Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Deckel aus sechs Bodenfliesen
- Verborgener Riegel
- Treppe
- Betonkammer
Die Geschichte des Ortes
In einem Wohnhaus liegt neben der Treppe ein Deckel, der aus sechs Bodenfliesen zusammengesetzt ist. Darunter ist eine Betonkammer von mehr als acht Metern Länge, zwei Metern Breite und zweieinhalb Metern Tiefe erhalten; ein verborgener Riegel öffnet einen Durchgang, durch den eine Person kriechen konnte. Der Keller wurde fast ein Jahr lang unter dem Fußboden ausgehoben, und die Erde trug man in Kartons hinaus, damit im Hof kein verdächtiger Haufen wuchs. Nach dem Krieg kehrte die Familie in das Haus zurück, und das Versteck wurde als nationales historisches Denkmal anerkannt.
Im Jahr neunzehnhundertfünfundsechzig erhielt Trần Văn Lai den Auftrag, ein Haus unweit der Präsidentenresidenz Südvietnams zu finden. Lai gehörte dem Saigoner Untergrund an, verdiente seinen Lebensunterhalt jedoch als wohlhabender Bauunternehmer für Innenausbauten. Unter dem Namen Mai Hồng Quế arbeitete er auch im Unabhängigkeitspalast, besaß einen Ausweis und kannte dessen Bewachung gut. Nun sollte ihm dieser Beruf helfen, Waffen fast bis an das Ziel des künftigen Angriffs zu bringen.
Lai verkaufte zwei seiner Villen, kaufte drei benachbarte Häuser in einer Gasse nahe der Phan-Đình-Phùng-Straße und schaffte Autos an. Selbst bei Erfolg der Operation ließ sich eine solche Investition nur schwer wieder hereinholen. In einem der Häuser begann er, einen Keller auszuheben. Tagsüber setzte der Bauunternehmer seine gewöhnliche Arbeit fort, nachts stieg er gemeinsam mit seiner Frau Đặng Thị Thiếp unter den Fußboden hinab. Sie war etwa zwanzig Jahre alt. Fast ein Jahr lang holten sie Erde heraus, packten sie in Kartons und fuhren sie mit dem Auto fort, damit im Hof kein verdächtiger Haufen wuchs.
So entstand eine Betonkammer von mehr als acht Metern Länge, zwei Metern Breite und zweieinhalb Metern Tiefe. Den Eingang richteten sie neben der Treppe ein. Den Deckel setzten sie aus sechs miteinander verklebten Bodenfliesen zusammen und versahen ihn mit einem verborgenen Riegel: Hob man das gesamte Stück Fußboden an, öffnete sich eine Öffnung, durch die eine Person kriechen konnte.
Lais Arbeit erklärt sowohl die Wahl dieses Hauses als auch die Art, es zu füllen. Ein Bauunternehmer des Palastes erregte bei den Patrouillen nicht so viel Verdacht wie ein unbekannter Lastwagen aus den Vororten. Die Waffen wurden in Lieferungen gebracht, verborgen im Inneren hölzerner Möbel, in Körben und anderen Haushaltsladungen. Nach mehreren Fahrten lagen unter dem Fußboden mehr als zwei Tonnen: Maschinengewehre, Granaten, Panzerabwehr-Granatwerfer und Hunderte Kilogramm Sprengstoff. All dies befand sich zwischen Wohnhäusern, eine Viertelstunde Fahrt vom Palast entfernt.
In der Nacht zum einunddreißigsten Januar neunzehnhundertachtundsechzig trafen hier fünfzehn Kämpfer der fünften Abteilung des Saigoner Untergrunds ein. Es handelte sich um kleine städtische Stoßtrupps der Nationalen Befreiungsfront Südvietnams. Der Kommandeur Trương Hoàng Thanh, im Untergrund als Tư Hoài Thanh bekannt, sollte die Männer in den Unabhängigkeitspalast führen. Die Kämpfer holten die Waffen aus dem Keller, verteilten sie auf die Autos und fuhren um halb zwei aus der Gasse. Fünfzehn Minuten später hielten die Fahrzeuge an den Seitentoren des Palastes in der Nguyễn-Du-Straße.
Die Sprengladung am Tor funktionierte nicht. Die Abteilung konnte nicht hineingelangen, und der Kampf ging draußen weiter. Bis zum Morgen starben sieben Menschen, darunter Trương Hoàng Thanh. Die acht Übrigen, die zur Hälfte verwundet waren, suchten in einem Nachbarhaus Schutz und hielten fast noch einen ganzen Tag lang aus. Als die Patronen ausgingen, nahm man sieben gefangen; der achte Kämpfer starb. So kehrte von den fünfzehn Menschen, die sich in diesem Keller bewaffnet hatten, keiner als freier Mensch hierher zurück.
Vier Tage später fand man auch das Haus selbst. Das Eigentum wurde beschlagnahmt, Trần Văn Lai zur Fahndung ausgeschrieben. Er verließ Saigon und lebte weiter unter einem fremden Namen im Versteck; Đặng Thị Thiếp blieb allein zurück, um sechs Kinder großzuziehen, und verdiente ihr Geld mit Kleinsthandel. Nach dem Krieg kehrte die Familie in dieses Haus zurück, und im Jahr neunzehnhundertachtundachtzig wurde das Versteck als nationales historisches Denkmal anerkannt.
Neben der Treppe liegt noch heute der aus sechs Fliesen zusammengesetzte Deckel. Darunter ist die Betonkammer erhalten, aus der fünfzehn Minuten vor dem Kampf die Waffen für fünfzehn Menschen heraufgeholt wurden.
Praktisch vor Ort
Kleines Privat-/Café-Format; der Zugang kann sich ändern, prüfen Sie dies für den Besuchstag und respektieren Sie die Regeln der Eigentümer.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betreten Sie das Innere nur bei eindeutigem Zugang und folgen Sie den Anweisungen der Betreuer: Der Raum ist klein und ein Gedenkort. Wenn das Haus geschlossen ist, beschränken Sie sich auf den Blick von der Straße.
