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Casa de los Tiros: Festung, Salon, Museum

Museo Casa de los Tiros

Der Palast wird zeigen, wie die Familie Dienst an der Krone, Heirat und Erbe in eine Stellung verwandelte, die direkt an der Fassade sichtbar war.

15 Min.
Fassade des Gebäudes Casa de los Tiros in Granada.
carlos corzo · CC BY-SA 3.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Eiserne Gewehrläufe über den Zinnen
  • Steinerne Figuren von Helden
  • Wappen der Rengifo und der Granada Venegas
  • Geschnitzte Decke der Goldenen Kammer

Die Geschichte des Ortes

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Unter der steinernen Krone des Turms dunkeln Waffenmündungen, und darunter ziehen sich geschnitzte antike Krieger und Familiensymbole über die Fassade. Früher war dieses Grundstück von verstreuten Häusern und Wirtschaftsgebäuden eingenommen; später wurden sie zu einer städtischen Residenz mit Turm und Repräsentationssaal zusammengefügt. Im Saal versammelte sich unter der vergoldeten geschnitzten Decke eine literarische Akademie, und heute gehen Besucher des städtischen Museums hindurch.

Zwischen den Zinnen des Turms ragen kurze eiserne Gewehrläufe hervor. Solche schweren Musketen nannte man „Tiros“; nach ihnen erhielt der Palast seinen volkstümlichen Namen – Haus der Schüsse. Die Läufe beweisen nicht, dass hier gekämpft wurde. Sein städtisches Wohnhaus erhielt sein kriegerisches Aussehen durch Gil Vázquez Rengifo, einen Teilnehmer an der Eroberung Granadas, der für seine Familie einen festen Platz unter dem neuen Adel anstrebte.

Rengifo kam aus Ávila und machte im Dienst der Krone Karriere. Er wurde oberster Bannerträger Granadas, trat in den Stadtrat ein, erhielt eine Kommende im Orden de Santiago und anschließend die Verwaltung des Generalife. Diese Ämter und die damit verbundenen Besitzungen brachten ihm Einkünfte. Die königliche Gunst galt ihm persönlich; seine Kinder mussten das Erreichte erst noch bewahren.

Bis zum Jahr eintausendfünfhundertsechsundzwanzig hatte Rengifo auf diesem Grundstück mehrere Häuser und Wirtschaftsgebäude zusammengebracht. Im selben Jahr kam Kaiser Karl V. mit seinem Hof für sieben Monate nach Granada. In den folgenden Jahrzehnten errichtete der Eigentümer den Turm-Palast und verwandelte die Fassade in eine öffentliche Selbstdarstellung vor diesem Hof.

Im Stein erschienen Iason, Herakles, Hektor und Theseus – Krieger, die Throne zurückeroberten, Ungeheuer besiegten und Städte verteidigten. Zwischen ihnen stand Merkur mit dem Wappen der Rengifo. Über dem Eingang meißelte man das Motto „Das Herz befiehlt“, und über den Zinnen stellte man die Musketen auf. Der Veteran des Granada-Krieges präsentierte sich als gebildeter Höfling, der mit Waffen ebenso umgehen konnte wie mit Büchern.

Seine Fortsetzung sicherte er durch eine Heirat. Im Jahr eintausendfünfhundertfünfunddreißig heiratete María, Rengifos Tochter und Erbin, Pedro de Granada Venegas. Pedro gehörte einer Familie an, die von zum Christentum übergetretenem nasridischen Adel abstammte, und strebte am christlichen Hof volle Anerkennung an. Er erhielt die Residenz, die verwandtschaftlichen Beziehungen eines alten königlichen Kriegers und die erbliche Verwaltung des Generalife. Im Hauptsalon brachte man die Wappen der Rengifo und der Granada Venegas nebeneinander an.

Dieser Salon heißt Cuadra Dorada – Goldene Kammer. „Cuadra“ bedeutet hier einen quadratischen Raum, und Gold bedeckt die geschnitzte Holzdecke mit Dutzenden von Helden und Herrschern. Der Sohn von María und Pedro und anschließend ihr Enkel versammelten in der Kammer eine literarische Akademie. Der Enkel wurde der erste Marquis von Campotéjar. Die Musketen auf dem Dach verkündeten die militärische Vergangenheit der Familie, während die Eigentümer unter ihnen Gedichte und gelehrte Schriften besprachen.

Nach mehreren Generationen erlosch die direkte männliche Linie, und der Palast fiel Verwandten zu, die in Italien lebten. Im Jahr eintausendachthundertsechsundzwanzig forderte König Ferdinand VII., den Generalife an die Krone zurückzugeben. Der Rechtsstreit mit den Marquises von Campotéjar zog sich fast ein Jahrhundert hin. Das Gericht entschied zugunsten des Staates, doch endgültig einigten sich die Parteien erst im Jahr eintausendneunhunderteinundzwanzig.

Der Marquis übergab zusammen mit dem Generalife auch Casa de los Tiros, unter einer Bedingung: In dem Haus sollten eine Bibliothek, ein Archiv und ein Museum Granadas untergebracht werden. Der Gelehrte Francisco de Paula Valladar unterzeichnete das Projekt und begann, Dokumente zu sammeln, starb jedoch fünf Jahre vor der Eröffnung. Der Kunsthistoriker Antonio Gallego y Burín setzte seine Arbeit fort; am ersten November eintausendneunhundertneunundzwanzig empfing man hier Besucher.

In der Cuadra Dorada stehen die Wappen der Rengifo und der Granada Venegas noch immer nebeneinander. Unter den geschnitzten Helden versammelt sich keine Familienakademie mehr: Jetzt gehen hier Besucher des Museums hindurch, das auf Bedingung des letzten Eigentümers und nach dem Projekt des Direktors geschaffen wurde, der die Eröffnung nicht erlebte.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktPlaceta de la Puerta del Sol: Wasser und Arbeit
Eintrittvon außen

Museo Casa de los Tiros: 16. Juni-15. September Di-So/Feiertage 09:00-15:00; 16. September-15. Juni Di-Sa 09:00-21:00, So/Feiertage 09:00-15:00; Mo geschlossen, außer an einzelnen Montagen vor Feiertagen.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Die Fassade bietet eine eigenständige Station. Den Besuch der Museumsräume planen Sie getrennt und nur bei Zugang.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Steigen Sie vom Palast zur Placeta de la Puerta del Sol hinauf und finden Sie das überdachte steinerne Becken.

Stopp 3 von 8Weiter: Placeta de la Puerta del Sol: Wasser und Arbeit

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Realejo: jüdisches Viertel, Plätze und Gärten“ — 8 Stopps, etwa 2,5 km, 2–3 Stunden.

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