Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Die offene Glockengalerie mit sechs Durchgängen
- Die Bogenöffnungen der Glockengalerie
- Das massive Gewölbe über der unteren Kirche
Die Geschichte des Ortes
Hier nahmen die Mönche Menschen die Beichte ab, hielten Trauerfeiern für Verstorbene und feierten Totengedenken für sie. Die Baumeister aus Pskow vollendeten die Kirche in den Jahren eintausendvierhundertsechsundsiebzig bis eintausendvierhundertsiebenundsiebzig und ließen über dem Gebetssaal sechs offene, von Bögen eingefasste Durchgänge der Glockengalerie. Die Glocken hingen unmittelbar über den Gewölben, doch die Glöckner stiegen nicht zu ihnen hinauf: Von unten zogen sie an Seilen, die mit langen hölzernen Hebeln verbunden waren. Das massive Gewölbe lässt in den unteren Saal fast kein Tageslicht.
Am sechsten Januar eintausendfünfhundertdreiundachtzig hörte Iwan IV. in dieser Kirche die Frühmette und die Liturgie. Danach behielt der Zar, der seinen ältesten Sohn und Erben verloren hatte, drei Männer bei sich: den Kellermeister Eustafij Golowkin, der die Wirtschaft des Klosters leitete, den verehrten Greis Warsonofi Jakimow und seinen Beichtvater Feodossi.
Zarewitsch Iwan Iwanowitsch war mehr als ein Jahr zuvor gestorben. Die verbreitete Erzählung, sein Vater habe ihn im Zorn mit einem Stab geschlagen, beruht auf indirekten Zeugnissen; die Todesursache des Erben bleibt umstritten. Das Zuwendungsbuch des Klosters nennt Iwan IV. nicht den Mörder und erzählt auch nicht seine Beichte nach. Es hält fest, was hier nach dem Gottesdienst geschah.
Der Zar bat darum, für seinen Sohn ein besonderes Totengedenken einzurichten: Jede Woche sollte für ihn in einer eigenen Seitenkapelle ein Gottesdienst gefeiert werden, und in dieser Kirche sollten täglich eine Panichida gehalten und sein Name in der Liturgie genannt werden. Die Anordnung sollte ausgeführt werden, solange das Kloster steht. Iwan warnte die künftigen Vorsteher und Priester: Sollten sie den Auftrag vergessen, müssten sie zusammen mit ihm beim Jüngsten Gericht Rechenschaft ablegen. Nachdem er seine Bitte beendet hatte, verneigte er sich sechsmal bis zur Erde.
Zum Gedenken an seinen Sohn übergab Iwan dem Kloster fünftausendfünfhundert Rubel. Die Zuwendung war so groß, dass die Mönche mit diesem Geld die benachbarte Mariä-Entschlafens-Kathedrale vollenden konnten. Auch die Anordnung selbst ging nicht verloren: Fast ein Jahrhundert später wurde sie zusammen mit den Tränen, den Verneigungen und der Forderung nach täglichen Gottesdiensten ausführlich in ein neues Zuwendungsbuch übertragen.
Das geheime Gespräch fand in einer Kirche statt, die die Mönche seit alters her für Beichten, Trauerfeiern und das Totengedenken für Verstorbene nutzten. Ihr vollständiger Name lautet Kirche der Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Apostel. Als Apostel bezeichnet man die engsten Jünger Christi, die zu Verkündern wurden. Nach der Apostelgeschichte kam am fünfzigsten Tag nach Ostern der Heilige Geist auf sie herab; danach sprachen sie verschiedene Sprachen und konnten Menschen aus unterschiedlichen Ländern ansprechen. Diesem Ereignis ist die Kirche gewidmet, und Duchowskaja ist ihr kurzer gebräuchlicher Name.
Meister aus Pskow errichteten die Kirche in den Jahren eintausendvierhundertsechsundsiebzig bis eintausendvierhundertsiebenundsiebzig. Über dem Gebetssaal setzten sie sofort eine offene Glockengalerie mit sechs Durchgängen auf. Daher lautet die alte Bezeichnung für diese Anlage „Kirche unter dem Geläut“: Unten fand der Gottesdienst statt, während die Glocken unmittelbar über den Gewölben hingen. Die Glöckner blieben am Boden und zogen an Seilen, die mit langen hölzernen Hebeln verbunden waren. Die Hebel brachten die Glocken selbst zum Schwingen, und diese schlugen gegen unbewegliche Klöppel.
Das massive Gewölbe zwischen Kirche und Glockengalerie lässt kein Oberlicht durch. Das Gespräch des Zaren fand im unteren, abgedunkelten Saal statt; wo Iwan die sechs Verneigungen machte, lässt sich heute nicht mehr bestimmen. Hier werden auch heute noch Beichten abgenommen, Trauerfeiern gehalten und Verstorbene gedacht – in genau dem Raum, in dem der Zar darum bat, den Namen seines Sohnes in jedem folgenden Gottesdienst zu bewahren.
Praktisch vor Ort
Aktive Kirche; der Zugang zum Inneren ist an Gottesdienste gebunden. Die offizielle Architektur-Seite nennt eine Liturgie an Sonntagen und Feiertagen, doch der aktuelle Kalender hat Vorrang.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die wichtigste Anlage ist von außen gut zu erkennen; bewahren Sie am Eingang Stille, auch wenn die Kirche geschlossen ist.
