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Bahia-Palast

قصر الباهية

Der Abschluss wird erklären, warum vom Vermögen eines Hofwürdenträgers vor allem die Ausstattung des Gebäudes erhalten blieb.

35 Min.
Innenhof des Bahia-Palasts in Marrakesch
Lionel Leo · CC BY-SA 3.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Geschnitzter Gips
  • Fliesenmosaike
  • Marmorböden
  • Bemalte Zederndecken

Die Geschichte des Ortes

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An dieser Stelle stand das Haus von Si Musa. Rund um dieses Haus kaufte man benachbarte Grundstücke auf und verband die Höfe durch Durchgänge, wodurch ein Palastkomplex aus Riads, begrünten Innenhöfen, Wohnräumen und Empfangsräumen entstand. Geschnitzter Gips, Fliesenmosaike, Marmorböden und bemaltes Zedernholz schmücken die Säle, und im kleinen Riad befand sich der Ratssaal, in dem Staatsangelegenheiten behandelt wurden.

In den letzten Tagen des Frühlings des Jahres eintausendneunhundert wurde vor den Toren des Bahia-Palasts eine Wache aufgestellt. Drinnen lag Ba Ahmed im Sterben – der Großwesir, also der erste Minister und Regent des jungen Sultans Moulay Abd al-Aziz. Die Ärzte versorgten ihn mit Sauerstoffinhalationen, und Verwandte, Ehefrauen, Diener und Sklaven warteten: Mit dem Tod ihres Herrn entschied sich auch ihr eigenes Schicksal.

Ba Ahmed stammte aus einer Familie von Hofsklaven, die bis in höchste Ämter aufgestiegen war. Er konnte sich weder auf die herrschende Dynastie noch auf einen einflussreichen Stamm stützen. Seinen Reichtum verdankte er dem Dienst für den Sultan, und zusammen mit dem Amt konnte er ihn verlieren. Als Sultan Hassan I. im Jahr eintausendachthundertvierundneunzig starb, sicherte gerade Ba Ahmed dessen jungem Sohn Abd al-Aziz die Thronbesteigung. Der neue Sultan ernannte ihn zum Großwesir, doch in den folgenden sechs Jahren führte der Regent die Staatsgeschäfte.

Damals trieb Ba Ahmed den Ausbau rund um das Haus seines Vaters Si Musa voran. Er kaufte benachbarte Grundstücke auf, verband die Höfe durch Durchgänge und ließ Handwerker die Säle mit geschnitztem Gips, bemaltem Zedernholz und Mosaiken aus glasierten Fliesen ausschmücken. So entstand eine verschachtelte Folge aus Riads, begrünten Innenhöfen, Wohnräumen und Empfangsräumen. Im kleinen Riad befand sich der Ratssaal, in dem Ba Ahmed Staatsangelegenheiten behandelte. „Al-Bahia“ bedeutet „die Strahlende“. Einer verbreiteten Überlieferung zufolge hieß die Lieblingsfrau des Wesirs Bahia und der Palast erhielt ihren Namen; kein zuverlässiges Dokument, das diese Widmung belegt, ist erhalten geblieben.

Als Ba Ahmed starb, schloss die Wache die Tore. Nach dem Zeugnis eines Zeitgenossen, der damals in Marrakesch war, brachen die Menschen im Inneren Truhen und Tresore auf, holten Dokumente heraus und versteckten Edelsteine. Der Leichnam des Wesirs wurde währenddessen aus dem Palast getragen. Sultan Moulay Abd al-Aziz ging hinter der Bahre her und weinte bei der Beerdigung des Mannes, der ihn auf den Thron gesetzt und ihn dort sechs Jahre lang gehalten hatte.

Nach seiner Rückkehr unterzeichnete der Sultan als Erstes den Befehl zur Beschlagnahmung von Ba Ahmeds Besitz. Das entsprach der Hofsitte: Das Eigentum eines verstorbenen Würdenträgers ging an den Herrscher über. Mehrere Tage lang schafften Packtiere von hier Teppiche, Bettzeug, Möbel und Tresore fort. Die Ehefrauen und Diener wurden gezwungen, herauszugeben, was sie hatten verstecken können. Die Familie wurde mittellos vertrieben, die Sklaven nahm der Sultan an sich – einen Teil behielt er, einen Teil verkaufte er.

In den heutigen Sälen gibt es fast keine Gegenstände Ba Ahmeds mehr. Nicht mitnehmen konnte man, was die Handwerker am Gebäude selbst befestigt hatten: geschnitzten Gips, Fliesenmosaike, Marmorböden und bemalte Decken. Der Palast, den der Wesir bis in die letzten Monate seines Lebens erweitert hatte, stand wenige Tage nach seinem Tod leer.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort35 Min.
Nächster PunktEnde der Route
EintrittEintritt kostenpflichtig

Kostenpflichtiges Denkmal; aktuelle Öffnungszeiten, Eintrittskarten und geschlossene Räume müssen vor dem Eintritt geprüft werden.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Beeilen Sie sich nicht, nach einem einzigen Hauptsaal zu suchen: Die Bedeutung des Palasts erschließt sich in der Folge der Räume und im Wechsel des Lichts.

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Wie weiter?

Beenden Sie Ihren Rundgang zwischen den Räumen, aus denen man alles außer der Ausstattung selbst herauszuschaffen vermochte.

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Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Kasbah von Marrakesch: Paläste und Macht“ — 7 Stopps, etwa 2,8 km, 2,5–3 Stunden.

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