Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Große Fenster
- Galerie der Skulpturen
- Alte Museumsvitrinen
Die Geschichte des Ortes
Unter den großen Fenstern sind die hohen Säle eines öffentlichen Museums für Kunst, Archäologie und Naturgeschichte eingerichtet. Juristen, Unternehmer und Wissenschaftler aus Bombay erwirkten das Grundstück unter der Bedingung, dass die Bürger eine unabhängige Gesellschaft gründen und das Museum selbst unterhalten würden. Später erhielt es den Namen Chhatrapati Shivaji Maharaj, des Begründers des Marathenreichs im siebzehnten Jahrhundert. In einigen alten Vitrinen stehen bis heute Gegenstände aus einer Privatsammlung, deren Transport Navajbai Tata aus London organisierte und für die sie auf eigene Kosten Vitrinen beschaffte.
Im Museumsarchiv wird ein Foto der heutigen Galerie der Skulpturen aufbewahrt: Anstelle von Statuen stehen darin Reihen von Krankenhausbetten. Die ersten Besucher dieses Gebäudes wurden nicht gebracht, um Altertümer zu besichtigen, sondern um Schuss- und Splitterverletzungen behandeln zu lassen.
Am Anfang stand ein anderer Plan. Im Jahr neunzehnhundertvier erwirkten Juristen, Unternehmer und Wissenschaftler aus Bombay bei der Kolonialregierung ein Grundstück für ein öffentliches Museum für Kunst, Archäologie und Naturgeschichte. Die Bedingung war streng: Die Bürger mussten eine eigenständige Organisation gründen und selbst für deren Unterhalt aufkommen. Auf einer öffentlichen Versammlung beschloss man, das Museum an die Ankunft des Prinzen von Wales, des späteren Königs Georg des Fünften, zu knüpfen. Im Jahr neunzehnhundertfünf legte der Prinz den Grundstein, deshalb erhielt die Einrichtung den Namen Prince of Wales Museum of Western India.
Die Person, deren Namen das Museum heute trägt, hatte mit seiner Gründung nichts zu tun. Chhatrapati Shivaji Maharaj war ein Herrscher des siebzehnten Jahrhunderts und Begründer des Marathenreichs; heute trägt das Museum seinen Namen, während es zuvor nach einem britischen Prinzen benannt war.
Ende neunzehnhundertvierzehn war das Gebäude fast fertig, doch der Erste Weltkrieg hatte begonnen. Das Komitee des Bombay Military Fund besichtigte die noch leeren Säle und ordnete an, hier verwundete indische Soldaten aufzunehmen. Hohe Decken und große Fenster ermöglichten es, die Krankensäle zu lüften. Der Architekt George Wittet, der das Museum entworfen hatte, richtete die unteren Stockwerke innerhalb eines Monats für hundertacht Betten ein. Im Hof errichtete man provisorische Räume für Ärzte, eine Apotheke und einen Operationssaal, der durch einen überdachten Gang mit dem Hauptgebäude verbunden war. Das Gebäude erhielt den Namen Lady Hardinge War Hospital – zum Gedenken an die verstorbene Frau des damaligen Vizekönigs von Indien.
Unter den ersten Patienten waren sieben indische Soldaten, die in Kämpfen am Persischen Golf verwundet und auf dem Seeweg aus Basra gebracht worden waren. Für diese Menschen waren der Dienst in der Armee Beruf und Lohn; sie kehrten hierher zurück, nun außerstande, ihn fortzusetzen. Die Frauenabteilung des städtischen Fonds sammelte Bettwäsche und Kleidung: Parsische Frauen nähten Flanellsachen, hinduistische Kissenbezüge, muslimische Schlafanzüge. Die Ärzte aus Bombay Roe, Bhajekar, Deshmukh und Shirgaonkar behandelten zunächst kostenlos.
Im Jahr neunzehnhundertsechzehn besuchte der Vizekönig Charles Hardinge das Hospital. Einer der indischen Soldaten hatte eine Kugel in den Kopf bekommen und seine Sprache verloren. Er versuchte, Hardinge die Hand zu schütteln, konnte aber lange nicht erklären, was er wollte. Der Name des Soldaten und sein weiteres Schicksal sind im Bericht nicht erhalten. Das Ergebnis für das Hospital selbst ist dagegen bekannt: Die Zahl der Betten wurde um weitere zweihundert erhöht, und im Jahr neunzehnhundertsiebzehn übernahm das Militär den Unterhalt der Einrichtung. Die Freiwilligen Roe und Bhajekar erhielten Dienstgrade als Oberste, die übrigen Ärzte als Majore. Bis zur Schließung des Hospitals wurden hier etwa zwanzigtausend Patienten aufgenommen und ungefähr eintausendzweihundert Operationen durchgeführt. Während der Grippeepidemie nutzte man das Gebäude erneut als städtisches Krankenhaus.
Erst im Jahr neunzehnhundertzwanzig erhielten die Treuhänder die Räume zurück. Nun mussten die ehemaligen Krankensäle mit dem gefüllt werden, wofür sie gebaut worden waren. Der Industrielle und Sammler Sir Ratan Tata vermachte dem Museum eine Sammlung von Gemälden, Stoffen, Waffen, Porzellan und Werken asiatischer Kunst, die in seinem Londoner Haus aufbewahrt worden war. Seine Witwe Navajbai Tata organisierte den Transport der Sammlung nach Bombay. Es stellte sich heraus, dass das neue Museum keine geeigneten Vitrinen hatte; daraufhin bestellte sie diese auf eigene Kosten und schickte sie zusammen mit den Exponaten. Einige dieser Vitrinen werden hier bis heute benutzt.
Am zehnten Januar neunzehnhundertzweiundzwanzig wurden die ehemaligen Krankensäle für die Öffentlichkeit geöffnet. Der genaue Ort der Krankenhausbetten ist durch das Archivfoto bekannt: Es ist die heutige Galerie der Skulpturen. Der provisorische Operationssaal im Hof verschwand, die von Navajbai Tata bestellten Museumsvitrinen blieben.
Praktisch vor Ort
Offiziell gibt das Museum tägliche Öffnungszeiten von 10:15 bis 18:00 an; die Kasse schließt um 17:45. Geschlossen am 26. Januar, 1. Mai, 15. August und 2. Oktober; einzelne Galerien können vorübergehend geschlossen sein.
Geprüft: 30. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Fassade lässt sich auch ohne Eintritt vollständig betrachten. Für die Sammlungen brauchen Sie zusätzliche Zeit; prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Regeln des Museums und versuchen Sie nicht, zwischen zwei Stationen zu Fuß alle Galerien abzudecken.
