Illumination. Anlass war der fünfundzwanzigste Geburtstag seines Erben Karl Albrecht (Kaiser Karl VII.). Der Vater nutzte oft die Räume unten, der Sohn erhielt eigene Gemächer darüber. Am Eröffnungstag badeten die Gäste nicht: Zunächst zeigte man den Pavillon als neuen Schlosssaal, und erst später nahm man hier in kleinen Gruppen Heilbäder.
Das Wasser ist längst aus dem Becken abgelassen. Erhalten sind das verkleidete Becken, die Marmorbänke, die Delphine als Wasserhähne und die Galerie: Der Kurfürst stieg von hier zum Wasser hinab, während die von ihm eingeladenen Personen ein Stockwerk höher standen.
Praktisch vor Ort
Die Badenburg ist vom 1. April bis 15. Oktober täglich 9:00–18:00 geöffnet, im Winter geschlossen. Letzter Einlass und Ticketverkauf sind 30 Minuten vor Schließung. Das Gebäude ist nur über einige Stufen zugänglich.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Hauptgeschichte des Pavillons liegt im Inneren: Von außen sind die verborgenen Öfen, die Baderäume und die Anlage zur Zufuhr warmen Wassers nicht erkennbar. Falls kein Eintritt möglich ist, betrachten Sie die Verbindung des Gebäudes mit dem See und stellen Sie sich die technische Etage unter den Prunkräumen vor.
