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Angara-Quelle und Schamanenstein

Смотровая площадка у истока Ангары

Ein Unterwassergrat verbindet die frühere Durchquerung des Eisbrechers mit burjatischen Überlieferungen von einem Gericht auf dem Stein.

25 Min.
Der Schamanenstein an der Angara-Quelle
Octagon · CC BY 3.0; cropped/resized for app
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Worauf achten

  • Kuppe des Schamanensteins
  • Wasserfläche an der Angara-Quelle
  • Ufer von Port Baikal
  • Gegenüberliegendes Ufer

Die Geschichte des Ortes

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An der Angara-Quelle ist der Schamanenstein über dem Wasser sichtbar. Unter ihm zieht sich ein anstehender Felsstreifen quer über den einzigen oberirdischen Abfluss des Baikalsees, von dem das Seewasser in den Fluss abfließt. Nach dem Bau des Irkutsker Wasserkraftwerks verdeckte das Wasser den breiten Gipfel, und über der Wasserfläche blieb ein etwa anderthalb Meter hoher Teil des Felsens zurück. Bei niedrigem Wasserstand bestimmt die verborgene Schwelle sowohl die Tiefe der Durchfahrt als auch, wie viel Wasser den Baikalsee verlassen kann.

Im Dezember neunzehnhundertsiebenundsechzig erhielt Kapitän Kasimir Andrulaitis den Auftrag, den alten Eisbrecher Angara von Port Baikal in das Irkutsker Reservoir zu bringen. Das Schiff war bereits außer Betrieb, sollte aber flussabwärts eingesetzt werden. Zwischen dem Baikalsee und dem Reservoir lag die Stromschnelle Istok. Der Eisbrecher lag fast vier Meter tief im Wasser, während die Tiefe des Fahrwassers hier kaum zwei Meter neunzig Zentimeter erreichte.

Von der Angara nahm man die Rettungsboote ab und lud Ballast sowie Ersatzteile aus. Das reichte nicht. Daraufhin versenkte die Besatzung zwei Lastkähne, brachte sie an die Seiten des Eisbrechers und verband die gesamte Konstruktion mit fünfundzwanzig Seilen. Das Wasser wurde aus den Kähnen abgepumpt. Beim Aufsteigen hoben sie den Rumpf der Angara um fast einen Meter an.

Es blieb dennoch keinerlei Tiefenreserve: Die unterste Stelle des Hecks tauchte auf dieselben zwei Meter neunzig Zentimeter ein, die unter dem Kiel vorhanden waren. Der Dampfer Suworow führte die verbundenen Schiffe durch die Stromschnelle. Andrulaitis brachte den Eisbrecher hindurch, ohne ihn auf die Felsen auflaufen zu lassen. So verließ die Angara den Baikalsee. Nach langen Jahren des Verfalls und der Restaurierung wurde sie in Irkutsk zum Museum und liegt bis heute flussabwärts auf dem Reservoir.

Diese Durchquerung zeigt das tatsächliche Ausmaß des Hindernisses unter Wasser. Der Schamanenstein ist der Gipfel eines anstehenden Felsgrats, der den einzigen oberirdischen Abfluss des Baikalsees quert. Über dem Grat beginnt das Seewasser die Strömung der Angara; bei niedrigem Wasserstand begrenzt diese Schwelle sowohl die Tiefe als auch die Menge des abfließenden Wassers.

Lange vor den Kapitänen und Vermessungen nutzten die Burjaten denselben Felsen als letzte Instanz bei wichtigen Rechtsstreitigkeiten. Wenn Zeugen und Beweise nicht ausreichten, brachte man den Beschuldigten hierher, damit er einen Eid ablegte. Man glaubte, auf dem Stein sei Ama Sagan Nojon gegenwärtig – der Herr der Angara-Quelle und ein strenger Richter. Die Verweigerung des Eids bedeutete ein Schuldeingeständnis; wer ihn bestand, bekräftigte sein Wort. Der Mensch riskierte Ehre, Eigentum und Leben: Den Gipfel erreichte man mit dem Boot, und ringsum blieb die Strömung stark. Alte Aufzeichnungen erwähnen Menschen, die gestanden, das Bewusstsein verloren oder ins Wasser gestürzt waren.

Später machte die Überlieferung die Prüfung noch strenger: Den Beschuldigten soll man die ganze Nacht auf dem Felsen zurückgelassen und ihm vergeben haben, wenn man ihn am Morgen lebend fand. Verlässlicher bezeugt ist der Eid selbst; die Nachtprüfung blieb eine Überlieferung.

Nach dem Bau des Irkutsker Wasserkraftwerks stieg der Wasserstand und bedeckte den größten Teil des Grats. Der breite Gipfel, auf dem die Eidleistenden an Land gesetzt wurden, ragt nun nicht mehr über das Wasser. Meist ist nur noch eine etwa anderthalb Meter hohe Kuppe sichtbar – über jener Schwelle, die der Eisbrecher Angara ohne einen einzigen Zentimeter Reserve durchquerte.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort25 Min.
Nächster PunktTscherski-Stein
Eintrittvon außen

Offener Bereich ohne Kasse; am besten bei Tageslicht und normaler Sicht kommen.

Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Beobachten Sie vom sicheren Ufer oder von einer ausgestatteten Plattform aus: Die Strömung ist hier stark, und für ein Foto sollte man sich dem Wasser nicht nähern. Mit einem Fernglas ist der Stein leichter zu erkennen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Steigen Sie von der Angara-Quelle zur Plattform auf dem Tscherski-Stein hinauf.

Stopp 7 von 8Weiter: Tscherski-Stein

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Talzy und Listwjanka: Tore zum Baikalsee“ — 8 Stopps, etwa 1,5 km zu Fuß; zwischen Talzy und Listwjanka — etwa 25 km mit dem Verkehrsmittel, 9–10 Stunden von Irkutsk und zurück.

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