Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Die Barockfassade des Hauses Nummer sieben
- Anker
- Das vergoldete Schiff als Wetterfahne
- Löwenköpfe und Delfine
Die Geschichte des Ortes
Heute ist die Korenlei von Terrassen, Hotels und Anlegestellen für Ausflugsboote geprägt. Am Haus Nummer sieben ist eine Barockfassade mit Ankern, Löwenköpfen, Delfinen und einem vergoldeten Schiff auf der Spitze erhalten. Sie wurde von Fuhrleuten in Auftrag gegeben, denen lange nur der ungünstigste Teil des Flusshandels erlaubt war.
Man nannte sie unfreie Schiffer. Leibeigene waren sie nicht. Es waren Bootsleute, die nicht in die geschlossene Körperschaft der freien Schiffer aufgenommen wurden, in die überwiegend Nachkommen ihrer Mitglieder eintraten. Die unfreien Schiffer verdienten ihr Geld auf kleinen Flachbodenschiffen: Jedes Jahr erwarben sie die Genehmigung, den Lievekanal zu befahren, transportierten Güter zwischen Damme und Gent und übernahmen auf der Leie und der Schelde hauptsächlich Aufträge, die die freien Schiffer abgelehnt hatten. Bis zum sechzehnten Jahrhundert zählte man mehrere hundert solcher Fuhrleute, doch eigene Räumlichkeiten hatten sie nicht.
Ihre Versammlungen hielten sie in einem Gasthaus ab. Dort einigte man sich über Aufträge, Genehmigungen und gemeinsame Ausgaben; dort mussten auch die Unterlagen aufbewahrt werden. Bereits im Jahr eintausendsiebenhundertzweiunddreißig gaben die Fuhrleute den Entwurf für eine eigene Fassade in Auftrag, ein geeignetes Haus konnten sie jedoch erst nach sieben Jahren Verhandlungen kaufen.
Am zweiten Juni eintausendsiebenhundertneununddreißig stimmten sie über den Kauf des Gasthauses an der Korenlei mit dem Schild „Het Hertjen“ ab. Dagegen stimmte ein einziger Mensch – der Wirt des früheren Gasthauses, in dem ihre Versammlungen stattfanden. Er verstand, dass er mit den Fuhrleuten regelmäßige Gäste und die Einnahmen aus ihren Treffen verlieren würde. Die übrigen stimmten für den Umzug.
Einige Monate später erlaubten die städtischen Schöffen den neuen Eigentümern, die Fassade umzubauen und oben ein Schiff als Wetterfahne anzubringen. Der Architekt Bernard de Wilde verwandelte das ehemalige Gasthaus in ein feierliches Gildehaus; später nannte man es „den Anker“. Die unfreien Schiffer erhielten gerade hier einen Saal und einen Ort für ihr Archiv, gegenüber dem Haus ihrer privilegierten Konkurrenten am anderen Ufer.
Ein eigenes Haus verschaffte ihnen keine gleichen Rechte für den Transport. Im Jahr eintausendsiebenhundertsechzig schlugen die unfreien Schiffer vor, beide Gruppen zusammenzuschließen, doch die freien lehnten ab. Ihr Monopol verschwand erst gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts.
Über der Korenlei ist das Schiff geblieben, das die Stadt nach jener Abstimmung aufzustellen erlaubte. Jenseits der Leie antwortet ihm ein anderes Schiff – das über der Tür des Hauses der freien Schiffer eingemeißelt ist.
Praktisch vor Ort
Rund um die Uhr
Geprüft: 27. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Details befinden sich über Augenhöhe und nicht an einer Stelle; gehen Sie langsam am Kai entlang und schauen Sie auf die Giebel.
