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Plaza de Cibeles

Plaza de Cibeles

Das repräsentative Zentrum Madrids wird zum Schauplatz der letzten inneren Auseinandersetzung der Republik.

10 Min.
Die Fuente de Cibeles auf der Plaza de Cibeles mit dem Palacio de Comunicaciones im Hintergrund
Ramón Durán · CC BY 2.0; cropped/resized for app
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Worauf achten

  • Die Fassade des ehemaligen Palacio de Comunicaciones
  • Kleine Einschusslöcher im Stein der Fassade
  • Fuente de Cibeles
  • Die Löwen am Wagen

Die Geschichte des Ortes

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Mitten auf der breiten Kreuzung steht ein steinerner Wagen: Eine Göttin mit einer Krone in Form von Stadtmauern hält Schlüssel und Zepter, und die eingespannten Löwen ziehen ihn vorwärts. Der Platz erhielt seinen Namen von dieser Figur, obwohl er zuvor die Namen der Stadt selbst und Castelar trug. Zuerst stand der Brunnen beim Palacio de Buenavista; gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts versetzte man ihn hierher und drehte ihn zur Calle de Alcalá. Die Löwen heißen Atalante und Hippomenes; der antike Mythos machte sie zu ewigen Begleitern der Göttin.

Der weiße Palast mit Türmen an der Ostseite des Platzes dient heute als Rathaus von Madrid. Im Jahr neunzehnhundertneununddreißig war es das Palacio de Comunicaciones: die zentrale Post-, Telegrafen- und Telefonstation des Landes. Daneben befanden sich der Banco de España sowie das Kriegs- und das Marineministerium. Diese Nachbarschaft machte den Platz mit seinem Brunnen zu einem der wichtigsten Knotenpunkte der Stadt – und zu einem Schlachtfeld, als die Gegner nicht mehr um Madrid, sondern gegeneinander kämpften.

Anfang März ging der Bürgerkrieg in sein drittes Jahr. Die Truppen von Francisco Franco kontrollierten den größten Teil Spaniens und umzingelten die Hauptstadt, die noch von der Republik gehalten wurde. Regierungschef Juan Negrín wollte den Widerstand fortsetzen und war nicht bereit, ihn ohne Garantien zu beenden. Segismundo Casado, Berufsoffizier und Befehlshaber der republikanischen Ejército del Centro, hielt den Krieg für verloren. Er hoffte, Negrín abzusetzen und mit Franco annehmbare Bedingungen für eine Kapitulation auszuhandeln.

Am fünften März verkündete Casado die Gründung des Consejo Nacional de Defensa, eines vorläufigen Organs, das die Regierung ersetzen und den Krieg beenden sollte. Ihm unterstellte Einheiten besetzten das Palacio de Comunicaciones, den Banco de España und die benachbarten Ministerien. Für Casado war dies ein militärischer Aufstand innerhalb eines Krieges, der bereits verloren ging: Bei einer Niederlage verlor er sowohl das Kommando als auch die Möglichkeit, selbst zu verhandeln.

Die Anhänger Negríns schlugen zurück. Am achten März rückten Einheiten, die von kommunistischen Kommandeuren geführt wurden, von Norden und über die Calle de Alcalá zum Platz vor. Die Geschütze von Casados Anhängern standen direkt bei Kybele. Die Angreifer brachten das Palacio de Comunicaciones für mehrere Stunden unter ihre Kontrolle, doch in den Nachbargebäuden hielten sich ihre Gegner. Beide Seiten brauchten die Posthallen und die Telegrafenausrüstung aus demselben Grund, aus dem dieses Gebäude hier errichtet worden war: Wer die Kommunikation kontrollierte, konnte dem übrigen Madrid Befehle erteilen.

Über den Ausgang entschied Cipriano Mera, ein ehemaliger Maurer, der zum Befehlshaber des vierten Armeekorps geworden war. Auch er wollte den Widerstand beenden und unterstützte Casado. Mera zog Einheiten vom Frontabschnitt bei Guadalajara ab und schickte sie in die Hauptstadt. Bis zum zwölften März legten die Anhänger der Regierung die Waffen nieder.

Casado erhielt die Stadt, aber nicht die Bedingungen, für die er den Aufstand begonnen hatte. Franco forderte die bedingungslose Kapitulation. Am achtundzwanzigsten März wurde Madrid übergeben; zwei Tage später verließ Casado Spanien auf einem britischen Kriegsschiff. Mera ging ebenfalls ins Exil und verdiente später in Paris wieder seinen Lebensunterhalt mit Maurerarbeiten. Auf der weißen Fassade des ehemaligen Palacio de Comunicaciones sind kleine Einschusslöcher aus jenen Märztagen erhalten.

Niemand sah die Göttin selbst während der Kämpfe. Nach den Schäden durch Bombardierungen umhüllten städtische Fachleute den Brunnen mit einer Ziegelhülle und Säcken voller Erde. Dieser Schutz stand bis zum Ende des Krieges mitten auf dem Platz. Anschließend legte man die steinerne Gruppe wieder frei, reinigte und restaurierte sie.

Der Platz erhielt seinen heutigen Namen gerade vom Brunnen. Zuerst hieß er Plaza de Madrid, dann Plaza de Castelar. Der Brunnen stand zuvor beim Palacio de Buenavista und wurde erst gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts in die Mitte der Kreuzung versetzt und zur Calle de Alcalá gedreht.

Kybele ist die spanische Form des Namens der antiken phrygischen Muttergöttin, der Schutzgöttin der Erde und der Fruchtbarkeit. Auf dem Kopf trägt sie eine Krone in Form von Stadtmauern, in den Händen ein Zepter und Schlüssel. Die beiden Löwen heißen Atalante und Hippomenes.

Dem Mythos zufolge willigte Atalante nur ein, denjenigen zu heiraten, der sie im Wettlauf besiegte. Hippomenes erhielt von Aphrodite drei goldene Äpfel und warf sie vor seine Gegnerin; Atalante hielt an, um die Äpfel aufzuheben, und verlor. Später entweihten die Liebenden ein Heiligtum von Kybele, und die zornige Göttin verwandelte sie in Löwen, die für immer vor ihren Wagen gespannt sind. Das ist ein antiker Mythos, kein Ereignis aus Madrid.

Die weißen Einschusslöcher bleiben am ehemaligen Palacio de Comunicaciones; unter ihnen hält Kybele die Schlüssel, und Atalante und Hippomenes ziehen ihren steinernen Wagen.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort10 Min.
Nächster PunktPuerta de Alcalá
Eintrittvon außen

Platz und Brunnen sind rund um die Uhr zugänglich; während Feiertagen, Paraden, Spielfeiern von Real Madrid und Arbeiten auf der Calle de Alcalá kann der Zugang zu einzelnen Aussichtspunkten eingeschränkt sein.

Geprüft: 27. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Betrachten Sie den Brunnen von den Gehwegen am Rand des Platzes aus: Der dichte Verkehr bietet keinen Anlass, sich ihm über die Fahrbahn zu nähern.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie die Calle de Alcalá zum Tor hinauf und bleiben Sie vor der Kreisfahrbahn stehen.

Stopp 1 von 8Weiter: Puerta de Alcalá

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Museo del Prado, Parque del Retiro und „Paseo del Prado und Buen-Retiro-Park, Landschaft der Künste und Wissenschaften““ — 8 Stopps, etwa 4,5 km, 4–5 Stunden.

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