Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Das Netzdach der Voliere
- Bäume und Gewässer
- Vogelnester
- Künstlicher Wasserfall
Die Geschichte des Ortes
Im alten Seegarten wiesen die städtischen Dienste ein grünes Tal für eine große Voliere aus. Über Bäumen und Gewässern spannt sich ein Netzdach, und darunter fliegen die Vögel, sammeln Zweige und bauen Nester. Der Park wurde für freien Flug geschaffen; deshalb ließ man den Raum unter diesem Dach gemeinsam, während man für einige Arten separate Gehege vorsah. Die Grenze verläuft hier hoch über den Baumkronen: Der Garten ähnelt weiterhin einem gewöhnlichen Tal, gehört aber vollständig den Vögeln.
Im Jahr zweitausendfünf schlüpfte in der Hauptvoliere dieses Parks ein Milchstorchküken. Das Ergebnis wirkt bescheiden, bis man die Ausgangszahlen kennt. In den neunzehnhundertachtziger Jahren zählte man in Malaysias Mangrovenwäldern einhundert bis einhundertfünfzig solcher Störche. Zwanzig Jahre später fanden Forschende weniger als zehn. Junge Vögel hatte man bis dahin in der Wildnis des Landes seit neunzehnhundertdreiundachtzig nicht mehr gesehen.
Für die hiesige Gruppe war Tan Yew Keong, der Generalmanager des Kuala Lumpur Bird Park, verantwortlich. Die Haltung der Sammlung und die Vermehrung seltener Arten gehörten zu seiner täglichen Arbeit. Im Jahr zweitausendzwei übergaben ihm Mitarbeitende des staatlichen Zoos „Zoo Negara“ zehn Milchstörche. Tan brachte sie in die Hauptvoliere – unter ein Netzdach, jedoch zwischen Bäumen, Gewässern und zugänglichem Nistmaterial.
Drei Jahre lang brachten die Vögel keine Nachkommen hervor. Für eine vom Aussterben bedrohte Art bedeutete eine verlorene Brutsaison mehr als ein leeres Nest: Die wild lebenden Störche wurden älter, und in Malaysia erschienen keine neuen. Schließlich schlüpfte hier im Jahr zweitausendfünf ein Küken. In einem Bericht über den Zustand der Art führte Tan bereits elf Vögel statt der zehn übergebenen auf. Fachleute hielten außerdem ein weiteres Detail gesondert fest: Buntstörche, eine nahe verwandte Art, setzten sich manchmal außen auf das Netzdach, doch im Inneren fand man keine gemischten Paare.
Dieses riesige Dach hatte man schon früher für die Besucher erdacht. Im Jahr neunzehnhundertsiebenundachtzig planten die städtischen Dienste unter Bürgermeister Elyas Omar, einen Teil des alten Seegartens in einen Raum für freien Flug zu verwandeln. Omar, ein kommunaler Verwaltungsleiter mit Karriere, setzte sich für die Verschönerung der Hauptstadt ein, und unter ihm entstand eine ganze Gruppe von Gärten – für Orchideen, Schmetterlinge, Hirsche und Vögel. Die Arbeiten am Vogelpark begannen im folgenden Jahr. Statt einer Reihe kleiner Käfige überspannte man das bestehende grüne Tal mit einem Netz, und Königin Tuanku Bainun eröffnete den Park am fünfzehnten November neunzehnhunderteinundneunzig.
Das Netz erklärt die hiesige Freiheit genauer als Werbeversprechen. In den ersten drei Zonen wählen die Vögel Bäume, sammeln Zweige und bauen Nester, bleiben jedoch innerhalb der riesigen Voliere; seltene Arten werden getrennt gehalten. Milchstörche hält der Park auch heute noch in der Voliere mit einem künstlichen Wasserfall. Um vier Uhr werden sie dort gefüttert, wo einst ein Küken die gesamte hiesige Gruppe von zehn auf elf Vögel vergrößerte.
Praktisch vor Ort
Offener städtischer Raum; wählen Sie einen Aussichtspunkt, ohne den Fußgängerverkehr zu behindern.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Der Park erfordert einen separaten Eintritt und einen beträchtlichen Zeitpuffer. Füttern und berühren Sie die Vögel nicht ohne Erlaubnis der Mitarbeitenden, halten Sie Abstand zu großen Arten und folgen Sie den Hinweisen vor Ort.
