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Worauf achten
- Dreieckiger Giebel
- Säle des Stadtrats
- Innenhöfe
- Ehemalige Gefängnisräume
Die Geschichte des Ortes
Der dreieckige Giebel über dem Platz gehört zu dem Haus, in dessen Mauern Stadtgewalt, Gericht und königliche Zellen zusammenkamen. Man errichtete es gegenüber der Kirche am Hauptplatz, um Verwaltung, Pfarrei und Gefangene im Zentrum des damaligen Montevideo zu halten. Hinter der Fassade liegen noch Säle und Innenhöfe, obwohl das heutige Bauvolumen später entstand und dem unvollendeten Gebäude vom Beginn des neunzehnten Jahrhunderts überhaupt nicht ähnelt. Als die Räume des ehemaligen Rats, Gerichts und Gefängnisses der Stadt übergeben wurden, zog die historische Sammlung von Gegenständen aus dem Alltagsleben Montevideos hierher.
In der Nacht zum einundzwanzigsten September achtzehnhundertacht versammelten sich Soldaten und Stadtbewohner am Cabildo de Montevideo. Sie verlangten eine offene Sitzung des Stadtrats. Anlass war die Ankunft des Flottenkapitäns Juan Ángel Michelena: Der Vizekönig hatte ihn aus Buenos Aires geschickt, um den Gouverneur von Montevideo abzulösen. Michelena trat sein Amt nicht an – die Versammelten zwangen ihn, die Stadt zu verlassen.
Hinter diesem überstürzten Wechsel stand eine Nachricht aus Europa. Napoleon zwang die spanischen Könige zur Abdankung und setzte seinen Bruder auf ihren Thron. Der Vizekönig des Virreinato del Río de la Plata, Santiago de Liniers, der die Provinzen von Buenos Aires aus leitete, war in Frankreich geboren. Kurz zuvor hatte er sich in Kämpfen gegen die Briten hervorgetan, doch nun wurde seine französische Herkunft zum Grund für Verdächtigungen.
Der spanische Offizier Francisco Javier de Elío, der amtierende Gouverneur von Montevideo, setzte sich für die Absetzung Liniers' ein und verteidigte zugleich sein eigenes Amt. Er lebte im Dienst der Krone und hoffte, darin aufzusteigen; Ungehorsam gegenüber dem Vizekönig gefährdete Gehalt, Karriere und Freiheit. Liniers befahl, Elío abzusetzen – so kam Michelena nach Montevideo.
Um diesen Konflikt zu klären, kam man hierher, weil Cabildo de Montevideo ursprünglich den Stadtrat und erst später das Ratsgebäude bezeichnete. Hier führten Beamte die Geschäfte Montevideos, sprachen Recht und hielten Gefangene in den königlichen Zellen fest. Das Cabildo de Montevideo errichtete man an der Hauptplatzseite gegenüber der Kirche: Stadtverwaltung, Gericht, Gefängnis und Pfarrei lagen an benachbarten Seiten eines öffentlichen Zentrums.
Als offenes Cabildo de Montevideo bezeichnete man eine erweiterte Sitzung für eine außerordentliche Angelegenheit, doch nicht alle Einwohner konnten daran teilnehmen. Zeugenaussagen zufolge standen draußen etwa zweihundert Männer – Militärangehörige, weniger wohlhabende Bürger und versklavte Schwarze. Fünfundfünfzig Teilnehmer betraten den Saal, darunter neunzehn von den Versammelten gewählte Vertreter.
Elío verlangte, Gouverneur zu bleiben und eine eigene Regierungsjunta von Montevideo zu schaffen. Die Teilnehmer fanden dafür eine alte Rechtsformel: Dem Befehl Liniers' sollte man „gehorchen, aber ihn nicht ausführen“. So blieben sie dem spanischen König treu und weigerten sich zugleich, seinem Vizekönig zu gehorchen. Elío übernahm den Vorsitz der Junta.
Im Saal herrschte keine Einigkeit. Der Befehlshaber der königlichen Flotte, Joaquín Ruiz Huidobro, dem man angeboten hatte, der Junta beizutreten, weigerte sich, sie als rechtmäßig anzuerkennen. Die Anhänger Elíos zwangen ihn, Montevideo zu verlassen. Auch Michelena blieb ohne Amt, und der Befehl Liniers' wurde hier nie ausgeführt.
Die Junta hielt sich neun Monate. Ihre Mitglieder erlaubten den Handel mit verbündeten und neutralen Ländern und verwendeten örtliche Einnahmen für die Stadtverwaltung und die Truppen, verloren jedoch nach dem Bruch mit Buenos Aires die Einkünfte aus Alto Perú. Am dreißigsten Juni achtzehnhundertneun traf der neue Vizekönig Baltasar Hidalgo de Cisneros in Montevideo ein, löste die Junta auf und stellte die frühere Unterordnung wieder her. Elío reiste bald nach Spanien ab.
Das Gebäude befand sich damals noch im Bau. Die Arbeiten hatten vier Jahre vor dem offenen Cabildo de Montevideo begonnen, und das heutige Bauvolumen sowie der dreieckige Giebel entstanden deutlich später. Von dem Ereignis sind ein Teil des damaligen Cabildo de Montevideo und der Grundriss mit Sälen, Gefängnisräumen und Innenhöfen erhalten, obwohl die Fassade von achtzehnhundertacht anders aussah.
Das historische Museum befand sich zunächst weit von hier entfernt. Im Jahr neunzehnhundertfünfzehn erreichte der Pädagoge und Museumsorganisator Alberto Gómez Ruano die Einrichtung einer städtischen historischen Sammlung auf dem Landgut Quinta de Sierra. Nach seinem Tod übernahm der Historiker Horacio Arredondo die Leitung des Museums und erwarb dreißig Jahre lang Möbel, Kleidung, Keramik, Zeichnungen und Drucke aus dem Leben Montevideos oder nahm sie als Schenkungen entgegen. Als die ehemaligen Räume von Rat, Gericht und Gefängnis der Stadtverwaltung übergeben wurden, brachte man die Sammlung hierher. Das Museo Histórico Cabildo wurde am einundzwanzigsten September neunzehnhundertachtundfünfzig im Cabildo de Montevideo eröffnet – genau hundertfünfzig Jahre nach jener offenen Sitzung.
Praktisch vor Ort
Museum: Mo—Fr 11:00—17:45; Sa und Feiertage an Werktagen 11:00—17:00; Eintritt frei. Sonntags in der Regel geschlossen.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Wenn das Museum geöffnet ist, richten Sie Ihre Aufmerksamkeit nicht nur auf die offiziellen Porträts, sondern auch auf Möbel, Stoffe und Keramik. Bei geschlossenem Eingang lässt sich die Geschichte gut aus der Nachbarschaft des Gebäudes zu Kathedrale und Platz lesen.
