Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Graue Bücherstände
- Tische mit gebrauchten Büchern
- Denkmal für Claudio Moyano
- Umfriedung des Real Jardín Botánico de Madrid
Die Geschichte des Ortes
In einer kurzen abschüssigen Straße entlang der südlichen Umfriedung des Real Jardín Botánico de Madrid findet täglich ein Büchermarkt statt. Gleichartige graue Kioske stehen entlang des Hangs, und weniger wertvolle Bücher liegen draußen auf Tischen; seltene Exemplare bewahren die Verkäufer drinnen auf. Am unteren Ende der Straße steht der bronzene Claudio Moyano mit dem Text des Gesetzes über die Volksbildung in den Händen, und weiter oben am Hang finden Bücher aus auseinandergegangenen Privatbibliotheken wieder Käufer. Die heutigen Kioske ersetzten die verwitterten hölzernen Bauten und bewahrten deren Größe und allgemeines Aussehen.
Im Jahr neunzehnhundertneunzehn verließen Händler mit gebrauchten Büchern den Markt bei Atocha und stellten vor der Umfriedung des Real Jardín Botánico de Madrid, auf der Seite des Paseo del Prado, vorübergehende Verkaufstische auf. Sie verdienten an Zufallskäufern: Sie kauften Privatbibliotheken auf, zerlegten sie in einzelne Bände und brachten die Bücher wieder in den Verkauf. Viele von ihnen hatten keine eigenen Räume.
Die Leiter des Gartens forderten mehrere Jahre lang, die Händler vom Haupteingang zu entfernen. Sie störten sich an den ungeordneten Überdachungen, am Müll und am Zustand des Geländes. Für die Verkäufer hätte der Verlust dieses stark frequentierten Ortes den Verlust ihres Einkommens bedeutet. Die Stadtverwaltung fand für sie einen Platz um die Ecke – in einer kurzen abschüssigen Straße entlang der südlichen Umfriedung des Real Jardín Botánico de Madrid. Im Jahr neunzehnhundertvierundzwanzig fand hier eine vorübergehende Buchmesse statt, und im Mai neunzehnhundertfünfundzwanzig wurde ein dauerhafter Markt genehmigt.
Dreißig Händler erhielten jeweils eigene kommunale Standplätze. Der Architekt Luis Bellido entwarf für sie gleichartige graue Kioske mit einer Fläche von etwa fünfzehn Quadratmetern. Im Inneren gab es weder Strom noch Heizung. Die Regeln untersagten es, zusätzliche Überdachungen anzubauen, Waren über die festgelegte Linie hinauszustellen oder den Stand an einen anderen Händler zu vermieten. Für diese Einschränkungen erhielten die Buchhändler etwas, das sie zuvor nicht hatten: eine feste Adresse und das Recht, hier täglich Handel zu treiben.
Die heutigen Kioske sind nicht mehr jene hölzernen Kästen. Bis zum Jahr neunzehnhundertsechsundachtzig waren die alten Bauten verwittert; sie wurden abgebaut und durch neue ersetzt, die ihre frühere Größe und ihr Aussehen bewahrten. Im Inneren kamen Wasser und Strom hinzu. Auch die Handelsweise blieb erhalten: Bücher von geringerem Wert werden draußen auf Tischen ausgelegt, seltene Ausgaben bewahren die Händler in den Kiosken auf, und nach den Bedingungen heutiger Genehmigungen muss mindestens die Hälfte der Ware gebraucht sein.
Im Alltag nennt man die Straße Claudio Moyano auch Cuesta de Moyano. Sie trägt den Namen eines Ministers, der im Jahr achtzehnhundertsiebenundfünfzig ein Gesetz über die Volksbildung durchsetzte und die Grundschule verpflichtend machte. Spanische Lehrer sammelten Geld für sein Denkmal; die Bronzefigur wurde im Jahr neunzehnhundert am unteren Ende der Straße aufgestellt. Der Büchermarkt entstand ein Vierteljahrhundert später daneben. Moyano ist dargestellt, wie er sein Gesetz liest, und weiter oben am Hang stehen dreißig Kioske, in die Bücher aus auseinandergegangenen Privatbibliotheken gelangen.
Praktisch vor Ort
Die permanente Buchmesse ist täglich von 09:30–13:30 und 16:30–19:00 geöffnet; einzelne Stände öffnen gewöhnlich nacheinander, können ihre Öffnungszeiten ändern und bei Regenwetter schließen.
Geprüft: 27. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Blättern Sie behutsam und fragen Sie um Erlaubnis, bevor Sie einen Verkäufer oder das Innere eines Kiosks fotografieren. Ein gesuchtes Buch können Sie über sein Thema, seine Handlung oder Details des Einbands beschreiben.
