Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Türme der Kathedrale
- Steinportal
- Hauptschiff
- Gewölbebögen
Die Geschichte des Ortes
Im mittelalterlichen Dublin diente Christ Church Cathedral als Kathedrale des Erzbischofs: Hier fanden Gottesdienste und Zeremonien statt, die kirchlicher Anerkennung bedurften. Das Steinportal führt ins Hauptschiff, wo Gewölbebögen den Raum zu einem hohen, feierlichen Saal zusammenfügen. Die Türme der Kathedrale erinnern noch heute daran, dass dies ein sichtbares Zentrum städtischer Macht war und keine Pfarrkirche in einer ruhigen Straße.
Am vierundzwanzigsten Mai eintausendvierhundertsiebenundachtzig setzte der Dubliner Erzbischof Walter Fitzsimmons hier einem Jungen die Krone auf, der als Lambert Simnel in die Geschichte einging. Man erklärte ihn zum englischen König Eduard dem Sechsten. Die in der Kathedrale versammelten Würdenträger verweigerten Heinrich VII. den Treueeid und schworen dem Kind die Treue.
Christ Church Cathedral bedeutet „Kirche Christi“; offiziell ist die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht. Im mittelalterlichen Dublin war sie die Kathedrale des Erzbischofs, ein Ort für Zeremonien, die kirchlicher Bestätigung bedurften. Die Verschwörer brauchten genau einen solchen Saal: Die Krönung sollte aus dem herbeigebrachten Jungen einen Herrscher machen, in dessen Namen man ein Parlament einberufen, Ämter vergeben und ein Heer aufstellen konnte.
Zwei Jahre zuvor hatte Heinrich Tudor König Richard III. bei Bosworth besiegt und als Heinrich VII. den Thron bestiegen. Die Anhänger des gestürzten Hauses York suchten einen Anwärter, der ihm die Krone entreißen konnte. Simnel wurde als Eduard, Earl of Warwick, ausgegeben, als Neffe Richards III. und letzter Mann der früheren Königsdynastie. Der echte Eduard war am Leben und im Tower of London inhaftiert.
In Irland unterstützte Gerald FitzGerald, 8. Earl of Kildare und oberster königlicher Statthalter, den Jungen. Dieses Amt hatte er schon unter den Yorks erhalten, und nun strebte er danach, ihren Schützling auf den Thron zurückzubringen. FitzGerald setzte seine Güter, seinen Titel und sein Amt aufs Spiel. Ob er glaubte, der echte Earl of Warwick stehe vor ihm, oder ob er die Täuschung für nützlich hielt, lässt sich aus den Quellen nicht feststellen. Erzbischof Fitzsimmons schloss sich dem Plan an und vollzog die Krönung.
Nach der Zeremonie tagte in Dublin ein Parlament im Namen Eduards. Die Kanzlei stellte Urkunden aus, in denen der Junge als „König von England, Frankreich und Irland“ bezeichnet wurde. Anschließend sammelten seine Anhänger irische Krieger und flämische Söldner und setzten nach England über.
Weniger als einen Monat nach der Krönung schlug Heinrich VII. sie bei Stoke Field vernichtend. Thomas FitzGerald, der Bruder des Earl of Kildare und Befehlshaber der irischen Abteilung, fiel. Simnel wurde gefangen genommen. Heinrich entschied, dass der Junge ein Werkzeug der Erwachsenen gewesen war, verschonte ihn und schickte ihn in die königliche Küche zum Dienst. Später wurde der ehemalige König Falkner am Hof und erhielt Lohn für die Pflege von Jagdvögeln.
Erzbischof Fitzsimmons bat um Vergebung und behielt seinen Rang. Auch Gerald FitzGerald wurde begnadigt, und einige Jahre später ernannte Heinrich ihn erneut zum Statthalter von Irland. Nach seinem Tod wurde der Earl hier in der von ihm eingerichteten St. Mary’s Chapel beigesetzt. Heute gibt es in der Kathedrale weder die Kapelle noch sein Grab; eine Darstellung des Wappens vom verlorenen Grabmal ist nur auf einem alten grafischen Abzug erhalten.
Praktisch vor Ort
Für den selbstständigen Eintritt verfügt die Kathedrale über einen offiziellen Wochenplan: An Wochentagen und am Samstag unterscheiden sich die Vormittags- und Nachmittagszeiten je nach Tag, am Sonntag ist der Zugang in zwei Zeitfenster geteilt; letzter Einlass 45 Minuten vor Schließung. Für die Route ist der Innenraum nicht erforderlich.
Geprüft: 26. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Haupterzählung können Sie an der Außenfassade anhören. Das Herz des Laurentius O’Toole, die Krypta und die Denkmäler sind nur bei einem gesonderten Besuch der Kathedrale zugänglich.
