Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Ostseite des Doms
- Ausgang zur Via dell’Oriuolo
- Ecke Canto dei Bischeri
Die Geschichte des Ortes
Im Jahr eintausendzweihundertsechsundneunzig wartete die wohlhabende Florentiner Familie Bischeri darauf, dass der Stadtrat mit einem großzügigeren Angebot zurückkehren würde. Ihre Häuser standen am heutigen Ausgang von der Piazza del Duomo zur Via dell’Oriuolo. Das Land wurde für eine neue städtische Domkirche benötigt, und die Bischeri hofften, am künftigen Bau zu verdienen: Die Grundstücke in seiner Nähe wurden teurer, und die ersten Angebote lehnte die Familie ab.
Auf dem Spiel standen mehrere Palazzi und Land im Herzen von Florenz. Die Bischeri verhandelten nicht mit einem privaten Käufer. Der Stadtrat wollte die alte Domkirche Kirche Santa Reparata durch ein Gebäude von solcher Größe ersetzen, dass dafür ein ganzer Häuserblock geräumt werden musste. Dort, wo man den Dom heute auf der Ostseite umgehen kann, verliefen Gassen, standen Wohnhäuser und die Kirche San Michele Visdomini. Zwischen Kirche Santa Reparata und dem Baptisterium drängten sich ein Friedhof und ein Krankenhaus.
Der Rat machte den Bischeri mehrere vorteilhafte Angebote. Die Familie verlangte weiterhin eine höhere Summe. Daraufhin hörten die Beamten auf zu verhandeln und beschlagnahmten die benötigten Immobilien. Die Bischeri verloren ihre Häuser und jene Zahlung, die sie zuvor hätten erhalten können.
Später entstand die Geschichte, ihre Palazzi seien durch ein zur rechten Zeit ausgebrochenes Feuer zerstört worden. Das ist eine Überlieferung; die Dokumente belegen die Enteignung verlässlicher. Mit dem misslungenen Handel der Bischeri verbinden die Florentiner das Wort „bischero“ – so kann man hier bis heute einen Dummkopf nennen. Die Familie überstand den Verlust: Ende des vierzehnten Jahrhunderts gaben drei Bischeri sogar ein Altarbild mit ihren Porträts in Auftrag, das sich heute im Dommuseum befindet. Doch der Spott erwies sich als langlebiger als ihre mittelalterlichen Häuser.
Als Duomo bezeichnet man auf Italienisch die Hauptkathedrale einer Stadt, deshalb bedeutet Piazza del Duomo wörtlich Domplatz. Ihre heutige Weite entstand, nachdem der Stadtrat die Bebauung rund um die alte Kirche abtragen ließ und Straßen um das neue Gebäude herum anlegte. Die Ecke bei der Via dell’Oriuolo bewahrte ihren alten Namen – Canto dei Bischeri, die Ecke der Bischeri. Die Häuser der Familie stehen hier nicht mehr, doch der Ort ihres misslungenen Geschäfts blieb in der Stadtsprache und auf der Karte erhalten.
Praktisch vor Ort
Der Platz ist stets geöffnet; die benachbarten Denkmäler rund um ihn haben jeweils eigene Öffnungszeiten des Komplexes Opera del Duomo.
Geprüft: 27. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Gehen Sie außen um den Dom herum: Die Details liegen weit auseinander und erfordern unterschiedliche Blickpunkte. Suchen Sie den weißen Stein unter Ihren Füßen, ohne in den Verkehrsstrom zu treten.
