Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Mauerwerk entlang der Treppe Norberto de Araújo
- Östlicher Hang hinter dem Platz
- Dächer von Alfama und der Tejo
Die Geschichte des Ortes
Das Mauerwerk an der Treppe Norberto de Araújo verläuft am Rand der alten Stadtmauer. Im muslimischen Lissabon zogen durch den hier gelegenen Ausgang Trauerzüge zu einem Friedhof am Hang von Graça. Später wurden die Tore wegen ihrer östlichen Ausrichtung Sonnentore genannt. Vom Platz aus fällt dieser Hang zu den Dächern von Alfama und zum Tejo ab.
Der Name „Portas do Sol“ bezieht sich auf Tore, die es hier nicht mehr gibt. Ihr Bogen durchbrach die Ostseite der Alten Stadtmauer ungefähr am oberen Ende der Treppe Norberto de Araújo. Hinter den Toren begannen der Hang von Graça und die Straße nach Santarém. Von hier aus sah die Wache die Zugänge zur Stadt; die heutige Aussicht über Alfama war ein Beobachtungsfeld.
Im islamischen Lissabon hießen die Tore Bab al-Maqbara – das Tor des Friedhofs. Die muslimischen Bewohner trugen ihre Toten durch sie zu einer Nekropole außerhalb der Mauer, die sich wahrscheinlich am Hang von Graça befand. Nach der christlichen Eroberung erhielt die Öffnung den Namen Porta do Sol, Sonnentor: Sie war nach Osten ausgerichtet. Die Sonne im Namen bezeichnet die Lage des alten Eingangs.
Im Sommer eintausendeinhundertsiebenundvierzig belagerte der erste portugiesische König Afonso Henriques das muslimische Lissabon. Der König brauchte einen befestigten Hafen am Tejo, doch für einen Sturmangriff reichten seine eigenen Kräfte nicht aus. Daraufhin überzeugte er Kreuzfahrer, die von Nordeuropa nach Palästina segelten, bei der Stadt zu bleiben. Laut Vereinbarung konnten sie auf Kriegsbeute und Lösegeld für Gefangene rechnen; denen, die bleiben wollten, versprach der König Wohnraum im eroberten Lissabon.
Flamen und Krieger aus dem Rheinland übernahmen den östlichen Abschnitt der Belagerung, nahe diesen Toren. Zuerst führten sie einen gedeckten hölzernen Rammbock an die Mauer heran. Die Verteidiger überschütteten das Bauwerk mit brennenden Materialien, verwundeten die darin befindlichen Menschen und zwangen die übrigen zum Rückzug. Danach gingen die Kreuzfahrer unter die Erde.
Etwa einen Monat lang gruben Pioniere einen Stollen unter der östlichen Mauer zwischen dem Sonnentor und der Porta da Alfama. Unter dem Mauerwerk hoben sie Erde und Steine aus und stützten die Decke mit Holzpfosten ab. Am sechzehnten Oktober zündeten sie die Pfosten an. Als diese niedergebrannt waren, stürzten mehrere Dutzend Meter der Mauer ein.
Die Kreuzfahrer stürmten in die Bresche, doch die Verteidiger stellten sich ihnen in dem entstandenen Durchgang entgegen und schlugen den ersten Angriff zurück. Die Verteidiger hielten die Bresche, konnten die Mauer während des Kampfes jedoch nicht wiederherstellen. In der Stadt ging das Essen zur Neige, und von der anderen Seite näherte sich den Befestigungen ein neuer Belagerungsturm. Nach einigen Tagen erklärten sich Vertreter der Belagerten zur Kapitulation bereit.
Afonso Henriques erhielt Lissabon. Der Einzug der Sieger war von Plünderungen und Gewalt begleitet; ein Teil der muslimischen Bevölkerung starb oder verließ die Stadt. Einige Kreuzfahrer ließen sich hier nieder, die übrigen setzten ihren Weg nach Palästina fort. Die durchbrochene Mauer wurde anschließend wiederhergestellt, und die Tore ließen noch mehrere Jahrhunderte lang Menschen auf die östliche Straße hinaus.
Das Erdbeben eintausendsiebenhundertfünfundfünfzig beschädigte das Bauwerk, woraufhin die Reste der Tore abgetragen wurden. Das Mauerwerk entlang der Treppe Norberto de Araújo gehört zu derselben Befestigungslinie, doch der Bogen selbst befindet sich nicht darunter. An seiner Stelle blieben ein nach Osten gerichteter Durchgang und der Name des Sonnentors.
Praktisch vor Ort
Rund um die Uhr geöffnet, freier Eintritt; Quelle überprüft am 2026-06-29.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Beschränken Sie sich nicht auf den Blick auf den Fluss: Bleiben Sie an der Brüstung stehen und suchen Sie einige Orientierungspunkte, die nach dem Abstieg aus dem Blickfeld verschwinden werden.
