Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Sechzehnseitiges gefaltetes Dach
- Minarett in Form eines geschlossenen Schirms
- Offene Galerien
- Angehobenes Gebetsgeschoss
Die Geschichte des Ortes
Der über dem Boden angehobene Gebetssaal ist von offenen Galerien umgeben, durch die in der Hitze und Feuchtigkeit Kuala Lumpurs Luft strömt. Statt einer vertrauten Halbkugel gehen darüber sechzehn Betonflächen auseinander, und daneben steht ein schlankes Minarett mit einem Abschluss, der einem zusammengefalteten Schirm ähnelt. Hier finden tägliche Gebete, Freitagsversammlungen und staatliche religiöse Zeremonien statt; die Nähe des alten Bahnhofs erinnert daran, dass man für die Moschee einen Standort an den wichtigsten Verkehrswegen der Stadt wählte.
Der Name „Masjid Negara“ entstand aus einer Ablehnung. Am dreißigsten Juli neunzehnhundertsiebenundfünfzig, einen Monat vor der Unabhängigkeit Malayas, beschloss der Federal Executive Council, die Hauptmoschee des Landes zu bauen. Man wollte sie Tunku Abdul Rahman Putra Al-Haj schenken – dem Regierungschef, der über die Befreiung Malayas von der britischen Verwaltung verhandelt hatte. Für das Gebäude war bereits ein Name vorgeschlagen worden: Tunku-Abdul-Rahman-Putra-Al-Haj-Moschee.
Tunku lehnte ein persönliches Denkmal ab. Er schlug vor, sie Masjid Negara zu nennen – Nationalmoschee. Anschließend wählte er selbst das Grundstück aus. Unter anderen Varianten erwog man einen Ort nahe dem künftigen Parlament, doch Tunku brauchte einen Standort nahe dem Bahnhof und zwei Stadien, in denen damals die wichtigsten staatlichen Zeremonien stattfanden. Deshalb steht die Moschee genau hier, nur wenige Gehminuten vom alten Bahnhof entfernt.
Das Gebäude musste noch unverwechselbar gestaltet werden. Diese Aufgabe übertrug man Baharuddin Abu Kassim, einem fest angestellten Architekten des Public Works Department. Er lebte vom Gehalt der Behörde, und er musste den Entwurf seiner Leitung und dem Premierminister vorlegen. Zur Eröffnung der Moschee war Baharuddin fünfunddreißig Jahre alt. Vor der Arbeit studierte er mehrere Monate lang Moscheen in verschiedenen Ländern, wollte jedoch keine halbrunde oder zwiebelförmige Kuppel wiederholen. Für das heiße, feuchte Klima übernahm er die Bauweise eines malaiischen Hauses: ein über dem Boden angehobenes Hauptgeschoss, offene Galerien und Querlüftung.
Als der Architekt Tunku Abdul Rahman das Modell zeigte, fragte der Premierminister: „Wo ist die Kuppel?“ Er erwartete eine vertraute Halbkugel. Baharuddin schlug stattdessen einen königlichen Schirm vor, den man in der malaiischen Tradition über dem Herrscher hält. Ein gewöhnlicher runder Schirm ließ sich schlecht in Betonkonstruktionen mit geraden Rippen übertragen. Da erinnerte sich der Architekt an einen faltbaren Papierschirm: Über dem Gebetssaal entstand ein halb geöffneter sechzehnseitiger Dachaufbau, und das Minarett nahm die Form eines geschlossenen Schirms an. Der Entwurf wurde genehmigt.
Am siebenundzwanzigsten August neunzehnhundertfünfundsechzig verrichtete man hier das erste Freitagsgebet. Die Moschee wurde zu einem Ort für tägliche Gottesdienste, große Freitagsversammlungen und gesamtstaatliche religiöse Zeremonien. Über den Betenden sind weiterhin Baharuddins sechzehn Betonfalten entfaltet, und am Gebäude blieb der Name, aus dem Tunku seinen eigenen entfernt hatte.
Praktisch vor Ort
Offener städtischer Raum; wählen Sie einen Aussichtspunkt, der den Fußgängerverkehr nicht behindert.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Von außen ist der wichtigste architektonische Gedanke gut zu erkennen. Beachten Sie für den Eintritt die Regeln zu Kleidung und Ruhe; während der Gebetszeiten kann der Zugang für Besucher eingeschränkt sein.
