Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Arkadengalerie
- Durchfahrt unter dem Glockenturm
- Erlöserkirche in den Reihen
- Handelsgeschäfte
Die Geschichte des Ortes
Innerhalb des steinernen Rechtecks des Handelshofs steht die Erlöserkirche in den Reihen: Die Kirche entstand hier früher als die umgebenden Baukörper und blieb an ihrem Platz, als der Markt umgebaut wurde. Von der Wolga führt eine repräsentative Durchfahrt unter dem Glockenturm zu ihr, und vom Platz aus umgibt eine durchgehende Arkadengalerie den Baukörper. In den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts wurden der Glockenbau und die Kuppeln abgetragen; Restauratoren gaben der heutigen Silhouette anhand alter Fotografien und erhaltener Spuren der Konstruktion ihre Form zurück.
Hinter jedem Arkadenbogen befand sich ein eigener Kaufladen. Unten empfing man die Käufer, die Waren bewahrte man im Keller und im zweiten Stock auf; dort richtete man auch ein Kontor ein. Der Gostiny Dvor war für sechsundachtzig solche Abteilungen geplant. Später nannte man ihn Rote Reihen: Als „rote Waren“ bezeichneten die Händler Stoffe, Pelze, Leder und Bücher. Die Geschäfte und der Markt sind hier bis heute in Betrieb.
Als der Stadtmagistrat im Jahr eintausendsiebenhundertsiebenundachtzig beschloss, einen steinernen Gostiny Dvor zu bauen, stand eine Kirche dem regelmäßigen Rechteck im Weg. Sie war auf dem Markt früher entstanden als die Reihen. Der alte Holzbau sollte auf Wunsch des Kaufmanns Stefan Below aus der Stadt Kostroma durch einen dauerhaften ersetzt werden; er bezahlte auch das steinerne Gebäude, das im Jahr eintausendsiebenhundertsechsundsechzig geweiht wurde. Das Wort „Erlöser“ in seinem Namen bezieht sich auf Christus. Nach einem Brand entfernte der Magistrat die Kirche nicht vom Grundstück: Die Architekten sollten sie in den neuen Handelsbau einschließen.
Das Projekt mit den Gesamtmaßen entwarf der Chefarchitekt der Statthalterschaft Karl Kler, der sich um die Umsetzung des genehmigten Plans bemühte. Den Bauauftrag erhielt Stepan Worotilow. Er stand nicht im Gouvernementsdienst: Er hatte als Maurer begonnen, sich Geometrie und technisches Zeichnen selbst beigebracht und verdiente sein Geld mit Bauaufträgen. Zusammen mit seinen Brüdern und seinem Sohn war Worotilow hier für den gesamten Bauauftrag verantwortlich.
Während der Arbeiten änderte er Klers Projekt. Worotilow umgab den Baukörper mit einer äußeren Arkadengalerie, fügte auf der Seite zur Wolga einen Portikus hinzu und schuf über der Durchfahrt ein Fundament für einen neuen Kirchenglockenturm. So erhielt der Handelshof ein repräsentatives Tor, und die Kirche, die innerhalb des Rechtecks lag, einen Ausgang zum Stadtplatz und zum Abstieg zur Wolga.
Kler kam gegen Ende der Bauarbeiten in die Stadt Kostroma und sah bereits eine fremde Fassung seines Projekts. Er erklärte, Worotilow habe den Entwurf verdorben und den Glockenturm so schlecht berechnet, dass er einstürzen könne. Kler verklagte den Bauunternehmer und wollte gerichtlich feststellen lassen, dass die vorgenommenen Änderungen gefährlich waren. Für Worotilow stellte die Klage gerade jene Arbeit infrage, für die er und seine Familie den Bauauftrag erhalten hatten.
Zu einem Verfahren kam es nicht. Im November eintausendsiebenhundertzweiundneunzig starb Worotilow. Seine Brüder und sein Sohn verließen die Baustelle bald darauf, und im Jahr eintausendsiebenhundertsechsundneunzig vollendete der amtierende Gouvernementsarchitekt Iwan Gowe den Gostiny Dvor. Kler erhielt kein Gerichtsurteil, doch auch Worotilow erlebte die vollendeten Reihen nicht mehr. Die von ihm erdachte äußere Arkade und die Durchfahrt mit Glockenturm blieben im errichteten Ensemble erhalten.
Ende der dreißiger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts wurden der Glockenturm und die Kirchenkuppeln abgetragen. In den Jahren eintausendneunhundertvierundsiebzig bis eintausendneunhundertsechsundsiebzig stellten die Architekten und Restauratoren Leonid Wassiljew und Wadim Schaposchnikow sie anhand zweier Fotografien aus dem Jahr eintausendneunhundertacht, der Fundamentreste auf dem Dachboden der Reihen und eines erhaltenen Glieds des Eisengeländers wieder her.
Der heutige Glockenturm ist teilweise rekonstruiert, doch unter ihm verläuft genau jene Durchfahrt, wegen der Kler vor Gericht ging. Daneben steht die von Below bezahlte Kirche, und um sie herum werden die Arkadenläden weiterhin für den Handel genutzt. Die Bezeichnung „Erlöserkirche in den Reihen“ dient hier als wörtliche Adresse der Kirche.
Praktisch vor Ort
Die Arkaden sind außen ständig zugänglich; die Geschäfte richten sich nach den Öffnungszeiten ihrer Mieter; die Kirche ist nach dem kirchlichen Zeitplan geöffnet.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Gehen Sie entlang der Arkaden und in den Hof, ohne die Eingänge der geöffneten Geschäfte zu versperren. Beachten Sie in der Kirche die Besuchsregeln und schalten Sie während eines Gottesdienstes kein Audio ein.
