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Pavillon Nr. 58 „Landwirtschaft“ und Museum „Slowo“

Павильон №58 «Земледелие» — Музей славянской письменности «Слово»

Die heutige Fassade bewahrt die Antwort des Architekten auf die drohende Zerstörung seines ersten Pavillons kurz vor der Eröffnung.

22 Min. draußen
Wappen der Ukrainischen SSR, Ähren und eine dekorative Krone an der Fassade des Pavillons Nr. 58.
Nickolas Titkov · CC BY-SA 2.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Goldene Keramikähren
  • Keramikblöcke der Fassade
  • Turm mit Spitze
  • Stern über dem Eingang

Die Geschichte des Ortes

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Im Inneren dieses hohen Pavillons ist heute das Museum „Slowo“ untergebracht, in dem der Weg von alten Alphabeten und den ersten gedruckten Büchern über Schulhefte bis zu persönlichen Tagebüchern führt. Der Ziegelbau ist mit Keramik verkleidet; über dem Eingang erheben sich Spitze und Stern, und über die Fassade laufen Ähren aus goldfarbener Keramik. Als die Ausstellung nach Branchen neu geordnet wurde, wurde das Gebäude zu „Landwirtschaft“: Hier zeigte man landwirtschaftliche Kulturen und Methoden der Bodenbearbeitung. Nach den Handelskiosken und der langen Schließung erhielt es seine Buntglasfenster, das Oberlicht und verlorene keramische Details zurück.

Die goldenen Ähren an der Fassade entstanden nach einem unangenehmen Gespräch, das hier vier Monate vor der Eröffnung der Ausstellung stattfand.

Ende März neunzehnhundertneununddreißig kam Nikita Chruschtschow, der erste Sekretär der Kommunistischen Partei der Ukrainischen SSR, um den Pavillon dieser Republik zu besichtigen. Der Architekt Aleksei Tazij hatte das Holzgebäude als vergrößerte ukrainische Chata entworfen. Es war fast fertig, doch Chruschtschow war mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Die Republik sollte als industriell und kolchosgeprägt erscheinen und nicht hinter der Fassade eines ländlichen Hauses zurückbleiben.

Für Tazij bedeutete das den möglichen Abriss des bereits umgesetzten Auftrags. Die Fachleute der Ausstellung schlugen einen Ausweg vor: Neue Wände sollten entlang des Umfangs errichtet und das Erscheinungsbild des Pavillons verändert werden. Tazij und der zu ihm gestoßene Architekt Nikolai Iwantschenko mussten den Umbau bis zum ersten August abschließen. An den Fassaden erschienen goldene Getreideähren, den Eingang umgaben Garben und Figuren von Spitzenkräften der Industrie und Landwirtschaft. In vier Monaten versteckten die Architekten den früheren Bau faktisch im Inneren eines neuen Gebäudes. Die Ausstellung eröffnete fristgerecht.

Jener Pavillon hat sich nicht bis heute erhalten. Während des Krieges leckten die Dächer, die Regenabflüsse verstopften, und die Holzkonstruktionen begannen zu verfaulen. Im Jahr neunzehnhundertsiebenundvierzig wurde das Gebäude abgetragen. Chruschtschow schlug vor, hier einen dauerhaften Pavillon zu errichten, und bei einem geschlossenen Wettbewerb wählte man erneut Tazij. Der Architekt erhielt die Möglichkeit, seine Antwort auf den früheren Vorwurf zu wiederholen, nun in langlebigen Materialien und in einem viel größeren Maßstab.

Gemeinsam mit Walentina Tschuprina und Grigori Schlakanew entwarf er das heutige Gebäude. Die Ziegelwände wurden mit Keramikblöcken verkleidet, über die Fassade liefen wieder goldene Ähren, und über dem Eingang erhob sich ein Turm mit Spitze. Der Pavillon wurde der größte unter den republikanischen Pavillons: Vom Boden bis zum Stern misst er zweiundvierzig Meter. Chruschtschow erhielt das von ihm verlangte repräsentative Bild der Republik, und die Lösung, mit der Tazij einst den Holzpavillon vor dem Abriss gerettet hatte, ging auf die steinerne Fassade über.

Der Name „Landwirtschaft“ erschien im Jahr neunzehnhundertvierundsechzig. Die Veranstalter der Ausstellung ersetzten die Gliederung nach Republiken durch branchenbezogene Ausstellungen, und in diesen Sälen begann man landwirtschaftliche Kulturen und Methoden der Bodenbearbeitung zu zeigen. In den neunziger Jahren wurde die Ausstellung entfernt, die Räume wurden von Handelskiosken besetzt, und im Jahr zweitausenddreizehn schloss man das baufällige Gebäude.

Restauratoren stellten die Innenräume, Buntglasfenster, das Oberlicht und die Spitze wieder her und fertigten einen Teil der verlorenen Keramik neu an. Allein über dem Haupteingang mussten sie zweihundertsiebenundvierzig Blöcke einsetzen und siebenundzwanzig neue Teile gießen. Im Frühjahr zweitausendneunzehn eröffnete in den freigewordenen Sälen das Museum „Slowo“. Heute wird hier gezeigt, wie sich die glagolitische und kyrillische Schrift, gedruckte Bücher, Schulschrift und persönliche Tagebücher verändert haben.

Am Eingang wiederholen sich weiterhin die goldenen Keramikähren. Sie wurden für das Gebäude von neunzehnhundertvierundfünfzig gefertigt, doch die Antwort des Architekten entstand hier selbst im März neunzehnhundertneununddreißig – als bis zur Eröffnung noch vier Monate blieben und der fertige Pavillon abgerissen werden konnte.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort22 Min. draußen
Nächster PunktMuseum „ATOM“
Eintrittaußen kostenlos; Museum mit Eintrittskarte

Museum: Di–So 11:00–22:00, Einlass bis 21:15; Mo geschlossen. Am 26.–27. Juni 2026 ist das Museum aus technischen Gründen geschlossen.

Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Die Fassade lässt sich ohne Eintritt erschließen. Die Ausstellung des Museums „Slowo“ benötigt zusätzliche Zeit und ist für die Fortsetzung der Außenroute nicht erforderlich.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Verlassen Sie den republikanischen Teil des Ensembles und gehen Sie zur transparenten Fassade des Museums „ATOM“.

Stopp 6 von 9Weiter: Museum „ATOM“

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„WDNCh: Vom Bogen des Haupteingangs bis zur Trägerrakete „Wostok““ — 9 Stopps, 2,0 km, 3 Std. 15 Min. ohne Museumsinterieurs; 5–6 Std. mit zwei Museen.

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