Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Zentraler Garten
- Sechs Salons rund um den Garten
- Obere Gemächer
- Palasttor
Die Geschichte des Ortes
Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts wurde der Palast als Haus des Stadtregenten errichtet: Er umfasste Familienräume, einen Empfangsort und Räume, in denen die Angelegenheiten der Stadt behandelt wurden. Sechs Salons öffnen sich zum Garten in der Mitte des Palasts, und die oberen Gemächer liegen über ihnen. Nach langer Vernachlässigung wurde der repräsentative Teil für Dar el Bacha – Musée des Confluences mit Ausstellungen über Religionen und die kulturellen Verbindungen Marokkos restauriert. Der alte Name Dar el Bacha – Musée des Confluences, Haus des Paschas, blieb auch nach der Umwandlung des Palasts in ein Museum mit diesem Ort verbunden.
Im August neunzehnhundertdreiundfünfzig versammelte Thami El Glaoui mehrere Tausend Anhänger in den Gärten seiner Residenz in Marrakesch. El Glaoui war Pascha – ein Statthalter des Sultans, der die Stadt verwaltete, Recht sprach und örtliche Beamte ernannte. Nun setzte er sich für die Absetzung des Sultans Mohammed V. selbst ein.
Der Palast wurde für El Glaoui zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts gebaut. Sultan Moulay Youssef bestätigte ihn im Jahr neunzehnhundertzwölf als Pascha von Marrakesch, und die Residenz wurde Dar el Bacha – Musée des Confluences genannt – „Haus des Paschas“. Sie war zugleich Familienhaus, Empfangsort und Verwaltungszentrum. Auf einer Fotografie aus dem Jahr neunzehnhundertvierundzwanzig steht am Palasttor eine Schlange von Männern: Sie warten darauf, dass der Pascha ihre Angelegenheit entgegennimmt.
El Glaoui lebte von den Einnahmen aus ausgedehnten Ländereien, Anteilen an den Erträgen von Mandeln, Safran und Oliven, Steuern der ihm unterworfenen Stämme sowie Investitionen in französische Bergwerke und Unternehmen. Die französische Verwaltung beließ ihm sein Amt und stützte sich auf die ihm unterstellten Kaids – Herrscher ländlicher Bezirke. Mohammed V. weigerte sich dagegen, mit der Istiqlal-Partei zu brechen, die die Unabhängigkeit Marokkos forderte. Als der Pascha während einer Audienz beim Sultan die Nationalisten angriff, ließ dieser ihn aus dem Königspalast hinauswerfen. Danach begann El Glaoui, Unterschriften für die Absetzung des Sultans zu sammeln.
Am sechzehnten August neunzehnhundertdreiundfünfzig wartete Moulay Ben Arafa, ein älterer Verwandter des Sultans, in einem der oberen Salons von Dar el Bacha – Musée des Confluences. El Glaoui beabsichtigte, ihn an die Stelle Mohammeds V. zu setzen. Nach vier Stunden Verhandlungen verlas ein Berater des Pascha-Gerichts den Versammelten eine Urkunde. Ben Arafa wurde zum Imam erklärt, also zum religiösen Oberhaupt: So versuchten die Gegner Mohammeds V., ihm das Recht zu nehmen, im Namen der Gläubigen zu sprechen. El Glaoui unterzeichnete das Dokument als Erster; nach ihm setzten der religiöse Autoritätsträger al-Kittani sowie zwölf Paschas und Kaids ihre Unterschriften darunter.
Vier Tage später umstellten französische Panzerwagen den Königspalast in Rabat. Mohammed V. weigerte sich abzudanken, und er wurde zusammen mit seiner Familie zunächst nach Korsika, dann nach Madagaskar geschickt. Ben Arafa wurde auf den Thron gesetzt.
El Glaouis Kalkül ging nicht auf. Der vertriebene Sultan wurde zum gemeinsamen Zeichen des Widerstands gegen das Protektorat, die Zusammenstöße verschärften sich, und Ben Arafa erlangte im Land keine Anerkennung. Im Herbst neunzehnhundertfünfundfünfzig erklärte sich die französische Regierung bereit, Mohammed V. zurückkehren zu lassen. El Glaoui erklärte ihn zum rechtmäßigen Sultan, flog zu ihm nach Frankreich, sank vor ihm auf die Knie und bat um Verzeihung. Der Sultan verzieh ihm.
Am dreiundzwanzigsten Januar neunzehnhundertsechsundfünfzig starb der ehemalige Pascha in seinem Palast in Marrakesch. Sein Leichnam wurde hier auf eine einfache Bahre unter einem schwarzen Leichentuch gelegt; mehrere Hundert Menschen sprachen Gebete über ihm. Auch Vertreter der Istiqlal-Partei – eben jener Partei, deren Verbindung zum Sultan den Bruch verursacht hatte – kamen, um Abschied zu nehmen.
Nach einer Zeit des Verfalls restaurierten Fachleute der Fondation Nationale des Musées den repräsentativen Teil der Residenz, und im Jahr zweitausendsiebzehn eröffnete hier Dar el Bacha – Musée des Confluences. In sechs Salons rund um den zentralen Garten werden Ausstellungen über die verschiedenen Religionen, künstlerischen Traditionen und kulturellen Verbindungen gezeigt, die Marokko geprägt haben. Der alte Name blieb im vollständigen Namen erhalten: Dar el Bacha – Musée des Confluences, Haus des Paschas.
Praktisch vor Ort
Museum mit eigenen Öffnungszeiten und Eintrittskarten; prüfen Sie vor dem Besuch den Fahrplan der Fondation Nationale des Musées.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Von der Straße aus lässt sich die Geschichte des Palasts kaum erkennen: Für diese Station ist der Eintritt ins Innere wichtig. Achten Sie nicht nur auf den Dekor, sondern auch auf die Abfolge der Räume.
