Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Die Kuppel
- Der Chor unter der Kuppel
- Die nördliche Sacrestia delle Messe
- Die Bronzetür von Luca della Robbia
Die Geschichte des Ortes
Die Kuppel über dem Dom Santa Maria del Fiore bedeckt den Dom, in dem der Bischof von Florenz gemeinsam mit dem Klerus zelebrierte und zu großen Messen Amtsträger und vornehme Familien zusammenkamen. Der Name des Doms erinnert an die Heilige Maria der Blume: Hier verbinden sich die Verehrung der Jungfrau Maria, die Lilie im Stadtwappen und die alte Bezeichnung von Florenz. Unter der Kuppel grenzte der Chor einst einen Teil des Gottesdienstes vom übrigen Raum ab, wurde jedoch umgestaltet; in der nördlichen Sakristei ist die schwere Bronzetür von Luca della Robbia erhalten geblieben.
Am sechsundzwanzigsten April eintausendvierhundertachtundsiebzig machten sich der Bankier Francesco de’ Pazzi und sein Mitverschwörer Bernardo Bandini zu Giuliano de’ Medici auf. Sie mussten ihn zu einer feierlichen Messe in den Dom bringen: Dort wollten die Verschwörer Giuliano de’ Medici und seinen älteren Bruder Lorenzo de’ Medici gleichzeitig töten.
Am Vortag sollten beide Brüder an einem Empfang in der Villa Medici in Fiesole teilnehmen, einem Ort oberhalb von Florenz. Giuliano de’ Medici kam wegen Unwohlseins nicht, und das vorbereitete Doppelmordvorhaben scheiterte. Daraufhin verlegten die Verschwörer den Angriff hierher. Ein großer städtischer Gottesdienst bot die seltene Gelegenheit, die Brüder nebeneinander, inmitten von Menschen und zu einem im Voraus bekannten Zeitpunkt anzutreffen.
Florenz blieb eine Republik, und die Medici trugen keine Fürstentitel. Doch die Medici-Bank, verwandtschaftliche Beziehungen und Unterstützer in den städtischen Räten ermöglichten Lorenzo de’ Medici und Giuliano de’ Medici, die wichtigsten Entscheidungen zu lenken. Die Pazzi unterhielten eine weitere große Bank. Die Rivalität verschärfte sich, als Lorenzo de’ Medici sich weigerte, Papst Sixtus IV. den Kauf der Stadt Imola für dessen Neffen zu finanzieren. Die Pazzi stellten das Geld bereit und erhielten einen Teil der päpstlichen Finanzgeschäfte, die zuvor den Medici gehört hatten. Gleichzeitig hinderte Lorenzo de’ Medici den Verbündeten der Pazzi, Francesco Salviati, daran, das Amt des Erzbischofs von Pisa anzutreten. Die Ermordung der Brüder sollte den Verschwörern den Weg zur Herrschaft über die Republik eröffnen.
Dom Santa Maria del Fiore war die Bischofskirche des Bischofs von Florenz und ein Ort stadtweiter Gottesdienste. Der Name bedeutet „Heilige Maria der Blume“: Der Dom ist der Jungfrau Maria, der Mutter Jesu, geweiht, und die Blume verweist auf die Lilie im Wappen von Florenz und auf den Namen der Stadt selbst. Offiziell wurde dieser Name im Jahr eintausendvierhundertzwölf festgelegt. Zu den Gottesdiensten kamen hier Klerus, städtische Amtsträger und vornehme Familien zusammen – genau ein solches Publikum brauchten die Verschwörer, die darauf hofften, die Stadtbewohner nach dem Mord auf ihre Seite zu ziehen.
Die Verlegung des Angriffs in einen geweihten Dom hätte den Plan beinahe noch vor dem ersten Schlag zunichtegemacht. Lorenzo de’ Medici sollte Giovanni Battista da Montesecco töten, einen erfahrenen Militärmann im Dienst der Verbündeten der Pazzi. Giovanni Battista da Montesecco weigerte sich. Die Quellen erlauben keine sichere Entscheidung darüber, ob ihn die Furcht vor einem Sakrileg oder seine persönliche Bekanntschaft mit Lorenzo de’ Medici davon abhielt. Ersatz musste hastig gefunden werden. Lorenzo de’ Medici wurden zwei Kleriker zugeteilt, die sich zur Teilnahme an der Verschwörung bereit erklärten, aber schlecht mit Waffen umgehen konnten.
Das Signal war die Erhebung der Hostie – des geweihten Brotes für die Kommunion. Als der Priester sie über den Altar hob und die Menschen niederknieten, fielen Bernardo Bandini und Francesco de’ Pazzi über Giuliano de’ Medici nahe dem Chor unter der Kuppel her. Ihm wurden neunzehn Stichwunden zugefügt; er starb an Ort und Stelle. Die beiden Kleriker stachen auf Lorenzo de’ Medici ein, vermochten ihn aber nur am Hals zu verletzen. Francesco Nori, der eine Filiale der Medici-Bank leitete und Lorenzo de’ Medici begleitete, schirmte ihn mit seinem Körper ab. Bernardo Bandini tötete Francesco Nori, doch die Begleiter von Lorenzo de’ Medici brachten den Verletzten noch durch den Chor in die nördliche Sacrestia delle Messe – einen Dienstraum, in dem Messgewänder aufbewahrt und Gottesdienste vorbereitet werden. Hinter ihnen schlossen sie die schwere Bronzetür.
Die Stadtbewohner unterstützten die Verschwörer nicht. Francesco de’ Pazzi und Erzbischof Francesco Salviati wurden gefasst und noch am selben Tag gehängt. Auch Giovanni Battista da Montesecco fiel seinen Gegnern in die Hände, legte ein Geständnis ab und wurde am vierten Mai enthauptet. Das Eigentum der Familie Pazzi wurde eingezogen, ihre Verwandten wurden verbannt, und der Stadtrat befahl, ihre Wappen zu zerstören und den Familiennamen aus den offiziellen Aufzeichnungen zu entfernen. Lorenzo de’ Medici blieb das einzige Oberhaupt der Medici, und nach dem Scheitern der Verschwörung festigte sich seine Stellung in Florenz.
Der Chor, nahe dem Giuliano de’ Medici starb, wurde später umgestaltet, und die Absperrungen, die die Teilnehmer der Messe gesehen hatten, gibt es nicht mehr. Die Sacrestia delle Messe ist erhalten geblieben. Erhalten ist auch die Bronzetür von Luca della Robbia – jene Tür, die die Begleiter von Lorenzo de’ Medici zwischen dem verwundeten Medici und seinen Verfolgern schlossen.
Praktisch vor Ort
Der Dom hat eigene Zugangszeiten und kann wegen Gottesdiensten geschlossen sein; Aufstiege zur Kuppel und zugehörigen Objekten des Komplexes erfolgen nach separaten Zeitfenstern und mit separaten Eintrittskarten.
Geprüft: 27. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Kuppel betrachtet man besser nicht direkt vor der Fassade, sondern von einem freien Bereich der Piazza del Duomo aus. Der Aufstieg nach oben und der Besuch der zugehörigen Objekte des Komplexes werden separat geplant.
