Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Die steinerne Schale des Wasserreservoirs
- Die Mauern des Reservoirs
- Die Stufen zum Wasserreservoir
Die Geschichte des Ortes
Vom alten Wassernetz am Fuß von Chapultepec ist ein steinernes Wasserreservoir erhalten: Seine Schale, Mauern und Stufen sind über der Erde sichtbar. In vorkolonialer Zeit sammelte sich hier Wasser, das vom Hügel herabfloss, und gelangte durch verbundene Kanäle zu den Besitzungen südlich von Chapultepec. Nach der spanischen Eroberung verschwand dieses Netz nicht und versorgte weiterhin städtische Landsitze. Unter dem Platz vor dem Reservoir liegen Spuren von drei Becken und einem Zuleitungskanal; bei den Ausgrabungen wurden außerdem Bruchstücke rot-oranger Fliesen entdeckt.
Am ersten April tausendachthundertsiebzig eröffnete der Grundbesitzer José Amor y Escandón hier ein kostenpflichtiges Badehaus – die Casa de Baños de Chapultepec. Er erhielt das Recht, ein Wasserreservoir zu nutzen, das damals Alberca de Espinosa genannt wurde, bemerkte, dass Stadtbewohner gern zu den Quellen kamen, und beschloss, mit dem Wasser Geld zu verdienen, das als heilkräftig galt.
Den Ort für das Badehaus bestimmte ein altes Wasserversorgungssystem. Das Wasser floss im freien Gefälle vom Hügel herab, füllte die durch Kanäle verbundenen Reservoirs und gelangte von hier zu den Landsitzen südlich von Chapultepec, darunter zu La Congresa. Das Wasserreservoir bestand bereits in vorkolonialer Zeit und diente auch nach der spanischen Eroberung weiter. Es war nicht das persönliche Bad eines Herrschers.
Escandón errichtete das Badegebäude vor dem Reservoir und leitete einen eigenen Kanal dorthin. Im Inneren richtete man Becken ein und trennte die Räume für Männer und Frauen. Das Einkommen des Besitzers hing von einem einzigen Wasserstrom ab: Solange das Wasser hierher gelangte, zahlten die Besucher für das Baden.
Doch die städtischen Verwalter mussten die allgemeine Wasserleitung füllen. Sie reparierten die Reservoirs, errichteten Dämme und leiteten mehr Wasser in den Aquädukt. Escandón reichte Beschwerde ein: Nach diesen Arbeiten erreichte der Wasserstrom seine Becken nicht mehr, und das Badehaus musste schließen. Er machte geltend, dass auch sein Betrieb der Gesundheit der Stadtbewohner zugutekomme, doch das Wasser wurde ihm nicht zurückgegeben. Bereits im August tausendachthunderteinundachtzig war der Ort, der noch kurz zuvor in Mode gewesen war, verödet.
Die Familie Escandón verkaufte das Grundstück an den Stadtrat. Beamte rissen das Badegebäude ab und gliederten das Land unter Erhalt des Wasserreservoirs dem Park an. Im Jahr neunzehnhundertzehn, als Chapultepec auf den hundertsten Jahrestag der Unabhängigkeit Mexikos vorbereitet wurde, nannte man gerade dieses Wasserreservoir Baños de Moctezuma. So entstand die spätere Legende vom persönlichen Badehaus Moctezuma Xocoyotzins, des Herrschers von Tenochtitlan.
Im Jahr neunzehnhundertachtzehn fanden Archäologen vor dem Wasserreservoir die Überreste von Escandóns tatsächlichen Bädern: drei in einer Reihe angeordnete Becken, einen Zuleitungskanal und Fragmente rot-oranger Fliesen. Diese Becken liegen weiterhin unter der Erde. An der Oberfläche steht das Reservoir, aus dem das Wasser in sie gelangte – mit dem Namen eines Herrschers, der hier nach Angaben der Forschenden nicht badete.
Praktisch vor Ort
Nach dem Zeitplan des ersten Abschnitts: Offizielle Quellen weichen zwischen 06:00–17:00 und 05:00–19:00 voneinander ab, im Sommer bis 20:00. Planen Sie einen Besuch bei Tageslicht von Dienstag bis Sonntag und prüfen Sie die Hinweise am Eingang; montags eignet sich gewöhnlich nicht.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie die Anlagen als Teile unterschiedlicher Wassersysteme: Der Name fasst das alte Reservoir und das Badegeschäft des neunzehnten Jahrhunderts zusammen.
