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Festung des heiligen Johannes

Hier wird verständlich, wie man einen offenen Handelshafen mit wenigen Handgriffen in ein geschlossenes Becken verwandelte.

15 Min.
Festung des heiligen Johannes, Dubrovnik
Bernard Gagnon · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Westmauer mit zwei senkrechten Linien
  • Durchgänge der unteren Ebene
  • Massiver Baukörper der Festung
  • Einfahrt in den Alten Hafen

Die Geschichte des Ortes

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Die untere Etage der Festung wird heute vom Aquarium eingenommen, darüber befindet sich das Maritime Museum; die Durchgänge am Wasser sind aus der Zeit erhalten, als ein besonderer Wächter ihre Schlüssel verwahrte. Von außen wirkt die Festung wie ein geschlossener massiver Baukörper, doch zwei senkrechte Linien an der Westmauer verraten die Grenzen des früheren Bauwerks, das später von benachbarten Befestigungen umgeben wurde. Der Name des heiligen Johannes blieb von der benachbarten frühmittelalterlichen Kirche des heiligen Johannes des Evangelisten erhalten. Im siebzehnten Jahrhundert wurde sie durch die Kirche Unserer Lieben Frau vom Karmel ersetzt; unter deren Fußboden fand man die Mauern und Fliesen der alten Kirche, ungefähr anderthalb Meter unter dem heutigen Niveau.

Am zweiundzwanzigsten März eintausenddreihundertsechsundvierzig ordnete der Große Rat – die Versammlung der Dubrovniker Patrizier, die die Gesetze der Republik erließ – an, am Rand des Hafens einen Turm aus Stein und Kalk zu bauen. In denselben Eintrag nahm man noch einen Beschluss auf: Von hier sollte eine Kette zum Turm des heiligen Lukas auf der gegenüberliegenden Seite der Einfahrt gespannt werden.

Die Patrizier beobachteten die Erfolge der genuesischen Flotte und verstärkten eilends die Seeverteidigung. Zugleich verdiente Dubrovnik am Handelsschiffsverkehr: Die Kapitäne brauchten einen offenen Hafen, die Stadt aber die Möglichkeit, ihn innerhalb weniger Minuten in ein verschlossenes Becken zu verwandeln. So entstand der Turm auf dem Molo, also auf dem Wellenbrecher – der Kern der heutigen Festung des heiligen Johannes.

Eine eiserne Kette allein genügte nicht. Unter ihrem eigenen Gewicht wäre sie unter Wasser gesunken und hätte einen Durchgang über sich freigelassen. Die Meister von Dubrovnik legten sie auf dicke Holzbalken, die das Hindernis an der Oberfläche hielten. An den Enden der schweren Kette brachten sie leichtere Eisenstücke an: Das eine befestigte man an einem Widerlager, das andere wickelte man auf eine Winde im Turm. Wenn man die Kette lockerte, konnten Schiffe passieren; wenn man sie mit der Winde einzog, wurde die Einfahrt geschlossen.

Für diese Vorrichtung war ein besonderer Wächter zuständig. Er wohnte direkt auf dem Wellenbrecher, bewahrte die Schlüssel zu den dortigen Toren auf, kontrollierte das Ausladen von Stein und Kalk und überwachte die Durchfahrt der Schiffe. Bis zur Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts errichtete man neben dem Turm für ihn ein dickwandiges Haus. Am neunten August eintausendvierhundertachtundvierzig befahlen die Senatoren, die Winde aus dem engen Turm in dieses Haus zu verlegen. Der Wächter erhielt einen eigenen Raum für den Mechanismus, und die Baumeister umgaben sein Haus mit einer halbrunden Mauer mit Wehrgang, von dem aus man den Hafen beobachten konnte.

Im Jahr eintausendsechshundertelf verschärfte man die Ordnung noch weiter. Nach der Glocke, die die erste Nachtstunde anzeigte, war es den Kapitänen verboten, in den Hafen einzufahren, ihn zu verlassen oder auch nur Schiffe innerhalb des Hafens zu verlegen. Über ein verspätetes Schiff entschied nun nicht mehr der Steuermann: Zwischen ihm und dem Kai lag die vom Wächter hochgezogene Kette.

Später verbanden Ingenieure den Turm auf dem Molo mit benachbarten Befestigungen und schlossen ihn in einen massiven Baukörper ein. An der Westmauer der Festung markieren zwei senkrechte Linien bis heute die Grenzen jenes ersten viereckigen Turms. Die Kette und die Winde zu ihrem Hochziehen gibt es nicht mehr, doch die Durchgänge, deren Schlüssel der Wächter verwahrte, sind auf der unteren Ebene erhalten, wo sich heute das Aquarium befindet. Darüber ist das Maritime Museum untergebracht.

Den Namen des heiligen Johannes erhielt die Festung von der benachbarten frühmittelalterlichen Kirche des heiligen Johannes des Evangelisten – des Apostels, dem die Tradition eines der Evangelien zuschreibt. Im siebzehnten Jahrhundert errichtete man an ihrer Stelle die Kirche Unserer Lieben Frau vom Karmel. Bei Untersuchungen unter dem Fußboden fand man alte Mauern und Fliesen der Johanneskirche; ihr Niveau liegt ungefähr anderthalb Meter unter dem heutigen. Die Kirche wechselte ihr Patrozinium, die Kette verschwand, doch die Festung des alten Hafens bewahrte den Namen ihrer begrabenen Nachbarin.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktSüdlicher Rand: die Stadt über dem Adriatischen Meer
Eintrittmit Ticket

Die offizielle Website City Walls Dubrovnik zeigte am 2026-06-25 08:00-19:30; prüfen Sie die Museen innerhalb der Festung gesondert.

Geprüft: 25. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Die Geschichte der Befestigung lässt sich von außen verstehen; das Maritime Museum und die anderen Räume werden gesondert besucht. Achten Sie am Wasser auf die Bewegung von Menschen und Dienstfahrzeugen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Wenden Sie sich vom Hafen nach Westen und gehen Sie zum seeseitigen Rand der Mauer.

Stopp 4 von 7Weiter: Südlicher Rand: die Stadt über dem Adriatischen Meer

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Mauern und Festungen von Dubrovnik: der Verteidigungsring“ — 7 Stopps, etwa 2,1 km, 2-2,5 Stunden.

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