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Francis Street und das Antiquitätenviertel

Francis Street / Art & Antiques Quarter

Hier wird deutlich, wie eine günstige Adresse eine ganze Handelsspezialisierung um sich versammelte.

15 Min.
St. Nicholas of Myra (Without), Francis Street, Dublin
DubhEire · CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication; cropped/resized for app
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Georgianisches Haus Nummer 59
  • Antiquitätenauslagen
  • Nachnamen von Händlern an den Fassaden
  • Schild des Möbelgeschäfts „Oxfam“

Die Geschichte des Ortes

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Hinter den Antiquitätenauslagen zieht sich eine alte Einkaufsstraße entlang, und unter späteren Häusern liegt ein Gelände des ehemaligen Klosterlands und Friedhofs. Bei Ausgrabungen fand man hier Bestattungen, Steingräber, Reste von Särgen und mittelalterliche Fliesen, obwohl über der Erde vom Kloster nichts mehr zu sehen ist. Das georgianische Haus Nummer neunundfünfzig trägt an seiner Fassade die Spur der nächsten Epoche dieser Straße, und daneben stehen in den Auslagen weiterhin alte Möbel und Gegenstände, für die ein neuer Eigentümer gesucht wird.

Der Name Francis Street stammt von einem Franziskanerkloster. Franziskaner sind Bettelmönche und Anhänger von Franz von Assisi: Sie predigten und lebten von Spenden. Um das Jahr eintausendzweihundertdreiunddreißig ließen sich die Brüder nahe dieser Straße nieder, und im Jahr eintausenddreihundertsiebenunddreißig bezeichnete man sie bereits als Straße des heiligen Franziskus.

Der englische König Heinrich VIII., der Klosterländereien einzog, löste das Kloster um das Jahr eintausendfünfhundertvierzig auf. Über der Erde ist nichts von ihm erhalten. Im Jahr neunzehnhundertvierundneunzig arbeiteten Archäologen bei den Häusern Nummer vierunddreißig bis sechsunddreißig und fanden vierundachtzig Bestattungen, Steingräber, Reste hölzerner Särge und mittelalterliche Bodenfliesen. Der Name blieb auf den Straßenschildern, der Friedhof unter späterer Bebauung.

Das Antiquitätenviertel hat eine weitere genaue Adresse: Haus Nummer neunundfünfzig. Anfang der neunzehnhundertsiebziger Jahre kaufte es Paul Cooke, ein Händler für alte Möbel, der Räume für sein eigenes Geschäft brauchte. Die Francis Street war damals eine vernachlässigte örtliche Einkaufsstraße: Geschäfte schlossen, doch die Mieten blieben günstig. Niall Mullen, der später als Student zu Cooke kam, um nebenbei zu arbeiten, erinnerte sich, dass die Mutter des Händlers schon bei dem bloßen Gedanken, hier ein Geschäft zu eröffnen, entsetzt war.

Cooke eröffnete dennoch „Cooke Antiques“, das erste Antiquitätengeschäft in der Francis Street. Er verdiente an Möbeln und musste Käufer deshalb eigens hierherbringen: Laufkundschaft reichte für Schränke, Tische und Anrichten nicht aus. Das Geschäft wuchs; zeitweise arbeiteten bis zu fünfundvierzig Menschen für Cooke.

Chantal O’Sullivan arbeitete von neunzehnhundertachtzig bis neunzehnhundertneunundachtzig bei ihm und eröffnete dann in derselben Straße ihre eigene Firma. Mullen wechselte nach dem College in eine Vollzeitstelle und wurde später ebenfalls selbstständiger Händler. Cooke selbst zog in größere Räumlichkeiten gegenüber. Haus Nummer neunundfünfzig wurde in eine Antiquitätenarkade umgewandelt, in der zwölf Händler unter einem Dach handelten. Ein Geschäft verschaffte seinen Konkurrenten Mitarbeiter, Erfahrung und eine fertige Adresse.

Im Oktober zweitausenddrei schlossen sich die Eigentümer der inzwischen zahlreichen Läden und Galerien zusammen, nannten die Francis Street das Dubliner Kunst- und Antiquitätenviertel und veröffentlichten einen gemeinsamen Führer zu ihren Betrieben. Das georgianische Haus Nummer neunundfünfzig, das um das Jahr achtzehnhundertzwanzig erbaut wurde, steht noch heute. Das Schild „Cooke Antiques“ ist nicht mehr daran; gegenüber, in Cookes späteren Räumlichkeiten, arbeitet ein Möbelgeschäft von Oxfam, und an den benachbarten Fassaden sind die Nachnamen von Händlern erhalten, die bei ihm angefangen hatten.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktNewmarket und die Teeling Whiskey Distillery
Eintrittvon außen

Die Straße ist jederzeit zugänglich; Geschäfte und Galerien haben eigene Öffnungszeiten, die man besser gezielt überprüft.

Geprüft: 26. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Die Läden bleiben private Geschäfte und keine Museumsräume: Gehen Sie nur durch offene Türen, fragen Sie vor dem Fotografieren und nehmen Sie zerbrechliche Gegenstände nicht ohne Erlaubnis in die Hand.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie zur Dean Street hinunter und steigen Sie über die New Row South zum Newmarket-Platz hinauf.

Stopp 3 von 7Weiter: Newmarket und die Teeling Whiskey Distillery

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„The Liberties: Von der Kathedrale zur Brauerei“ — 7 Stopps, etwa 2 km, 2-3 Stunden.

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