Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Zwölf kannelierte Säulen
- Steinerne Balken
- Massives Fundament
- Leerer Raum hinter dem Portikus
Die Geschichte des Ortes
Auf den zwölf dorischen Säulen ist keine sichtbare Inschrift mit Namen zu sehen. Dies ist das National Monument of Scotland – ein Denkmal für schottische Soldaten und Seeleute, die in den Napoleonischen Kriegen starben. Sie dienten in der britischen Armee und Marine, kämpften in Frankreich, Spanien, Portugal, den Niederlanden und auf See. Ihre sterblichen Überreste befinden sich nicht hier: Die Organisatoren wollten die Gefallenen mit einem gemeinsamen Bauwerk verewigen.
Als Erster setzte sich der Edinburgher Jurist Michael Linning dafür ein. Im Jahr eintausendachthundertsechzehn, kurz nach Napoleons Niederlage bei Waterloo, schlug er vor, ein eigenes schottisches Denkmal zu errichten. In London diskutierte man bereits über ein gemeinsames britisches Denkmal, doch Linning wollte nicht, dass Schotten für die Erinnerung an ihre Gefallenen in die Hauptstadt Englands reisen mussten. Er wurde Sekretär der Vereinigung, die Spenden sammelte, und widmete dem Projekt die folgenden zwei Jahrzehnte.
Die Form des Denkmals bestimmte Thomas Bruce, siebter Earl of Elgin. Zuvor hatte er als britischer Botschafter im Osmanischen Reich gedient und Skulpturen des Parthenon aus Athen fortgebracht. Der Transport ruinierte Elgin beinahe, und Zeitgenossen warfen ihm vor, den antiken Tempel beschädigt zu haben. Nun setzte sich der Earl für den Bau einer exakten Kopie des Parthenon in Edinburgh ein: So wäre sein Name erneut mit Athen verbunden, diesmal durch einen neuen, vollständig errichteten Tempel. Die Unterstützer trugen dieses Projekt mit.
Die Organisatoren wählten Calton Hill, weil die Kopie des Parthenon auf dem Gipfel von der Stadt aus wie die athenische Akropolis wirken sollte. Edinburgh nannte man damals wegen seiner Gelehrten, Philosophen und griechischen Architektur das Athen des Nordens. Das Kriegerdenkmal sicherte Schottland zugleich einen eigenen Platz innerhalb des Vereinigten Königreichs.
Im August eintausendachthundertzweiundzwanzig führte der Herzog von Hamilton eine Prozession aus Freimaurerlogen und königlichen Vertretern hierher und legte einen sechs Tonnen schweren Stein. Die Zeremonie wurde auf den Besuch von König Georg IV. abgestimmt, obwohl der König selbst den Hügel nicht bestieg. Die Kosten des Projekts schätzte man auf etwa zweiundvierzigtausend Pfund. In den ersten sechzehn Monaten gaben die Unterstützer nur sechzehntausend, und der Versuch, eine größere Summe aus der Staatskasse zu erhalten, geriet im House of Commons ins Stocken: Abgeordnete erinnerten an die Hungersnot in Irland und das Elend in England, woraufhin das Gesuch zurückgezogen wurde.
Trotz des fehlenden Geldes stellten die Leiter der Vereinigung einen Bauunternehmer ein. Die Steinmetzarbeiten begannen im Jahr eintausendachthundertsechsundzwanzig. Drei Jahre später waren die Mittel aufgebraucht, und die Direktoren stellten den Bau ein. Linning suchte weiter nach Geld. Im Jahr eintausendachthundertfünfunddreißig bat er den Herzog von Buccleuch, neue Gesuche an den König und das Parlament weiterzuleiten, und erinnerte gesondert an seine eigenen Investitionen. Hilfe erhielt er nicht. Linning starb im Jahr eintausendachthundertachtunddreißig und hinterließ auf dem Hügel jenen Teil des Entwurfs, den er zusammen mit den anderen Unterstützern bezahlt hatte.
Erhalten sind das Fundament, zwölf kannelierte Säulen und die darauf liegenden steinernen Balken. Sie bilden den Fassadenportikus des geplanten Parthenon. Dahinter entstanden weder ein Innenraum noch ein Dach noch die geplanten Katakomben.
Praktisch vor Ort
Rund um die Uhr, ohne Bewachung
Geprüft: 17. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Klettern Sie für ein Foto nicht auf das Mauerwerk: Aus geringem Abstand sind Ausmaß und Unvollendetheit des Bauwerks besser zu erkennen.
