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Yu Chau Street (Bead Street)

Die Geschichte eines Stofftresens zeigt, wie Fabrikreste eine Familie ernährten und sich mit den Käufern veränderten.

15 Min.
Perlen und Bastelmaterialien auf der Yu Chau Street in Sham Shui Po.
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Worauf achten

  • Perlenfächer
  • Holzperlen
  • Kunststoffperlen
  • Perlenimitate

Die Geschichte des Ortes

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An der Yu Chau Street sind die Erdgeschosse der Häuser von Kurzwarenläden belegt: Hinter den Tresen stehen Kästen mit Perlen, und Holz-, Kunststoff- oder perlenähnliche Kugeln werden direkt aus den Fächern nach Gewicht abgemessen. Der Handelsbeiname Bead Street entstand später als der offizielle Name, der mit der Stadt Ruzhou in Henan und ihrer kantonesischen Aussprache verbunden ist. In den Nachkriegsjahrzehnten funktionierte diese Straße als gemeinsames Lager für die Nähfabriken und Heimwerkstätten von Sham Shui Po: Hier kaufte man Stoff und Kleinteile für billige Kleidung, und nachdem die Produktion Hongkong verlassen hatte, traten Nähbegeisterte und Designstudierende an ihre Stelle.

Am Ende des Arbeitstags ging der Stoffhändler Chan Yu-tung nicht nach Hause. Auf der Yu Chau Street blieben die Ballen zurück – sein gesamtes Betriebskapital. Er verschloss seinen Tresen mit drei oder vier Schlössern und legte sich dann daneben: unter einem Vordach oder im Treppenhaus des nächstgelegenen Gebäudes. Seine Familie wohnte nicht weit entfernt, doch acht oder zehn Jahre lang verbrachte Chan die Nächte bei der Ware, die sich nicht jeden Abend in die Wohnung tragen ließ.

Mit Stoff kannte er sich schon vor seiner Ankunft in Hongkong aus: In Xinhui züchtete Chan Seidenraupen und wickelte den Faden von den Kokons ab. Im Jahr neunzehnhundertfünfzig nahm er in Sham Shui Po eine Stelle an und verkaufte Leder für zwanzig Hongkong-Dollar im Monat. Danach eröffnete er seinen eigenen Tresen auf der Yu Chau Street und ging kurz vor Abschluss großer Aufträge zu den Nähfabriken. Die Fabrikbesitzer verkauften ihre Reste auf Auktionen: einige Rollen in einer Farbe, ein ungenutztes Stoffstück, eine Partie mit misslungener Färbung. Chan sortierte seine Einkäufe nach Verwendungszweck und verkaufte sie an kleine Werkstätten weiter, die Hemden, Windjacken, Jeans und billige Kinderkleidung nähten.

Gerade für solche Käufer versammelten sich rund um die Yu Chau Street Verkäufer von Stoffen und Kurzwaren. In Sham Shui Po arbeiteten Fabriken und Heimwerkstätten, und ein Einkäufer konnte mit einem Rundgang Material und Kleinteile für ein fertiges Kleidungsstück finden. Chan kaufte sogar Perlen mit fehlerhafter Färbung von Fabriken, klebte sie auf Baumwolle und Kord und verkaufte das entstandene Material an Hersteller von Exporttaschen. Aufträge kamen unter anderem aus Ländern Afrikas: Fabrikmangelware wurde zu einer eigenständigen Ware.

Im Jahr neunzehnhundertachtundsiebzig räumte die Kolonialverwaltung die Yu Chau Street für neue Busspuren und den Bau der Tsuen Wan Line. Die lizenzierten Stoffhändler wurden auf einen provisorischen Markt an der Yen Chow Street umgesiedelt. Chan verlegte seinen Tresen dorthin und verkaufte weiterhin Fabrikreste. Als die Produktion Hongkong nach und nach verließ, wurden statt Werkstätten Designstudierende und Nähbegeisterte zu seinen Käufern. Die früheren Partien, die bündelweise weggetragen wurden, wichen Stoffstücken für eine einzige Tasche. Chan ermöglichte seinen vier Kindern eine Ausbildung in Hongkong, dem Vereinigten Königreich und Australien; alle wählten andere Berufe. Er selbst schloss seinen Tresen erst im Alter von neunzig Jahren.

Der offizielle Name Yu Chau hat nichts mit Perlen zu tun. Im Jahr neunzehnhundertsiebenundzwanzig wurde die Straße nach der Stadt Ruzhou in der Provinz Henan benannt; dabei gab man ihre kantonesische Aussprache in der damaligen englischen Schreibweise wieder. „Bead Street“ ist ein späterer Handelsbeiname: Die Stofftresen sind von hier verschwunden, und in den Geschäften der Erdgeschosse haben sich Perlen und Nähkurzwaren konzentriert.

In Haus Nummer zweihunderteinundzwanzig schütten Käufer noch immer selbst Holz-, Kunststoff-, Kunstharz- und Perlenimitat-Perlen aus den Fächern und bezahlen anschließend nach Gewicht. Auf derselben Straße, auf der Chan Yu-tung Stoff in ganzen Ballen bewachte, wird das Material heute in Handvoll weggetragen.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktKi Lung Street (Button Street)
Eintrittaußen/Läden

Unabhängige Geschäfte; die Öffnungszeiten ändern sich. Kommen Sie am besten tagsüber, wenn mehr Läden geöffnet sind.

Geprüft: 25. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Nehmen Sie keine Muster ohne Erlaubnis aus den Kästen und halten Sie den Bereich an den Eingängen frei, wo Waren entgegengenommen und getragen werden.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie zur benachbarten Button Street und suchen Sie Haus 215.

Stopp 5 von 7Weiter: Ki Lung Street (Button Street)

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Das arbeitende Sham Shui Po: Märkte und Familienläden“ — 7 Stopps, etwa 2 km, etwa 2-3 Stunden.

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