Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Ädikula
- Große Kuppel der Kirche
- Obere Marmorplatte
- Fenster mit einem Fragment der Höhlenwand
Die Geschichte des Ortes
Die Grabeskirche ist um eine kleine marmorne Kapelle unter einer großen Kuppel angelegt; Pilger betreten sie einzeln und beugen sich über die obere Platte. Unter der Verkleidung ist der steinerne Kern der Höhle erhalten, und durch ein kleines Fenster im Inneren der Kapelle ist ein Teil ihrer antiken Wand zu sehen. Im ersten Jahrhundert lag das Gelände außerhalb der Stadtmauer: Aus einem aufgegebenen Steinbruch blieben hier in den Kalkstein gehauene jüdische Gräber zurück. Drei Jahrhunderte später wurde der römische Tempel an diesem Ort abgetragen, und das freigelegte Grab wurde vom Felsen getrennt, um darüber den ersten christlichen Komplex zu errichten.
Am Abend des sechsundzwanzigsten Oktober zweitausendsechzehn entfernte ein Team der Nationalen Technischen Universität Athen eine Marmorplatte in der engen Kammer der Ädikula – einer kleinen Kapelle unter der großen Kuppel der Kirche. Unter dieser Platte verehren Christen eine aus Kalkstein gehauene Liege, auf die der Leichnam Jesu nach der Kreuzigung laut den Evangelien gelegt wurde. Daher der Name: Grabeskirche. Golgota, wo der Ort der Kreuzigung verortet wird, befindet sich unter demselben Dach.
Die Arbeiten leitete Antonia Moropoulou, Professorin für Chemieingenieurwesen und Spezialistin für Denkmalerhaltung. Sie sollte die Kapelle verstärken, die nach dem Brand von achtzehnhundertacht errichtet worden war. Ihre Steinverkleidung ging auseinander, und seit neunzehnhundertsiebenundvierzig hielt ein äußerer Eisenrahmen das Bauwerk zusammen. Ingenieure warnten, die provisorische Stütze garantiere nicht mehr gegen einen Einsturz.
Der Beginn der Restaurierung wurde durch die Ordnung der Kirche selbst erschwert. Die Hauptrechte teilen sich das Griechisch-orthodoxe Patriarchat von Jerusalem, das Armenische Patriarchat von Jerusalem und die franziskanische Kustodie des Heiligen Landes, die die Katholiken vertritt. Ein osmanisches Dekret von achtzehnhundertzweiundfünfzig sicherte den Gemeinschaften die von ihnen genutzten Kapellen, Altäre und Gottesdienstzeiten. Diese Ordnung nennt man den Status quo. Sie bestimmt auch Prozessionen, die Reinigung der gemeinsamen Ädikula und die Reihenfolge der Gottesdienste am Grab. Etwas im gemeinsamen Bereich lässt sich nur mit allgemeiner Zustimmung ändern.
Im März zweitausendsechzehn unterzeichneten die Leiter der drei Gemeinschaften eine solche Vereinbarung. Für sie bedeutete die Restaurierung, Ingenieuren Zugang zu einem Heiligtum zu gewähren, das jede Gemeinschaft nach ihrem eigenen Zeitplan nutzte, ohne dabei den anderen ihre Rechte abzutreten. Etwa fünfzig Fachleute arbeiteten überwiegend nachts, damit Pilger tagsüber weiterhin das Grab betreten konnten.
Als Moropoulou die Erlaubnis erhielt, die Grabkammer zu öffnen, blieben für die Untersuchung sechzig Stunden. Unter der oberen Platte lag eine Schicht aus Steinfüllung. Darunter fand sich eine weitere, zerbrochene Marmorplatte mit einem eingemeißelten Kreuz. Unter ihr waren die Kalkstein-Grabliege und ein Teil der Wand der antiken Höhle erhalten.
Dieser Fund beantwortete eine Frage, die sich außerhalb der Ädikula nicht klären lässt. Im ersten Jahrhundert befand sich hier, hinter der damaligen Stadtmauer, ein aufgegebener Steinbruch mit in den Fels gehauenen jüdischen Gräbern. Die Evangelien berichten, dass der wohlhabende Nachfolger Jesu, Josef von Arimathäa, beim römischen Statthalter die Erlaubnis erwirkte, den Leichnam des Hingerichteten zu holen, und ihn in seinem neuen Grab nahe Golgota bestattete. Die Nachfolger Jesu glaubten, dass er am dritten Tag auferstand und das Grab leer blieb.
Etwa drei Jahrhunderte später befahl Kaiser Konstantin, den hier stehenden römischen Tempel abzutragen. Darunter legten Bauleute ein Felsengrab frei, das die örtlichen Christen als das Grab Jesu erkannten. Sie schnitten das umgebende Gestein ab, ließen die Grabkammer als eigenständigen steinernen Kern stehen und errichteten darüber den ersten Kirchenkomplex.
Den Mörtel zwischen der unteren Marmorplatte und der Kalksteinliege datierten die Forscher in die Mitte des vierten Jahrhunderts, ungefähr auf das Jahr dreihundertfünfundvierzig. Die Analyse kann nicht feststellen, wessen Leichnam sich in diesem Grab befand, geschweige denn den Glauben an die Auferstehung prüfen. Sie zeigte etwas anderes: Das Heiligtum aus der Zeit Konstantins stand genau über jener Steinliege, die im Inneren der heutigen Ädikula verborgen ist. Über Jahrhunderte der Zerstörungen und Umbauten hinweg wurde sie nicht in einen günstigeren Teil der Kirche verlegt.
Am zweiundzwanzigsten März zweitausendsiebzehn übergab Moropoulous Team den Gemeinschaften die verstärkte Kapelle. Der Eisenrahmen, der sie siebzig Jahre lang umgeben hatte, wurde entfernt, und die Marmorplatten wurden wieder an ihren Platz gelegt. Nun beugen sich Pilger über die obere Platte; darunter liegen in der von den Forschern dokumentierten Reihenfolge die Platte aus dem vierten Jahrhundert und die Kalkstein-Grabliege. Ein Fragment der Wand der ursprünglichen Höhle wurde durch ein kleines Fenster im Inneren der Ädikula sichtbar belassen.
Praktisch vor Ort
Die Basilika ist im Sommer gewöhnlich von 05:00–20:45 geöffnet, im Oktober bis 20:00, im Winter von 04:00–19:00, im März bis 19:30. Prüfen Sie in der Karwoche, an hohen Feiertagen und bei Sicherheitsmaßnahmen am Tag Ihres Besuchs die aktuellen Bekanntmachungen und Warteschlangen.
Geprüft: 27. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Stellen Sie sich nicht vor die Türen und bedenken Sie, dass Gottesdienste und die Warteschlange wichtiger sind als das Tempo Ihres Rundgangs. Auch ohne einzutreten erschließt die Fassade die Schlüsselgeschichte dieser Station.
