Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Weiße Balustrade
- Aussichtsplattform
- Hang der Blinnaja Gora
Die Geschichte des Ortes
Die weiße Balustrade markiert den Rand der Aussichtsplattform über dem Hang, an dem einst drei steinerne Gebäude mit zwölf Verkaufsbuden dicht beieinanderstanden. Die Stadt behielt diese Gebäude in städtischem Besitz und vermietete die fertigen Räume an Pächter. Die Gebäude verschwanden, doch die Kreuzung der Sergijewskaja und der Wosnessenskaja bewahrte die Bezeichnung Blinnaja Gora.
Im Jahr achtzehnhundertachtundsiebzig baten mehrere örtliche Blini-Verkäufer die Stadtverwaltung, ihnen das brachliegende Grundstück bei der Pjatnizkaja-Kapelle unterhalb dieses Hangs zu verpachten. Sie verdienten ihren Lebensunterhalt damit, Pilger zu bewirten, und wollten hier feste Verkaufsbuden errichten. Das Grundstück lag etwa auf halber Strecke vom Bahnhof zur Dreifaltigkeits-Sergius-Lawra: Reisende, die mit dem Zug ankamen, gingen auf dem Weg zum Kloster daran vorbei. Das Brachland wurde eingezäunt, und darauf errichtete man hölzerne Blini-Stände. Die Stadtbewohner nannten diesen Ort Blinny Dwor und den Hang Blinnaja Gora.
Im August achtzehnhundertsechsundneunzig brannte der hölzerne Hof ab. Die Blini-Verkäufer, die nun ohne Einkommen waren, baten um die Erlaubnis, neue hölzerne Buden zu errichten. Daraufhin schlug Konstantin Iwanowitsch Malyschew, ein örtlicher Ikonenmaler und Mitglied der Versammlung der Stadtbevollmächtigten – einer der damals gewählten Vertreter der Stadt –, vor, auf Kosten der Stadt Räumlichkeiten aus Stein zu bauen. Sein eigenes Haus stand dort, wo sich heute die Aussichtsplattform befindet.
Auf Malyschews Vorschlag behielt die Stadt die Gebäude in ihrem Besitz und vermietete den Händlern fertige Verkaufsbuden. Bis zum Jahr achtzehnhundertsiebenundneunzig waren am Hang drei steinerne Gebäude mit jeweils vier Blini-Ständen entstanden. Für einen Stand zahlte ein Pächter jährlich zwischen einhundertzehn und einhundertdreißig Rubel sowie eine weitere jährliche Gebühr. Die Stadt erhielt ein einträgliches Eigentum, und die Blini-Verkäufer nahmen ihre Arbeit wieder auf.
Die meisten Lokale wurden von alleinstehenden und verwitweten Frauen geführt. Ihre Kinder halfen ihnen. Jekaterina Michailowna Komarowa erinnerte sich später daran, wie sie als Kind mit Sprüchen und kurzen Tschastuschki-Liedern Gäste in die Blini-Stube ihrer Familie lockte. Die Kinder liefen auf der Straße zwischen dem Bahnhof und der Dreifaltigkeits-Sergius-Lawra umher und versuchten, die Pilger abzufangen. Die Blini wurden vom frühen Frühling bis zum Schutz-und-Fürbitte-Fest vor den Augen der Gäste zubereitet. Ein Dutzend Fasten-Blini kostete zwanzig Kopeken, ein Dutzend mit saurer Sahne fünfundzwanzig und ein Dutzend mit Ei dreißig. Von solchen Bestellungen musste die Inhaberin die städtische Miete bezahlen und ihre Familie unterhalten.
Nach der Schließung der Dreifaltigkeits-Sergius-Lawra versiegte der Pilgerstrom. Im Jahr neunzehnhundertzwanzig wurde der steinerne Blinny Dwor abgetragen, und an seiner Stelle richtete man einen Platz für Spaziergänge ein. Die heutige Aussichtsplattform mit weißer Balustrade wurde für die Olympischen Spiele des Jahres neunzehnhundertachtzig eingerichtet. Heute halten hier auf dem Weg vom Bahnhof zur Dreifaltigkeits-Sergius-Lawra Reisegruppen an. Malyschews Haus, die drei steinernen Gebäude und die zwölf Blini-Stände sind verschwunden; an der Kreuzung der Sergijewskaja und der Wosnessenskaja blieb die Bezeichnung „Blinnaja Gora“ erhalten.
Praktisch vor Ort
Offene städtische Aussichtsplattform; vorübergehende Beschränkungen sind während Großveranstaltungen möglich.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Für den Ausblick braucht es einen freien Horizont; bei Dämmerung und schlechtem Wetter sind die Details des Ensembles schlechter zu erkennen.
