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Stradun (Placa)

Stradun / Placa

Hier erscheint der Wiederaufbau nach der Katastrophe als eine Reihe praktischer Entscheidungen über Läden, Wohnraum und die Stadtkasse.

15 Min.
Der Stradun (Placa) in Dubrovnik mit steinernen Fassaden und einem Glockenturm entlang der Hauptstraße.
Pudelek (Marcin Szala) · CC BY-SA 3.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Gleiche steinerne Fassaden
  • Untere Bögen mit Läden
  • Reihen oberer Fenster
  • Gerade Straßenlinie

Die Geschichte des Ortes

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Die Hauptstraße von Dubrovnik (historisch Ragusa) heißt offiziell Stradun (Placa) – nach einem lateinischen Ausdruck für einen „gemeinsamen offenen Ort“. Stradun (Placa) ist ein alter venezianischer Beiname und bedeutet wörtlich „große Straße“. Ihre Breite legten schon die mittelalterlichen Bewohner fest: Sie schütteten einen schmalen Meeresarm auf, der den Felsen der Stadt vom Hang des Festlands trennte. Auf dem trockengelegten Streifen legten sie einen geraden Weg vom Westtor zum Luža-Platz an. Jeder, der durch die Stadt ging, musste hier herauskommen; entlang des Durchgangs eröffneten Werkstätten und Läden, und hier fanden auch Prozessionen und städtische Zeremonien statt.

Am sechsten April sechzehnhundertsiebenundsechzig brachte ein Erdbeben fast alle Stadthäuser zum Einsturz oder beschädigte sie schwer. Danach brach ein Brand aus. Etwa die Hälfte der Einwohner kam ums Leben, ebenso der Rektor und viele Mitglieder der Stadträte. Stradun (Placa) wurde von Steinen verschüttet, die Geschäftsräume verschwanden, und die überlebenden Eigentümer mussten zugleich Wohnraum suchen und ihr Geschäft retten.

Der Senat der Republik Ragusa – ein Rat von Adligen, der städtische Entscheidungen traf – versammelte sich aus den Überlebenden. Die privaten Häuser überließ er ihren Eigentümern zum Wiederaufbau, doch am Stradun (Placa) standen auch kommunale Gebäude. Ihre kleinen Räume mit Läden wurden alle fünf Jahre an Kaufleute und Handwerker vermietet. Von diesen Türen hingen sowohl die Einkünfte der Mieter als auch die Einnahmen der Stadtkasse ab.

Schon am dreiundzwanzigsten September verlangten vierzehn Senatoren gegen einen, die ersten kommunalen Häuser unverzüglich wieder aufzubauen. Der Ragusaner Diplomat in Rom, Stjepan Gradić, der Hilfe für die verwüstete Republik Ragusa erwirkte, organisierte die Anreise des päpstlichen Militäringenieurs Giulio Cerruti. Cerruti schlug eine Musterfassade für die Nordseite des Stradun (Placa) vor. Im Herbst nahmen die Senatoren seine Zeichnung an, doch im Frühjahr des folgenden Jahres verwarfen sie sie. Der Abfolge der Beschlüsse nach war das Projekt für eine Stadt, in der viele Baustellen zugleich beginnen mussten, zu kompliziert und zu teuer.

Bis dahin hatten die Senatoren auch die Abrechnungsweise geändert. Sie beschlossen, die mit öffentlichen Mitteln errichteten Häuser zu verkaufen und den Erlös in den nächsten Straßenabschnitt zu investieren. Im Mai sechzehnhundertachtundsechzig verwarfen sie zwei weitere Varianten und behielten ein einfaches Schema bei: vier Geschäftsbögen im Erdgeschoss, die frühere Bauflucht und den vertrauten Rhythmus der Fenster oben. Den ersten solchen Block beim Sponza-Palast vollendete man sechzehnhundertsiebzig; die folgenden Fassaden wiederholten ihn.

Cerruti reiste mit einer großzügigen Belohnung ab, doch keines seiner aus den Dokumenten bekannten Projekte wurde hier verwirklicht. Die Baumeister nahmen eine Fassade zum Vorbild, die der eingebürgerte Ragusaner Architekt französischer Herkunft Jacques de Spinis etwa hundert Jahre vor dem Erdbeben in derselben Straße geschaffen hatte. Die neuen Häuser wurden innen geräumiger, kommunale Wohnungen wichen privaten, und die Ladenreihe wurde vom Wohnraum getrennt. Außen zeigte man kaum Veränderungen.

Die gleichen steinernen Fassaden entlang des Stradun (Placa) sind das Ergebnis dieser Verhandlungen, Ablehnungen und wiederholten Abstimmungen. Hinter den unteren Bögen arbeiten wieder Läden, und die oberen Fenster bewahren das Muster des Hauses von de Spinis, das die überlebenden Senatoren für eine Straße auswählten, die so schnell wie möglich wieder geöffnet werden musste.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktLuža-Platz
Eintrittvon außen

Dies ist eine belebte und meist stark besuchte Straße. Hören Sie an einer Fassade zu, ohne Eingänge zu versperren; nach Regen treten Sie auf den polierten Platten besonders vorsichtig auf.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Folgen Sie den gleichen Fassaden bis zum Luža-Platz.

Stopp 3 von 7Weiter: Luža-Platz

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Das alte Dubrovnik (historisch Ragusa): die Hauptlinie der Republik“ — 7 Stopps, etwa 1,2 km, 1 Std. 50 Min..

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