Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Heilig-Geist-Kirche
- Feste Marktstände
- Offener Marktplatz
Die Geschichte des Ortes
Die Marktstände des Viktualienmarkts führen von der Heilig-Geist-Kirche zum offenen Platz; feste Buden sicherten den Verkäufern einst einzelne Standplätze. Früher standen entlang der Frauenstraße die Gebäude eines Altenheims für arme Münchner, und die Kirche war Teil dieses großen Komplexes. An ihrer Mauer lag der Innenhof, der heute von Verkaufsständen eingenommen wird. Die Stadt ersetzte den täglichen Kampf um einen günstigen Platz durch die Vermietung fester Buden, und Stammkunden konnten zu einem vertrauten Händler zurückkehren.
Im Frühjahr eintausendachthundertsieben ordnete König Maximilian I. Joseph an, einen Teil des Lebensmittelhandels vom Schrannenplatz in den Hof des Heilig-Geist-Spitals zu verlegen. Auf dem bisherigen Platz behinderten Wagen, Getreidesäcke, Verkäufer und Käufer bereits den Verkehr. Der König wollte das Zentrum seiner neuen Hauptstadt freiräumen und beauftragte den Stadtmagistrat, hier vier Häuser abzureißen, die dem Spital gehörten.
Über dieses Grundstück konnte man dank einer Reform des königlichen Ministers Maximilian von Montgelas verfügen. Ein Jahr zuvor hatte er die Verwaltung der städtischen Wohltätigkeitsfonds der staatlichen Verwaltung übertragen. Das Heilig-Geist-Spital diente damals als Altenheim, vor allem für arme Münchner. Sie erhielten hier Unterkunft und Unterhalt. Nun stellten Händler im Hof rund um ihre Gebäude Wagen und provisorische Verkaufsstände auf.
Die Bewohner blieben noch sechzehn Jahre neben dem Markt. Nachdem die Beamten das Spital der Stadt zurückgegeben hatten, stellten sie fest, dass der Handel im Hof und die vernachlässigten Gebäude die frühere Einrichtung ungeeignet gemacht hatten. Am ersten Oktober eintausendachthundertdreiundzwanzig wurden von hier alle zweihundertzweiunddreißig Menschen umgesiedelt: einhundertzweiundachtzig Frauen und fünfzig Männer erhielten Zimmer in einem ehemaligen Kloster an der Mathildenstraße. Die frei gewordenen Gebäude wurden anschließend nach und nach abgetragen, und der Markt wurde erweitert.
Zunächst nahmen die Verkäufer jeden Morgen ihre Plätze neu ein: Die besten Stellen erhielten diejenigen, die früher ankamen. Im Jahr eintausendachthundertsiebzig errichteten die städtischen Verwalter feste Buden und begannen, sie an Händler zu vermieten. Die Verkäufer mussten nicht mehr täglich um einen Platz streiten, Stammkunden konnten ihre vertraute Bude leichter finden, und die Stadt erhielt Mieteinnahmen. Bis eintausendachthundertneunzig nahmen die Marktstände fast den gesamten heutigen Platz ein.
Anfangs nannte man den Ort einfach Markt. Später setzte sich das Wort „Viktualienmarkt“ durch: „Viktualien“ ist eine alte gelehrte Bezeichnung für Lebensmittel und stammt vom lateinischen Wort für „Nahrung“. Vom gesamten Spitalkomplex ist nebenan nur die Heilig-Geist-Kirche erhalten geblieben. Den Raum zwischen ihrer Mauer und der Frauenstraße, wo heute Lebensmittelbuden stehen, nahmen früher der Hof und die Gebäude des Altenheims ein.
Praktisch vor Ort
Dies ist ein funktionierender Markt; stehen Sie daher für das Audio nicht in Warteschlangen oder Durchgängen. Der Tanz der Marktfrauen findet nur als eigenständige Festveranstaltung statt; ein gewöhnlicher Tag ist wegen seines alltäglichen Lebens wertvoll.
