Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Das Maisonneuve-Denkmal
- Das bronzene Banner in Maisonneuves Hand
- Die offene Fläche des Platzes
Die Geschichte des Ortes
Mitten im Alten Montreal versammelten sich hier mehrere Jahrzehnte lang militärische Formationen. Zunächst hieß dieses Gelände Platz der Kirchengemeinde; nach dem Brand eintausendsiebenhunderteinundzwanzig verlegte man die Übungen von der Place Royale hierher und erweiterte den freien Raum. So erhielt der Platz einen Namen, der mit Aufstellung und Waffen verbunden ist. Über ihm steht Maisonneuve mit einem bronzenen königlichen Banner in der Hand, der hier eintausendachthundertfünfundneunzig aufgestellt wurde.
Am neunten September eintausendsiebenhundertsechzig marschierten französische Bataillone nacheinander auf diesen Platz. Britische Grenadiere mit Artillerie standen bereits hier. Die Franzosen legten vor ihnen ihre Gewehre nieder und kehrten in ihr Lager auf dem Stadtwall zurück. Die Regimenter führten keine Fahnen mit sich.
Am Vortag hatte der Gouverneur von Neufrankreich, Pierre de Rigaud de Vaudreuil, die Kapitulation von Montreal unterzeichnet. Drei britische Armeen hatten sich vor der Stadt versammelt, ihre Kanonen waren auf die Mauern gerichtet. Montreal selbst war fast unverteidigt und voller Flüchtlinge. Vaudreuil bemühte sich um Bedingungen, die den Einwohnern ihr Eigentum und ihren katholischen Glauben bewahren sollten, und wollte die Soldaten nach Frankreich bringen.
Der Befehlshaber der französischen regulären Truppen, François-Gaston de Lévis, forderte, den Kampf fortzusetzen. Der britische General Jeffery Amherst verweigerte den Franzosen die militärischen Ehren – das Recht, die Stadt geschlossen, mit Fahnen, Waffen und Trommeln zu verlassen. Den Soldaten war es zudem verboten, bis zum Ende des Siebenjährigen Krieges erneut Dienst zu leisten. Für Lévis, der für den Militärdienst lebte und für die Zukunft von zehn Bataillonen verantwortlich war, bedeutete das eine Niederlage mit einem Makel auf seiner Laufbahn.
Er schlug einen letzten Ausfall vor. Als Vaudreuil sich weigerte, die Stadt zu gefährden, bat Lévis um die Erlaubnis, die Regimenter auf die Île Sainte-Hélène zu führen und dort den Widerstand fortzusetzen, obwohl sie ohne Lebensmittel bald in eine ausweglose Lage geraten wären. Der Gouverneur verweigerte dies erneut und befahl, die Waffen niederzulegen.
Daraufhin verbrannten die Fähnriche die Regimentsfahnen. Amherst hatte damit gerechnet, sie als Trophäen an sich zu nehmen; Lévis antwortete, dass die Fahnen zum Zeitpunkt der Kapitulation bereits nicht mehr existierten. Deshalb kamen die Bataillone am nächsten Tag mit Gewehren, aber ohne Fahnentücher hierher. Die regulären Soldaten wurden anschließend nach Frankreich geschickt und vom weiteren Krieg ausgeschlossen. Den kanadischen Milizionären wurde erlaubt, nach Hause zurückzukehren. In Montreal begann die britische Militärverwaltung, und drei Jahre später trat Frankreich Kanada durch einen Friedensvertrag an Großbritannien ab.
Für die Zeremonie wählte man diesen Ort, weil die Stadtbewohner hier bereits seit mehreren Jahrzehnten militärische Formationen versammelten. Zunächst hieß das Gelände Place de la Fabrique – Platz der Kirchengemeinde. Nach dem Brand eintausendsiebenhunderteinundzwanzig verlegte man die Übungen von der Place Royale hierher und erweiterte den freien Raum. Damals entstand auch der Name Place d’Armes – ein Ort für Aufstellung und Waffen.
Die Regimentsfahnen, auf die Amherst gewartet hatte, sind hier nicht zu sehen. Über dem Platz erhebt sich ein anderes Banner des französischen Königs – ein bronzenes, in der Hand von Paul de Chomedey de Maisonneuve, dem ersten Gouverneur von Ville-Marie, wie Montreal früher hieß. Das Denkmal wurde eintausendachthundertfünfundneunzig aufgestellt. Der Name aber blieb von dem Platz erhalten, auf dem die Soldaten zuerst mit Waffen übten und sie dann niederlegten.
Praktisch vor Ort
Gehen Sie einmal vollständig um das Denkmal herum: Seine Bedeutung erschließt sich von allen Seiten, und die wichtigsten Szenen befinden sich unterhalb der zentralen Figur.
