Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Goldene Ohrringe
- Ring mit Türkis
- Bronzenmatrizen
- Rahmen einer Gussform
Die Geschichte des Ortes
Das Gebäude führt in sechs Ebenen den Wolgahhang hinab und verbindet das Museum mit dem Flussbahnhof. Vom Passagierschiff gelangt man auf die unterste Ebene, der obere Ausgang führt zur Siedlungsstätte; dazwischen liegt die Hauptausstellung. In den Vitrinen liegen goldene Ohrringe, ein Ring mit Türkis, kupferne Rohlinge und bronzene Teile von Gussformen – der Arbeitsvorrat wohlhabender Handwerker des mittelalterlichen Bolgar.
Im Sommer zweitausendzehn überprüfte Wjatscheslaw Baranow, der wissenschaftliche Leiter einer Rettungsgrabung, das Gelände des künftigen Flussbahnhofs. Bevor die Bauarbeiter den Boden ausheben konnten, mussten die Archäologen die mittelalterlichen Schichten abtragen. In etwa zweieinhalb Metern Tiefe gelangten sie in den Keller eines Hauses, das in der ersten Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts ausgebrannt war.
Auf dem Boden lagen drei goldene Ohrringe, ein Ring mit Türkis, ein Anhänger und ein winziger durchbrochener Anhänger in Form einer Eichel. Daneben fand man kupferne Kessel und eine große Schöpfkelle. Doch den Zweck des Verstecks erklärten andere Gegenstände: Bronzenmatrizen, der Rahmen einer Gussform, Kupferbarren und ein Rohling für einen Ring.
Der Besitzer dieses Anwesens bearbeitete nach Einschätzung der Archäologen Buntmetalle. Die goldenen Gegenstände waren seine Ersparnisse für schlechte Zeiten und zugleich ein Materialvorrat für die Arbeit. Er versteckte sie absichtlich. Dann ging das Haus im Feuer zugrunde, und der Besitzer kehrte nicht zu seinem Gold zurück. Ob er getötet wurde, floh oder fern von seinem Haus starb, zeigte die Grabung nicht. Bekannt ist nur das Ergebnis: Der Handwerker verlor Geld und Rohmaterial, und die sechs Schmuckstücke lagen etwa sieben Jahrhunderte lang zwischen Holzkohle und eingestürzter Erde.
Für die Archäologen war der Fund wegen seiner genauen Fundadresse besonders wertvoll. Früher gelangten ähnliche Gegenstände häufig ohne Angaben zum Haus und zum Besitzer in Sammlungen. Hier blieben sowohl das Versteck als auch die Werkstatt darum herum erhalten. Es wurde klar, wer am Wolgahhang lebte: Wohlhabende Handwerker hielten in ihren Höfen Halbgrubenhäuser, schmolzen Metall, bereiteten Formen vor und lagerten einen kostbaren Arbeitsvorrat. Die gefundenen Gegenstände wurden dem Museumsreservat Bolgar übergeben, und Baranow erhielt das Recht, ihre Erforschung fortzusetzen.
Der Flussbahnhof wurde dennoch gebaut. Am fünfundzwanzigsten Mai zweitausenddreizehn eröffnete man im selben Gebäude das Museum der bulgarischen Zivilisation. Seine sechs Stockwerke führen den Uferhang hinab: Das unterste empfängt die über die Wolga Ankommenden, das dritte und vierte sind von der Hauptausstellung belegt, der obere Eingang liegt auf Höhe der Siedlungsstätte. Zu den Museumsfunden gehören die beim Bau geborgenen Goldschmuckstücke. Unter dem Stockwerk, in das die Passagiere von den Passagierschiffen hinabsteigen, befand sich der Boden der ausgebrannten Werkstatt; der Ring mit Türkis gelangte von dort in das Museum darüber.
Praktisch vor Ort
Das Museum richtet sich nach den Öffnungszeiten der Museumsstraße, täglich 08:00–17:00; Erwachsenenticket — 300 Rubel, ermäßigtes Ticket — 200 Rubel zum Prüfdatum 2026-06-24. Das Ufer und das Außengelände sind nach der allgemeinen Regelung des Museumsreservats zugänglich.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Planen Sie für das Museum eigene Zeit ein und gehen Sie nach der Ausstellung unbedingt ans Wasser; bei Wind und Niederschlag kann das Ufer ungemütlich sein.
