Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Barockfassade der Basilika
- Treppe zum Gotteshaus
- Steinfragmente hinter Glas
Die Geschichte des Ortes
Die Treppe führt zur barocken Fassade der Michael-und-Stanislaus-Basilika auf dem Skałka, die auf einem Kalksteinvorsprung an der Weichsel errichtet wurde, von dem der Skałka seinen Namen erhielt. Zuvor stand hier die St.-Michael-Kirche; das mittelalterliche Gebäude wurde vollständig abgerissen, und später errichtete man an seiner Stelle das heutige Gotteshaus. In der Seitenkapelle liegen hinter Glas mehrere Steine, die die Überlieferung den Stufen des Altars jener früheren Kirche zuschreibt.
Jeden Mai zieht von der Wawel-Kathedrale hierher eine Prozession mit dem Reliquiar des heiligen Stanisław Szczepanowski. Die Route ist ungewöhnlich: Die Gebeine verlassen ihr Grab und kehren dorthin zurück, wo der Bischof starb. So werden zwei Krakauer Orte einer Geschichte verbunden – das Grab auf dem Wawel und der Skałka.
Der Name „Skałka“ bedeutet kleiner Felsen. Einst ragte hier über dem niedrigen Ufer der Weichsel eine Kalksteinerhebung auf, und auf ihr stand die St.-Michael-Kirche. Daher stammt der erste Name der heutigen Michael-und-Stanislaus-Basilika auf dem Skałka. Der zweite – nach dem heiligen Stanisław Szczepanowski, Bischof und Märtyrer – kam nach dem Mord hinzu, den die Überlieferung mit dieser Kirche verbindet.
Im Jahr eintausendneunundsiebzig standen sich zwei Menschen gegenüber, die zuvor gemeinsam gehandelt hatten. Bolesław II. Szczodry regierte bereits seit zwei Jahrzehnten und trug die Königskrone erst im dritten Jahr. Er hatte sie nach einer langen Unterbrechung polnischer Krönungen erlangt und riskierte, das Ergebnis seiner gesamten Herrschaft zu verlieren. Stanisław Szczepanowski hatte sieben Jahre lang den Krakauer Bischofssitz inne und hatte ihn mit dem Einverständnis Bolesławs selbst erhalten. Mit dem Bischofssitz waren Ländereien, Einkünfte, Geistliche und ein Platz neben dem Monarchen verbunden: Der Vorwurf des Verrats bedrohte den Bischof in seinem Amt, den Unterhalt seines Hofes und sein Leben.
Die Ursache des Bruchs ließ sich nicht feststellen. Der zeitlich nächste Bericht stammt vom Chronisten Gallus Anonymus, der ihn etwa vierzig Jahre nach den Ereignissen hinterließ. Er verzichtete bewusst auf Einzelheiten, nannte Stanisław Szczepanowski jedoch einen Verräter und verurteilte zugleich den König: Bolesław habe, seinen Worten zufolge, zu einer Sünde eine weitere hinzugefügt, als er befahl, dem Bischof wegen Verrats Körperteile abzuschlagen. Historiker streiten bis heute darüber, ob Stanisław Szczepanowski an einer Verschwörung des Adels beteiligt war, Menschen verteidigte, die der König bestraft hatte, oder ob der Zusammenstoß eine andere Ursache hatte. Sicher lässt sich nur sagen, dass Bolesław den Bischof als Verräter ansah und seine Tötung anordnete.
Die Szene am Altar ist aus einem späteren Bericht von Wincenty Kadłubek bekannt, der mehr als ein Jahrhundert später aufgezeichnet wurde. Der Überlieferung nach wagten die königlichen Diener nicht, Stanisław Szczepanowski während der Messe anzugreifen, und Bolesław betrat selbst die St.-Michael-Kirche und versetzte ihm einen tödlichen Schlag. Anschließend wurde der Leichnam des Bischofs zerstückelt und verstreut. Bei Kadłubek ist der Ort des Mordes der Skałka; die den Ereignissen nächststehende Chronik nennt keinen Ort. Deshalb ist der Tod Stanisław Szczepanowskis auf Befehl des Königs ein historisches Ereignis, der persönliche Schlag Bolesławs an diesem Altar jedoch kirchliche Überlieferung.
Die Hinrichtung rettete die Krone nicht. Gegner Bolesławs erhoben sich zum Aufstand, und noch im selben Jahr floh er nach Ungarn. Den polnischen Thron bestieg sein jüngerer Bruder Władysław I. Herman, und der gestürzte König starb zwei oder drei Jahre später im Exil. Stanisław Szczepanowski wurde zunächst hier begraben, später brachte man seine Gebeine in die Wawel-Kathedrale. Im Jahr eintausendzweihundertdreiundfünfzig sprach Papst Innozenz IV. ihn heilig.
Zu diesem Zeitpunkt war die Überlieferung entstanden, dass vier Adler die verstreuten Gebeine bewachten, bis sich die Körperteile auf wundersame Weise wieder vereinigten. Als die polnischen Länder zwischen Fürsten geteilt waren, erzählte man diese Legende als Versprechen ihrer künftigen Wiedervereinigung weiter. Der Skałka wurde zu einem Heiligtum, und künftige Könige kamen vor der Krönung in einer Bußprozession vom Wawel hierher – auf einem Weg, der den neuen Monarchen mit der Hinrichtung verband, nach der sein Vorgänger die Krone verlor.
Die heutige barocke Michael-und-Stanislaus-Basilika auf dem Skałka wurde deutlich später errichtet; die mittelalterliche Kirche riss man bis auf die Grundmauern ab. In der Seitenkapelle werden hinter Glas Steinfragmente gezeigt, die die Überlieferung für Stufen des alten Altars hält. Verlässlicher erhalten blieb die räumliche Verbindung selbst: Die Reliquien Stanisław Szczepanowskis befinden sich auf dem Wawel, doch einmal im Jahr trägt man sie weiterhin zurück zum Kalksteinfelsen Skałka.
Praktisch vor Ort
Die Kirche ist gewöhnlich tagsüber zum Gebet geöffnet; die Krypta und Klosterführungen haben eigene Öffnungszeiten, überwiegend an Wochenenden. Den Zeitplan und die Bezahlung der Führung sollten Sie vor dem Besuch auf der Website des Klosters prüfen; ein Teil der Route führt über Treppen.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Halten Sie im Inneren Ruhe und stören Sie die Gottesdienste nicht. Betrachten Sie den Besuch der Krypta getrennt: Der Zugang zu ihr kann sich vom Zugang zur Kirche unterscheiden.
